Verkehrsplanung: Kritik an Umbauplänen zur Lingsgasse in Lengsdorf

Verkehrsplanung : Kritik an Umbauplänen zur Lingsgasse in Lengsdorf

Die Verlegung der Bushaltestelle sorgt für Unverständnis bei Kommunalpolitikern. Die Gasse wird immer wieder zum Nadelöhr, weil Autos und Busse kaum aneinander vorbeikommen.

Die Stadt hat eine neue Vorlage für den Umbau der Lingsgasse in Lengsdorf ausgearbeitet. Hardtberger Kommunalpolitiker sehen allerdings Klärungsbedarf bei zentralen Punkten. Dass die Verbreiterung der gerade zu Stoßzeiten sehr engen Gasse erfolgen muss, steht dabei nicht zur Disposition.

Es geht vielmehr um die Details. Die Stadt schlägt dem Planungsausschuss und der Hardtberger Bezirksvertretung die barrierefreie Verlegung der Bushaltestelle „Lengsdorf Kirche“ zwischen den Einfahrten zur Uhlgasse und zur Lingsgasse in die Lingsgasse vor. „Mir leuchtet nicht ein, warum wir eine Haltestelle ausgerechnet in die dann verbreiterte Straße verschieben sollen“, erklärte der Planungspolitiker Bert Moll (CDU). Er will für die kommenden Sitzungen einen entsprechend lautenden Änderungsantrag vorlegen. An eben dieser Stelle sieht auch Dominik Loosen (SPD) weiteren Klärungsbedarf. „Wir haben noch die ein oder andere Frage, aber es ist uns schon wichtig, dass wir die Verbreiterung so schnell wie möglich umsetzen“, erklärte Loosen. Vor allem sorge er sich, weil die Lingsgasse für viele Kinder auf dem Schulweg liege.

Die Grünen beraten noch, wie sie zu den Vorschlägen der Stadt stehen. Persönlich halte sie den Ausbau für unterstützenswert, sagte Gertrud Smid (Grüne) auf Anfrage: „Es ist ein altes Projekt. Angesichts der Probleme mit Auto- und Busverkehr und passierenden Schülern ist die Umsetzung nötig.“

Dorfplatz ist vom Umbau betroffen

Wie berichtet, wird die Lingsgasse immer wieder zum Nadelöhr, weil Autos und Busse kaum aneinander vorbeikommen. Zugleich haben Fußgänger nur wenig Raum. Deshalb plant die Stadt eine Verbreiterung der Straße und damit eine klarere Gliederung der Flächen für Autofahrer und Fußgänger. Nach heutigen Richtlinien schlagen die Planer eine Gesamtbreite von 11,50 Meter vor, 6,50 Meter für die Fahrbahn, jeweils 2,50 Meter für die Gehwege auf beiden Seiten. Am Knotenpunkt Lingsgasse/Lengsdorfer Hauptstraße wäre ein Eingriff in den Bereich des Dorfplatzes verbunden. Im städtischen Haushalt sind für die Baumaßnahme 170.000 Euro veranschlagt. Die Verbreiterung könnte aus der Pauschale für den öffentlichen Nahverkehr bezahlt werden, weil sie den ÖPNV verbessert. Aus nicht ausgegebenen Mitteln der Entwicklungsmaßnahme Hardtberg stehen 30.000 Euro zur Verfügung.

Was die Vorplanung verzwickt macht, ist eine aus statischen Gründen notwendige unterirdische Stützmauer. Die Stadt könnte sie selbst bauen und müsste pro Meter bis zu 1500 Euro aufbringen. Da aber ein Investor an der Lingsgasse ein Mehrfamilienhaus bauen will und eine Tiefgarage plant, hatte man gedacht, man könne beide Projekte miteinander verbinden. Die Außenmauer der Garage könnte statt der Stützwand für die Befestigung sorgen. „An dieser Stelle bin ich von der Verwaltungsvorlage enttäuscht, weil es hier offenbar noch keine Lösung gibt“, so Moll.

Er habe nach der langen Vorlaufzeit erwartet, dass die Stadt dezidiert darstelle, ob man mit dem Investor in den Verhandlungen weitergekommen sei, denn so ließe sich viel Geld sparen (nach Berechnungen der Stadt insgesamt 100.000 Euro). Die Vorlage deutet an, dass der Bauherr seine eigentliche Grundstücksgrenze zur Lingsgasse hin mit dem unterirdischen Bau übertreten dürfte, wenn die Stadt dafür keine eigene Stützmauer errichten müsste. Derzeit sei jedoch zeitlich nicht absehbar, ob und wann der Bauantrag des Investors genehmigungsfähig sei, heißt es in der Vorlage.

Für den Umbau müssten laut Stadt 13 Bäume, vorwiegend Robinien, entfernt werden. Sie prüft derzeit, ob Ersatzpflanzungen auf dem angrenzenden Dorfplatz möglich wären. Sobald die Kommunalpolitik die Vorplanung beschließt, bereitet die Stadt eine Bürgerinformation vor.