55 Jahre Élysée-Vertrag: Kulinarische Frankreich-Woche am Hardtberg-Gymnasium

55 Jahre Élysée-Vertrag : Kulinarische Frankreich-Woche am Hardtberg-Gymnasium

Das Hardtberg-Gymnasium startet am Jahrestag des Élysée-Vertrags eine kulinarische Woche. Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen backen und Kochen für ihre Mitschüler.

„Französische Jugendliche machen den Crêpe-Teig aus dem Gedächtnis“, war Johannes überzeugt. Der Zwölfjährige aus der bilingualen Klasse 7 a des Hardtberg-Gymnasiums musste dafür immerhin nicht das Internet konsultieren. „Das Rezept kannte mein Vater.“ Und es war anscheinend gut: Von allen französischen Leckereien, die die Klasse am Montag für den Auftakt der kulinarischen Frankreich-Woche am HBG eigenhändig gebacken hatten, waren seine Crêpes die einzige, die schon in der ersten großen Pause ausverkauft war.

In dieser Woche bereitet an jedem Schultag eine andere siebte Klasse ein französisches Buffet zu, das sie in den Pausen (9.30 bis 9.50 Uhr und 11.25 bis 11.40 Uhr) Schülern und Lehrern anbietet. Der Hintergrund für diese Aktionswoche ist der 55. Jahrestag des Élysée-Vertrags. Der deutsch-französische Freundschaftsvertrag wurde am 22. Januar 1963 vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Seit 2004 wird in beiden Ländern an diesem Datum der Deutsch-Französische Tag gefeiert, den die Franzosen „Journée franco-allemande“ nennen.

Die 7 a habe sich ihre Backinspirationen beim zweiwöchigen Toulouse-Austausch im Oktober vergangenen Jahres geholt, sagte Klassenlehrerin Grazyna Bosy. So etwas höre man immer wieder von den Schülern, die am Austausch mit dieser Stadt, mit Villemomble oder Ribeauvillé im Elsass teilnehmen: Croissants oder andere Dinge, die man ja auch in deutschen Bäckereien kaufen kann, würden in Frankreich doch anders schmecken.

Saucisson au chocolat

Die Rezepte stammten teils aus französischen Backbüchern, oftmals aber auch aus dem Internet. So wie das für die Cannelés, die Amany (12) beigesteuert hat, und die Tarte au chèvre et tomates von Eva, eine Art vegetarische Quiche. Daneben gab es Brioche, Madeleine, Macarons, Waffeln und andere Leckereien.

Auch eine Saucisson au chocolat wurde hergestellt, die von außen ein wenig wie eine Salami mit Edelschimmel auf der Haut wirkt und innen mit Nüssen und Marshmallows aufwartet. Und nicht zuletzt, sehr aufwendig, Galette des Rois: eine Blätterteig-Pastete mit Marzipan-Nuss-Füllung und einer Walnuss als Überraschung. „Früher wurde das mit einer Bohne gemacht“, erklärte Amany. „Wer sie findet, ist eine Art König.“ Das sei ein typisches Gebäck rund um die Dreikönigstage.

Und das Beste war, dass sich die Schüler nach der zweiten großen Pause über ihr Buffet hermachen durften. So hatten sie selbst auch etwas davon. Geschmacklich war das schon ein besonderes Erlebnis, fand Johannes. „Es ist ungewohnter und süßer.“ So lecker das aber auch war, dem deutschen Süßgebäck will er nicht abschwören.

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