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Bürgerprojekt in Bonn: Initiative will den Brüser Berg grüner machen

Bürgerprojekt in Bonn : Initiative will den Brüser Berg grüner machen

Eine Gruppe von Bewohnern des Brüser Berges will mehr bienenfreundliche Pflanzen für den öffentlichen Raum. Es werden noch Mitstreiter gesucht.

Das erste Treffen zum Bürgerprojekt „Blühender Brüser Berg“ im Nachbarschaftszentrum startete mit der Feststellung, dass sich ausschließlich ältere Bürger zusammengefunden hatten. Selbstkritisch machte man die frühe Uhrzeit am Nachmittag als möglichen Verhinderungsgrund für andere, jüngere Brüser Berger aus. Weder Berufstätige noch Schüler könnten zu dieser Tageszeit dabei sein, meinten einige. Dieser Planungsfehler soll fürs nächste Treffen ausge­merzt werden. Denn die Projektgruppe braucht mehr Unterstützer, war man sich einig.

Immerhin hatten sich neun Bürger eingefunden. Keine Frage, der Plan für den „Blühenden Brüser Berg“ soll umgesetzt werden. Nun geht es um das Wie. Um die Rahmenbedingungen zu klären, also, was im öffentlichen Raum überhaupt erlaubt und möglich ist, war eigentlich ein Mitarbeiter des Amts für Stadtgrün angekündigt. Er war allerdings nicht gekommen. Das fanden die Projektteilnehmer bedauerlich, denn sie erhoffen sich eine zeitnahe Unterstützung von der Stadt.

Bepflanzung nicht bienen- und hummelfreundlich

Moderiert wurde die Gründungssitzung von Petra Grünwald-Schiffer. Sie ist im Nachbarschaftszentrum zuständig für die Koordination Ehrenamt. Im Nachbarschaftszentrum, das unlängst zehnjähriges Bestehen feierte, steht ein Pool von 126 ehrenamtlichen Kräften zur Verfügung, wie Grünwald-Schiffer erläuterte. Vermittelt werde alles – von der Hausaufgabenbetreuung über Nachbarschaftshilfe für Senioren bis hin zu Freizeitangeboten. „Meine Aufgabe ist es, Menschen zusammen und gemeinsame Themen auf den Weg zu bringen“, sagte sie. Ein Beispiel ist das Bürgerprojekt „Blühender Brüser Berg“.

Den Anstoß hatte Sabine Kraska gegeben. Über Berlin und Neuwied kam sie vor einem Jahr auf den Brüser Berg. Die Neubonnerin war begeistert von den Grünanlagen im Stadtteil. Allerdings stellte sie fest, dass die Bepflanzung nicht gerade bienenfreundlich ist und hummelfreundlich erst recht nicht. Bereits im vergangenen Herbst initiierte Kraska eine erste Aktion. An der Borsigallee wurden rund 800 Blumenzwiebeln gesteckt, die hoffentlich bald in Blüte stehen. Die meisten jedenfalls. Denn Kraska hat beobachtet, dass Hunde Zwiebeln ausbuddelten.

„Die Bewohner empfinden den öffentlichen Raum nicht als ihr Zuhause. Das ist ein Grund, warum sie wenig pfleglich damit umgehen“, analysiert Kraska. Daher sei es wichtig, mehr Mitbürger für gemeinsame Projekte zu gewinnen. Dann wachse auch das Verantwortungsgefühl. Andere Teilnehmer machten diese Wechselwirkung am Thema Müll fest, der viele Gehwege und Beete unschön säume. „Wenn beispielsweise Schulkinder bei der Gestaltung eines Beetes mitgeholfen haben, dann werden sie sicher nicht ihren Abfall da entsorgen“, meinte eine Teilnehmerin.

An Ideen mangelte es den Projektteilnehmern nicht. So soll die Borsig­allee mit verschiedenartigen insektenfreundlichen Stauden bepflanzt werden. Eine Gruppe will die Geschäftsleute fragen, ob sie bepflanzte Kübel aufstellen wollen. Für das Projekt soll auch in den Schulen geworben werden. Außerdem sollen Fördergelder beantragt werden. Allerdings stockte der Tatendrang immer wieder an der Frage: Was dürfen die Bürger  im öffentlichen Raum machen? Der Fachmann von der Verwaltung, der dazu Auskunft geben könnte, soll deshalb noch einmal zum nächsten Treffen eingeladen werden.

Der Termin für das nächste Treffen der Initiative „Blühender Brüser Berg“ ist Mittwoch, 11. März, ab 18 Uhr im Nachbarschaftszentrum an der Fahrenheit­straße 49.