Verkehrsbelastung in Bonn-Duisdorf: Langes Warten auf Verkehrsentlastung der Lessenicher Straße

Verkehrsbelastung in Bonn-Duisdorf : Langes Warten auf Verkehrsentlastung der Lessenicher Straße

Das Thema Verkehrsbelastung in der Lessenicher Straße wurde in der Bezirksvertretung Hardtberg auf den Februar verschoben. Zum Ärger der Anwohner.

Die angestiegene Verkehrsbelastung und der Durchgangsverkehr in der Lessenicher Straße bleiben ein Ärgernis für die Anwohner. Ein Dutzend von ihnen war am Dienstagabend in die Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg gekommen, um zu sehen, wie die politischen Vertreter auf ihren Bürgerantrag reagieren. Doch die Debatte fiel aus. Die Stadtverwaltung hatte um Vertagung des Themas in die Sitzung am 27. Februar gebeten, weil es noch zu viele Punkte abzuarbeiten und zu prüfen gebe. Dem Wunsch kamen die Hardtberger Bezirksfraktionen nach, so hatten sie sich im Vorfeld geeinigt. „Wir wollen keine Luftnummer machen und akzeptieren deshalb die Vertagung bis Februar“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Gisbert Weber, der in Vertretung der erkrankten Amtsinhaberin Petra Thorand erstmals eine Sitzung im Rathaus leitete.

Die Anwohner der Lessenicher Straße waren indes nicht einverstanden mit der Entscheidung, wie deren Sprecher Wilfried Wippern klar machte. Das Zeitargument der Verwaltung könne man nicht gelten lassen, denn es handele sich um ein Problem, das der Stadtverwaltung und den zuständigen Politikern schon jahrelang bekannt sei, führte er an. Die SPD machte am Tag nach der Sitzung deutlich, dass sie die Klagen der Anlieger an der Lessenicher Straße und in der Verlängerung Richtung Alter Heerweg für berechtigt hält. „Der Autoverkehr nimmt zu. Es wird zu schnell gefahren. Dies ist natürlich auch im Zusammenhang mit dem großen Neubaugebiet Grüne Mitte zu sehen“, stellten Wolfgang Groß und Dominik Loosen fest.

SPD und CDU sind sich uneinig

Groß fordert, dass Verkehrsexperten Vorschläge unterbreiten, die auch eine dringend erforderliche kurzfristige Verbesserung erzielen können. Neben den Hinweisen der Anlieger ist aus Sicht der SPD-Fraktion auch eine Verkürzung der Schließzeiten der Bahnübergänge und der schon lange geforderte und beschlossene zweite Fußgängerüberweg an dem Übergang Lessenicher Straße eine Option. Völlig abwegig sei dagegen der CDU-Vorschlag einer neuen Entlastungsstraße im östlichen Teil des Grünen Winkels, also direkt am Rande des Meßdorfer Feldes. „Eine solche Straße würde Durchgangsverkehr in die Grüne Mitte ziehen, was letztlich auch für den Schmittgasser Kirchweg und den Alten Heerweg zusätzliche Belastung erzeugt“, so Groß. „Für Ziele im Stadtbezirk Hardtberg oder in westliche Richtung wäre eine solche Straße keine Alternative für Autofahrer.“ Groß hält den Vorstoß für durchsichtig, weil die CDU damit nur ein Tor für den zweiten Bauabschnitt des Neubaugebietes öffnen wolle, glaubt er.

SPD-Ratsfrau Gabi Mayer nutzte das Thema zu einer Abrechnung. „Wir haben eine Vielzahl massiver Verkehrsprobleme in Duisdorf, die nicht angegangen werden“, erklärte sie. „Die offenen Anträge zu Weck-Werke, Lessenicher Straße, Blumenviertel und so weiter sprechen für sich. Wir brauchen endlich Lösungen für die Bürger“, sagte sie.

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