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Fahrbahn bleibt intakt: Kanal an der Alten Straße in Duisdorf wird saniert

Fahrbahn bleibt intakt : Kanal an der Alten Straße in Duisdorf wird saniert

Das Tiefbauamt der Stadt lässt den Kanal in der Alten Straße sanieren. Für die Arbeiten muss die Straße allerdings nicht aufgerissen werden – eine sogenannte Linersanierung macht es möglich. Zu einer Vollsperrung kam es dennoch.

Duisdorf ist seit vergangenen Montag um eine Baustelle reicher: Der Kanal in der Alten Straße wird durch das städtische Tiefbauamt saniert. Das Bauwerk sei sanierungsbedürftig, weshalb nun gehandelt werden müsse.

Insgesamt werden rund 152 Meter Kanal mit Durchmessern von 30 bis 40 Zentimetern bei dieser Maßnahme saniert. Die Arbeiter brauchen dafür vor Ort allerdings keinen Graben buddeln – die Fahrbahn bleibt also intakt. Laut dem städtischen Presseamt wird die sogenannte Linersanierung angewendet.

Neuer Gewebeschlauch ist mit speziellem Harz getränkt

„Bei Linersanierungen wird ein Gewebeschlauch in den Kanal eingebracht, der mit einem speziellen Harz getränkt ist“, erklärte Isabel Klotz vom städtischen Presseamt. Das Harzgemisch muss dann allerdings aushärten. Dies geschieht mit ultravioletten Licht. Der Schlauch hat exakt die Länge und den Durchmesser des Altrohres und wird quasi in diesen „eingeklebt“. Fachleute sprechen auch von einem „Rohr im Rohr“.

Die Sanierung erfolgt also über die vorhandenen Schachtöffnungen, durch die der Schlauch gezogen wird – große Bautätigkeiten sind übertage nicht zu sehen, nur Schilder, Arbeiter und ein Baufahrzeug.

Wenn Autofahrer nun hoffen, dass aufgrund der grabenlosen Bauweise auf langwierige Sperrungen und Umleitungen verzichtet werden kann, irren sich diese. Denn damit der Liner in den Kanal eingebracht werden kann, steht ein Spezialfahrzeug dafür unmittelbar über dem Kanalschacht. Das würde zwangsläufig zu einer Vollsperrung führen, sagte Klotz dem GA.

Allerdings, so beruhigte sie, sei dies voraussichtlich nur innerhalb dieser Woche nötig gewesen. „Das Fahrzeug kann dann seitlich versetzt abgestellt werden, so dass es sich nur noch um eine Einengung handelt, an der man vorbeikommt“, so Klotz.

Liner ist rund 3,5 Millimeter dick

So war es zumindest schon am Freitagnachmittag. Christian Faßbender von der Firma Troisdorfer Kanalsanierung konnte vor Ort mitteilen, dass der Liner bereits verlegt und auch schon getrocknet sei. Deshalb wurde die Vollsperrung zeitweise aufgehoben und die Fahrzeuge konnten an der Baustelle vorbeifahren.

Allerdings sind die Arbeiten damit noch nicht beendet. Mit Hilfe spezieller und ferngesteuerter Technik müssen noch die einzelnen Zuleitungen zu den Häusern in den rund 3,5 Millimeter dicken Liner gefräst werden. Dafür nimmt Faßbender in seinem Baufahrzeug Platz und steuert mit einem Joystick die Fräse zu den entsprechenden Stellen.

An der Fräse ist eine Kamera installiert, damit Faßbender das Werkzeug sehr genau ausrichten kann. Sobald er fräst, ist das Geräusch bis in den Wagen zu hören. Während er zusammen mit einem Kollegen die Arbeiten an einer Schachtöffnung auf der Kreuzung Alte Straße/Heilsbachstraße/Grimmgasse ausführt, sind weitere Kollegen mit ähnlichen Arbeiten am Ende der Alten Straße beschäftigt.

Die Baukosten für die Maßnahme betragen insgesamt rund 50 000 Euro. Anfang März 2020 wird die Baustelle laut städtischem Presseamt voraussichtlich abgeschlossen sein.