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Neuerungen im Brüser Dorf: Kletterparadies erweitert

Neuerungen im Brüser Dorf : Kletterparadies erweitert

Die nächste Saison im Brüser Dorf startet mit neuen Angeboten. Neben dem Anbau des Kletterparks und einem Trampolin gibt es auch ein "Brandopfer".

Für Kinderherzen und -hände ist der Aktivspielplatz Brüser Dorf am Rande des Kottenforsts ein kleines anarchistisches Paradies: Hier, auf dem Gelände mit Klettergeräten, Seilrutsche und Spielhaus, kann der Nachwuchs nicht nur nach Belieben toben, sondern auch (unter der Aufsicht eines Pädagogen) nach Gutdünken Basteln und Werkeln. „Wenn die Kinder eine Hütte bauen wollen, dann stellen wir ihnen eben Hämmer und Nägel dahin“, sagt Leiter Jean-Pierre Zaun und lacht.

„Natürlich haben wir immer ein Auge auf das, was hier passiert, und wir erklären den Kindern ganz genau, worauf sie achten müssen – aber wir wollen sie nicht in Watte packen. Ganz im Gegenteil sehe ich in dem bewussten Umgang mit Gefahren den höchsten Bildungsauftrag. Wenn ich den Kindern zeigen kann, wie sie verantwortungsvoll handeln, habe ich viel erreicht.“

Das kommt an, auch bei der Stadt Bonn, die nach mehreren Kürzungen in den vergangenen Jahren jetzt die öffentlichen Zuschüsse wieder leicht erhöht hat. „Ab kommendem Jahr können wir etwa 120 statt bislang 60 Tage im Jahr öffnen, auf jeden Fall drei Tage pro Woche im Sommer und zwei im Winter“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Brüser Dorf Bonn, Gerald Möller. „Wir hoffen, dass wir noch jeweils einen Tag pro Woche draufpacken können – dazu sind wir noch in Verhandlungen mit der Stadt.“

Zugleich haben der Verein und die Jugendfarm Bonn, die als professioneller Träger agiert, das Gelände aufgewertet. Der Klettergarten wurde erneut erweitert, ein neues Riesentrampolin und ein Großkettcar angeschafft sowie eine Drainage installiert, um die bei starken Regenfällen sonst gerne mal überflutete Mulde unter der großen Seilbahn trockenzulegen. „Wir haben dafür unter anderem Spenden von Elsa Funk-Schlör, die die Konzertreihe 'Brüger Berger Konzerte in E' leitet, sowie von der St. Hubertus Schützenbruderschaft Duisdorf verwendet“, erklärt Möller. „Über solche Zuwendungen freuen wir uns immer sehr, da wir ansonsten doch massiv von der städtischen Förderung abhängig sind.“

Am vergangenen Wochenende blieb das Brüser Dorf aber weitgehend ungenutzt. Zu viele Veranstaltungen, zu hohe Temperaturen, geöffnete Freibäder – dagegen kam der Aktivspielplatz nicht an. „In den Sommerferien haben wir normalerweise gut 100 Kinder hier“, sagt Zaun während der Verbrennung einer Skulptur, die beim letzten Derletalfest entstanden ist und jetzt gewissermaßen als Brandopfer dient. „Heute haben wir halt Pech. Aber für die Herbstferien empfiehlt es sich, sich frühzeitig anzumelden.“