Stadt traut sich keine Prognose zu: Kindergarten an der Bahnhofstraße immer noch nicht fertig

Stadt traut sich keine Prognose zu : Kindergarten an der Bahnhofstraße immer noch nicht fertig

Der neue Kindergarten im Neubaugebiet an der Bahnhofstraße ist immer noch nicht fertig. Obwohl die Trägerschaft durch einen Verein schon beschlossen und sogar das Personal schon eingestellt ist, können sie mit der Kinderbetreuung noch nicht loslegen.

Die Hängepartie um die Öffnung des Kindergartens im Neubaugebiet an der Bahnhofstraße (früher Steinbach & Schäfer) geht auf unbestimmte Zeit weiter. Nachdem die Eröffnung schon mehrfach um Monate verschoben wurde, traut sich die Stadt inzwischen nicht mehr zu sagen, wann die Kinder einziehen können. "Eine Prognose, wann das Gebäude übergeben werden kann, ist aktuell nicht möglich", sagte eine Sprecherin des Presseamtes.

Das ist vor allem bitter für die jungen Familien, die damit geködert wurden, gleich neben ihrem Haus eine Kita zu bekommen. Eine Mutter, die ihre Tochter gezwungenermaßen jeden Tag in eine Alternativ-Kita nach Dransdorf bringen muss, ist trotz der fast eineinhalbjährigen Verzögerung der Eröffnung relativ entspannt: "Die Kita gleich nebenan zu haben, wäre natürlich absolut perfekt. Aber die Fahrerei ist kein Vergleich zu früher, als ich meine Tochter jeden Morgen von hier zur Kita nach Beuel fahren musste."

Trägerschaft geklärt und Personal schon eingestellt

Bitter ist die Entwicklung auch für Kurt Dauben, Geschäftsführer des Kleinen Muck. Der Verein übernimmt die Trägerschaft und hat auch längst das Kita-Personal eingestellt, kann aber noch nicht loslegen. "Das bedeutet für uns vor allem Zusatzkosten", sagt er und rechnet mit einem höheren fünfstelligen Betrag für die Personalkosten, auf dem sein Verein wohl sitzen bleiben wird. "Wir warten eigentlich nur auf grünes Licht", sagt er, nimmt aber zugleich die Stadt in Schutz: "Die kann ja nichts dafür." Er kann sich übrigens nicht vorstellen, dass die Verwaltung noch einmal einem solchen Investorenmodell zustimmt.

Der Investor, der das Kita-Grundstück gekauft hat, bekleckerte sich nicht mit Ruhm bei der Errichtung des Gebäudes. Wie berichtet, monierte die Stadt zu schmale Fluchttüren und -treppen und verweigerte die Abnahme. Das Problem wurde inzwischen gelöst, das Mobiliar ist aber immer noch nicht eingebaut. Mittlerweile hat der Investor weitere Restarbeiten erledigt, es sind aber immer noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen, berichtete das Presseamt. Insgesamt 1,8 Millionen Euro kostet die Stadt das Investment in die neue Einrichtung zur Kinderbetreuung in Lessenich.

„Wir haben ganz viele Ideen“

Unterdessen gehen die Außenarbeiten weiter. Drei Holztürme zum Spielen, auf die Kinder klettern können, sind installiert. Die Böden und Einfassungen warten noch auf die komplette Fertigstellung durch den Investor, die in Leipzig ansässige und 2015 zu diesem Zweck gegründete Torin Kitas Bonn GmbH.

Dauben vom Kleinen Muck bereut trotzdem nicht, dass sich sein Verein für die Trägerschaft beworben hat. "Das sieht vielleicht anders aus, wenn es sich noch zwei Jahre hinzieht. Wir freuen uns vielmehr darauf, wenn es endlich los geht", sagte er. "Denn wir haben ganz viele Ideen." Er habe auch das Gefühl, dass die Hindernisse zum Betrieb nicht mehr so groß sind. Eltern, die ihr Kind anmelden wollen, verweist Dauben an die Stadt. "Dort liegt die Warteliste, dort ist der Anlaufpunkt."

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