Ärger über Öffentlichen Nahverkehr: Kritik an Bus und Bahn auf dem Hardtberg

Ärger über Öffentlichen Nahverkehr : Kritik an Bus und Bahn auf dem Hardtberg

Der Duisdorfer Leon Schwarze von den Jusos ärgert sich über den Nahverkehr im Bonner Stadtbezirk Hardtberg. Den Bau der Hardtbergbahn hält er für unverzichtbar.

In Zeiten, in denen Bürgerinitiativen für ihre individuellen Ziele streiten, gibt es auch den Gegenentwurf – junge Leute, die sich für das Gemeinwohl engagieren und sich in Jugendorganisationen der etablierten Parteien einbringen. Leon Schwarze aus Duisdorf ist einer von ihnen. Er war schon immer politisch interessiert und wollte etwas bewegen. Früher in der Schülermitverwaltung, jetzt auf kommunaler Ebene im Stadtbezirk Hardtberg. Dazu braucht es aber Posten und Mandate, weiß der 20-Jährige, der seit November als sachkundiger Bürger für die SPD im Bonner Schulausschuss sitzt und auch auf dem Hardtberg als Stellvertreter des Vorsitzenden Wolfgang Groß gewählt ist. „Bei den Jusos bin ich aber einfaches Mitglied ohne Amt“, sagt er.

Vor zwei Jahren hat Schwarze Abitur am Hardtberg-Gymnasium gemacht und interessiert sich für die Sachverhalte, die um ihn herum passieren. Der junge Mann, der noch bei den Eltern wohnt, bringt die Themen aufs Tapet, die auch viele andere junge Bonner umtreibt – Verkehr, Wohnen und Freizeit – und äußert deutlich seine Meinung dazu.

„Das Auto hat für den Innenstadtverkehr keine Zukunft“, sagt er. „Man braucht in Bonn kein eigenes Auto.“ Das Auto habe bei jungen Leuten auch nicht mehr einen so hohen Stellenwert wie früher. Mit dem Semesterticket kommt der Student gut von Duisdorf nach Poppelsdorf und Endenich. Viele seiner Komilitonen sind ebenso wie er auf den ÖPNV angewiesen. „Aber Bus und Bahn machen in Bonn keinen Spaß“, findet er. Genau wie Christian Weiler von der Jungen Union hält er den Bau einer Hardtbergbahn für unverzichtbar für den Bonner Westen und den Nahverkehr. Bis dahin brauche es aber mehr Bussonderspuren auf den Straßen. Das 365-Euro-Ticket hält er für „hirnrissig“, weil es nur für SWB-Neukunden erhältlich ist. Von dem Konzept für „Lead City“ Bonn ist er enttäuscht und findet, dass für den ÖPNV in der Bundesstadt nur das Nötigste getan werde.

In Zeiten, in denen Studienkollegen für ein 18-Quadratmeter-Appartement in eine privaten Studentenwohnheim knapp 500 Euro zahlen müssen, ist für den Juso-Mann die Schmerzgrenze überschritten. „Aber es ist keine Entspannung in Sicht.“ Es brauche mehr öffentlich geförderten Wohnraum, eine Stärkung der städtischen Wohnungsgesellschaft Vebowag und eine Quote für alle Neubauten in Bonn. Aktionen von den Jusos sind eher selten. Es gebe einen monatlichen Stammtisch, bei dem inhaltlich über Themen diskutiert werde. Bei Wahlkampfaktionen helfen sie und unterstützen die Mutterpartei. Seine Heimatstadt Bonn mag der in Köln geborene Student mit Berufsziel Gymnasiallehrer gerne. Aber in Sachen Freizeit könnte mehr für junge Leute angeboten werden. „Das Angebot in Duisdorf ist generell überschaubar. Wenn man als junger Mensch ausgehen will, muss man schon mindestens nach Endenich oder Poppelsdorf fahren.“

Ob Leon Schwarze bereits für die Kommunalwahl 2020 für ein Mandat kandidiert, ist für ihn noch unklar, aber eine Option. „Mich reizt an der Kommunalpolitik die Vielfalt.“ Und in einer Partei habe man die größten Chancen, etwas zu bewegen. Dass es die SPD wurde, war für ihn schnell klar, nachdem er das Wahlprogramm gelesen hatte.

In weiteren Artikeln stellen wir die Nachwuchsarbeit der anderen Parteien für den Stadtbezirk Hardtberg vor.

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