Behördenposse: Kleidercontainer blockiert Parkplatz in Duisdorf

Behördenposse : Kleidercontainer blockiert Parkplatz in Duisdorf

Die Stadt reagiert erst nach acht Monaten auf die Beschwerde von Bürgern und lässt den Container entfernen.

An manchen Stellen in Bonn reichen für Autofahrer schon, ein paar Minuten im absoluten Halteverbot zu parken, um ein Knöllchen zu bekommen. Jeder, der sich über diese Schnelligkeit der Politessen schon einmal geärgert hat, dürfte sich über die Langsamkeit der Ordnungsbehörde in diesem Fall wundern. In Duisdorf stand nämlich ein Altkleidercontainer lange Zeit auf einem öffentlichen Parkplatz an der Villemombler Straße, ohne dass die Stadt das verhindert oder ihn abtransportiert hat.

„Der Umwelt zuliebe“, so war an dem Container zu lesen, wurden darin Altkleider und Schuhe gesammelt. Aber nicht von der Stadt Bonn, der Auftraggeber der Sammlung ist unbekannt. Wer auch immer es war, er hatte den Container einfach auf dem Parkplatz abstellen lassen. Seitdem steht er da, und das seit bald einem Jahr. Erst in dieser Woche verschwand er.

Das ist einem aufmerksamen Bürger aus Lengsdorf zu verdanken, dem die lange Standzeit nicht entgangen ist. „Ist es eine Posse oder ein Versagen der Stadt Bonn?“, fragte er sich seitdem und wandte sich an den General-Anzeiger, um die „unendliche Geschichte“ zu erzählen.

Grundsätzlich findet der Mann Altkleidercontainer ja auch nützlich. „Aber wie sieht es mit Containern aus, die rein kommerziellen Zwecken dienen und illegal einen Parkstreifen blockieren?“ Um eine solche kommerzielle Sammlung scheint es sich im vorliegenden Fall nämlich zu handeln, ein Hinweis auf den Aufsteller ist nicht zu sehen.

Lage Zeit passierte gar nichts

Jedenfalls: „Der Container blockiert dort den ohnehin sehr knappen Parkraum“, findet der Lengsdorfer, der immer wieder auf seiner Parkplatzsuche dort vorbei fuhr. Deshalb hat er schon vor geraumer Zeit den Stadtordnungsdienst, der in Duisdorf die Falschparker verwarnt, persönlich darauf hingewiesen. Die Antwort vor Ort: Dafür seien die Knöllchenjäger nicht zuständig, berichtet der Mann und wunderte sich, dass die Stadt nicht dankbar war für derartige Informationen.

Nächster Akt: „Seit acht Monaten mache ich mehrfach in E-Mails auf den Container aufmerksam“, berichtet er. Erste Reaktion der Stadt: keine. Erst auf wiederholtes Nachhaken kam dann im August die Bestätigung aus dem Bürgeramt: „Bei der von Ihnen angezeigten Abstellung eines Altkleidercontainers handelt es sich um eine unerlaubte Sondernutzung. Mangels Kenntnissen über den Aufsteller muss der Altkleidercontainer im Rahmen des Sofortvollzugs sichergestellt werden.“ Mit der Entfernung sei der entsprechende Fachbereich beauftragt worden, der es im Rahmen der personellen und materiellen Möglichkeiten durchführe. Passiert ist jedoch erst mal nichts, Sofortvollzug hin oder her. Der Container stand bis vor einigen Tagen noch an besagter Stelle, dann verschwand er im Laufe dieser Woche.

Die Hoffnung des Beschwerdeführers war, dass ein Bericht in der Zeitung hilft, dass der „Sofortvollzug“ vollzogen wird. Trotzdem treibt ihn auch eine ganz andere Befürchtung um: „Es ist wohl auszuschließen, dass die anonyme Firma, die den Container aufgestellt hat, nur diesen einen in ganz Bonn aufgestellt hat“. glaubt der Mann. Und hier beginne für ihn das Ärgernis, sagt er: „Wenn die Politessen nur Fahrzeuge in Parkverboten verwarnen, warum zählt das Aufspüren und Veranlassen der Beseitigung von derartigen Containern denn nicht zu deren Aufgaben?“ Warum das so geregelt ist und warum sie mehr als acht Monate brauchte, um den illegal abgestellten Container wegzuschaffen, konnte die Stadt Bonn am Freitag nicht erklären. Der Grund: Alle damit befassten Kollegen, die man fragen könne, seien am Freitag nicht im Dienst gewesen, sagte ein Sprecher des Presseamtes.

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