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Drei Prinzessinnen für Prinz Karneval: Lehrertheater in Ückesdorf feiert Premiere

Drei Prinzessinnen für Prinz Karneval : Lehrertheater in Ückesdorf feiert Premiere

Das Lehrertheater des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums feiert an diesem Freitag mit der Eigenproduktion „Casting Cinderella“ Premiere. Das Drehbuch hat Deutschlehrer Stephan Hanenberg geschrieben.

„Das wird es so nicht noch einmal geben“, sagt Stephan Hanenberg zum neuen Lehrertheater des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums (CvO), das heute Abend Premiere feiern wird. Ein Jahr lang hat der Deutsch- und Religionslehrer an dem Stück „Casting Cinderella“ geschrieben und gearbeitet. Seit bald vier Monaten probte er mit rund 40 seiner Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne das – nach eigenen Worten – chaotische Stück. „Es nimmt im Lehreralltag einfach zu viel Zeit ein, ein so umfangreiches Ding auf die Bühne zu bringen“, ist Hanenbergs gewonnene Erkenntnis. Doch was nun an den drei Aufführungstagen das Publikum erwartet, wird sich sehen und hören lassen können. Vor allem für die Schüler, Eltern und die Ehemaligen des CvO, die in der über zwei Stunden langen Bühnenshow einige neue und unbekannte Seiten an den CvO-Lehrkräften entdecken können.

Englisch- und Religionslehrerin Antje Sebastian bringt es optimistisch lachend auf den Punkt: „Da ist ein unwahrscheinlich quirliger Salat entstanden.“ Stellvertretend für ihre Kollegen sagt sie, dass es bereits „unheimlichen Spaß“ gemacht habe, miteinander geprobt zu haben. Obwohl seit 15 Jahren an der Schule, ist sie bei der achten Aufführung des Lehrertheaters nun das erste Mal dabei. Als König und als Elfe wird man sie bewundern können. Damit dürfte sie weniger aufwendige Rollen bekommen haben als ihre Kollegin Stefanie Schmidt, die eine der drei zu castenden Cinderellas spielt. Denn Schmidt wird von einem Wolf gefressen werden, aus dem sie, so Hanenberg „halbverdaut wieder hervorgeholt wird“. Weder Kosten noch Mühen habe man dafür beim Kauf des speziellen Theaterschleims gescheut, so der Autor und Regisseur.

Während er in der Umsetzung seines Stücks als Deutschlehrer Anleihen bei Brecht und dem britischen Panto-Theater macht, lässt sich der Religionslehrer im Nachspielen der Schöpfungsgeschichte wiederfinden. Wo in der Genesis Adam das Licht der Welt erblickt, ist es in seiner Inszenierung allerdings ein Karnevalsprinz (Sören Ohlmeyer), der unter den Klängen von „Also sprach Zarathustra“ erschaffen wird. Geburtshelfer sind dabei die Schulleitenden des CvO, Marie Krahé-Feller und Karl-Friedrich Rutz als Festkomitee. Den schmucken Prinzen (Musik- und Spanischlehrer) dürfte bald darauf als Sänger von Hits aus dem Musical „Hair“ noch ein begeisterter Applaus erwarten.

Doch zuvor muss seine Prinzessin gefunden werden, da er für sein Dreigestirn den Bauern zwar akzeptieren, aber die männliche Jungfrau verstoßen wird. Grund genug, das Cinderella-Casting zu eröffnen. Neben der bereits erwähnten, vom Wolf angefressenen und als „prollig“ bezeichneten Prinzessin, werden noch eine feine Version mit Veronika Stricker und eine vegane Prinzessinnen-Ausgabe (Elisabeth Oczkowski) in Erscheinung treten. Vor einer Jury werden die drei nicht nur ihr Bestes geben, sondern damit auch nach und nach die eigentliche Aschenputtelgeschichte erzählen.

Ein von Sportlehrerin Nina Köhler choreografiertes Tauben-Ballett hilft Aschenputtel mit seinen Tanzeinlagen Erbsen und Linsen zu sortieren und wird zudem mit seinem „Zahnseiden-Move“ manche Schülerin und manchen Schüler von den bislang versteckten Talenten ihrer Lehrer überraschen können.

„Casting Cinderella“ - Lehrertheater am CvO. Freitag, Samstag und Montag (14., 15. und 17. Februar), jeweils um 18.30 Uhr. Eintritt 11 Euro bzw. 7 Euro (zugunsten des CvO-Fördervereins). Aula des CvO, Im Schmalzacker 49.