Schamotte-Fabrik verkauft: Ist Duisdorf dem Burgweiher-Carré jetzt endlich näher?

Schamotte-Fabrik verkauft : Ist Duisdorf dem Burgweiher-Carré jetzt endlich näher?

Vor zwei Jahren wurde das Projekt mit dem klingenden Namen "Burgweiher-Carré" zuletzt angefasst, doch seit inzwischen Jahrzehnten geht es damit in Duisdorf eigentlich nicht voran. Ein kleiner Schritt ist nun der Verkauf des Geländes, auf dem die alte Schamotte-Fabrik stand.

Burgweiher-Carré – der vielversprechende Name wurde vor zwei Jahrzehnten aus der Taufe gehoben. Seither taucht er wie ein Geisterschiff hier oder dort in der politischen Diskussion auf. Das umstrittene, umkämpfte, aber im Grunde von allen begrüßte Projekt einer städtebaulichen Planung für das unbebaute Areal hinter dem Rochuscenter hat zuletzt 2013 Wellen geschlagen. „Die letzte Chance“, titelte der General-Anzeiger damals. Das Projekt verlief im Sand. 2017 nahm die Politik den Faden noch einmal auf, die Verwaltung solle die verkehrliche und städtebauliche Vorplanung für Burgweiher und Burgacker aus der Schublade holen – keine Rückmeldung. Allerdings kam das Areal als „Hinterhof“ der Fußgängerzone und „Dreckecke“ immer wieder ins Gerede.

Jetzt könnte die Planung wieder Fahrt aufnehmen. Einen Anstoß gibt der Verkauf der ehemaligen Schamotte-Fabrik jenseits der Straße Am Burgweiher, Richtung Bahnlinie. Neuer Eigentümer des rund 7000 Quadratmeter großen Areals ist die KölnGrund, bestätigt der geschäftsführende Gesellschafter Wilhelm H. Pickartz auf Nachfrage des General-Anzeigers. Präferenz für das Grundstück habe Wohnungsbau, aber man sei noch in der Planung. Nachdem die Schamotte-Fabrik seit 2003 zum Verkauf stand, sehen CDU und Grüne in dem Eigentümerwechsel eine Chance zum erneuten Vorstoß für eine großflächigere Rahmenplanung und haben einen entsprechenden Antrag gestellt.

Kernflächen sind Parkplätze

„Aktuell gibt es mehrere Gründe, die Vorplanungen zur verkehrlichen und städtebaulichen Entwicklung der Straßen Am Burgweiher/Im Burgacker wieder aufzunehmen und sie in die Konzeption eines integrierten Entwicklungskonzeptes für Hardtberg einzubeziehen“, erläutert CDU-Planungssprecher Bert Moll. Kernflächen des Projektgeländes „Burgweiher-Carré“ sind ein städtischer und ein privater Parkplatz. Laut Moll sind die Eigentümer des privaten Parkplatzes derzeit mit Investoren für eine Bebauung im Gespräch. Zudem steht das angrenzende Gebäude des ehemaligen Majestic Clubs leer und ist für eine Nutzungsänderung vorgesehen.

„Aber es macht keinen Sinn, lediglich einzelne Grundstücke zu bebauen. Politik und Verwaltung müssen frühzeitig eine geeignete Rahmenplanung für das gesamte Areal aufsetzen“, so Moll. „Dabei sprechen wir sowohl von beiden Seiten entlang der Straße Am Burgweiher als auch von der Fußgängerzone und deren Anbindung den Burgacker.“ Eine andere Vorgehensweise würde nur zu „Stückwerk“ führen. Planungssprecher Moll befürchtet, dass ohne eine Gesamtbetrachtung aus der Vogelperspektive ähnliche Probleme auftreten würden wie 2013, an denen schließlich der Bau eines Einkaufszentrums mit Tiefgarage auf dem privaten wie öffentlichen Parkplatz gescheitert sind.

Vorgaben nicht mehr zeitgemäß

Zum Hintergrund: Zwar ist im Bebauungsplan, der die Nummer 7420-24 trägt, im Kerngebiet eine drei- und viergeschossige, geschlossene Bauweise vorgeschrieben, doch es besteht eine Einschränkung. Oberhalb des ersten Vollgeschosses ist nur eine Parkhausnutzung zulässig. Mit dieser Festsetzung sollte in der Vergangenheit Einzelhandelsnutzung im Stadtbezirkszentrum Duisdorf gesichert werden. Allerdings sind den planerischen Möglichkeiten damit Grenzen gesetzt.

Moll ist der Auffassung, dass diese Vorgaben „dringend überarbeitet werden müssen“ mit dem Ziel, „einerseits einer modernen und urbanen Entwicklung und andererseits den verkehrlichen Anforderungen an eine umweltgerechte Anbindung des Bezirkszentrums Rechnung zu tragen“. Keinesfalls dürfe es wie 2004 vom damaligen Investor geplant, zu einer zu starken Verdichtung des Gebietes zwischen den Straßen Im Burgacker und Am Burgweiher kommen.

Zudem sollte die Option einer weiteren Verbindung zur Fußgängerzone etwa auf Höhe der Schmittstraße berücksichtigt werden. Moll: „Das planerische Motiv sollte nicht allein der Bau von Wohnungen sein.“ Für die Zukunft benötige Duisdorf auch Flächen und Angebote für Dienstleistung und Gewerbe. „Der Verkauf des Geländes der ehemaligen Schamotte-Fabrik hinter dem Gebäude der Post/VR-Bank mit dem Ziel der rein wohnbaulichen Entwicklung führt zu einem weiteren Rückgang an Dienstleistungs- und Gewerbeflächen im Bezirkszentrum.“ Daher müsse mit einer frühzeitigen, ganzheitlichen Planung auf dem BurgweiherCarré ein Ausgleich geschaffen werden. Der Planungsausschuss wird sich am heutigen Mittwoch mit dem CDU/Grünen-Antrag zur verkehrlichen und städtebaulichen Planung des Areals „Am Burgweiher/Im Burgacker“ befassen.

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