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Überweg wird geändert: Konrad-Adenauer-Damm soll eine Fußgängerampel bekommen

Überweg wird geändert : Konrad-Adenauer-Damm soll eine Fußgängerampel bekommen

Immer wieder gibt es gefährliche Situationen auf dem Konrad-Adenauer-Damm, weil Fußgänger über die Fahrbahn gehen. Die wenigsten nutzen die dafür angelegte Brücke. Die wird nun wahrscheinlich umgebaut.

Man muss nur lange genug stehen bleiben oder auf einen Regenguss warten, dann sieht man es: Fußgänger zwischen Medinghoven und Duisdorf benutzen nicht die Fußgängerbrücken, sondern eilen ungesichert über den Konrad-Adenauer-Damm – eine viel befahrene Durchgangsstraße, auf der die Autos auf vier Spuren mit 70 Stundenkilometern und teils auch schneller unterwegs sind.

Das ist gefährlich, und wird es erst recht, wenn erst auf dem Bolzplatz gegenüber der Tüv-Prüfstelle die neue, achtgruppige Kindertagesstätte entsteht. Spätestens dann gilt es zu verhindern, dass es weiter zu diesen gefährlichen Überquerungsszenen auf dem Adenauer-Damm kommt.

Eine neue Fußgängerampel soll her, deshalb haben sich die Politiker des Bezirks am Dienstag vor Ort getroffen, um sich über den richtigen Standort der Signalanlage zu informieren. Hintergrund ist auch, dass die Spindel der vorhandenen Fußgängerbrücke zu steil ist und nicht mehr den heutigen Bestimmungen entspricht.

„Dort einen Kinderwagen hochzuschieben, ist eine Zumutung“, sagte SPD-Ratsfrau Gabi Meyer. Sie war die erste, die Anfang 2019 auf das Problem aufmerksam gemacht hatte und zuerst nur Kopfschütteln erntete. Aber auch die CDU sieht das inzwischen so. „Barrierefrei ist das hier nicht“, stellte Christoph Schada aus Lengsdorf fest und spielte damit auf Solo-Rollstuhlfahrer an, für die die steile Spindel quasi unbenutzbar ist.

Die Stadt hat die Sache untersucht und festgestellt, dass die Spindel mit mehr als sechs Prozent zu steil ist und zumindest überarbeitet werden müsste. Würde man eine zusätzliche Rampe bauen, müsse diese bis hinter das Tüv-Gelände reichen, erklärte Manfred Eckel vom Tiefbauamt die Schwierigkeit.

Zwei Bürger, die bei der Ortsbesichtigung den Sinn der neuen Fußgängerampel in Frage stellten, weil die Medinghovener seit über 30 Jahren die Brücke ohne Probleme nutzen, werden mit ihrer Auffassung keine Berücksichtigung finden, stellte sich schnell heraus. Gleichwohl vertagten die Politiker später in der Sitzung den Baubeschluss für die Fußgängerampel. So soll die Stadt noch klären, ob zusätzlich eine Fußgängertreppe an die Spindel gesetzt werden kann. Aber auch ohne diese werden die Kosten für die neue Ampel auf insgesamt 45.000 Euro geschätzt.

Um den Bau der neuen Groß-Kita kommt Bonn jedenfalls nicht herum. In Medinghoven gibt es bei Weitem zu wenig Kindergartenplätze, um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab einem Jahr zu erfüllen. Durch den Neubau am Tüv fällt übrigens ein Großteil des bisherigen Bolzplatzes weg.