15.000 Euro für neue Spielgeräte: Holzkühe in Dransdorf werden erneuert

15.000 Euro für neue Spielgeräte : Holzkühe in Dransdorf werden erneuert

Die fünf Holzkühe im Dransdorfer Grünzug nahe der Andreas-Schönmüller-Sportanlage werden erneuert. Die Figuren befinden sich in desolatem Zustand.

Die fünf Holzkühe im Dransdorfer Grünzug nahe der Andreas-Schönmüller-Sportanlage werden erneuert. Das hat am Dienstagabend die Bezirksvertretung Bonn in ihrer Sitzung beschlossen. Die Kühe befinden sich in einem desolaten Zustand. Die Farbe blättert ab, die Hörner und Ohren fehlen, das Holz ist beschädigt - ein Blickfang sind sie längst nicht mehr. Die Kühe sind vor allem bei Kindern sehr beliebt, die diese als Spielgeräte nutzen. Seit September 2003 stehen die Holzkühe auf der rund 21 Hektar großen Fläche zwischen Grootestraße und Roisdorfer Weg. Eine Kuh wurde allerdings in der Vergangenheit gestohlen, so dass derzeit nur vier Holzkühe in Dransdorf stehen.

Günstig wird die Anschaffung der Holzskulpturen allerdings nicht. Die Neuanschaffung wird mit rund 15 000 Euro zu Buche schlagen. Die hohen Kosten waren in der Bezirksvertretung auch einer der Streitpunkte. "Ich habe eine gewisse finanzielle Grenze für Spielgeräte - für fünf Holzkühe finde ich 15 000 Euro nicht in Ordnung", sagte Elmar Conrads-Hassel von der FDP. Kopfschütteln auch bei Hanno von Raußendorf, der für die Linken in der Bezirksvertretung sitzt. "Mir will es nicht in den Kopf gehen, dass es in ganz Bonn keinen Schreiner und keinen Sattler gibt, der die Holzkühe kostengünstig reparieren kann", so von Raußendorf.

Der SPD-Stadtverordnete Stephan Eickschen hatte den Antrag für eine Erneuerung der Kühe in der Bezirksvertretung eingebracht. Im Vorfeld wunderte er sich vor allem über die hohen Kosten, die die Verwaltung aufrief. 2011 wurden die Kühe schon einmal ausgetauscht. Damals kostete der Austausch insgesamt 7300 Euro. Nun soll der Austausch mehr als doppelt so viel kosten. "Wie kann es sein, dass die Anschaffung 2011 7300 Euro gekostet hat und nun gleich 15 000 Euro? Eine Erklärung ist die Verwaltung bislang schuldig geblieben", sagte Eickschen dem GA im Vorfeld der Bezirksvertretung. Die Erklärung lieferte am Dienstagabend dann Jonas Michels von der Bauabteilung II der Stadt. "Die Modelle, die wir nun in den Blick genommen haben, sind nicht mehr so anfällig für Vandalismus", erklärte Michels. Demnach habe sich die Stadt drei verschiedene Angebote eingeholt, das Beste würde 15 000 Euro kosten. Die Kühe hätten nun ein Stockmaß von 1,20 Meter. "Das Problem ist, dass jeder Hersteller eine anderes Produkt hat", so Michels. "Die eine Kuh" würde es nicht geben, so dass man vergleichen kann. Ersatzteile für die vorhandenen Kühe würde es auch nicht geben. Die neuen Kühe könnte man nun nicht mehr so leicht kaputtmachen, erklärte Michels. Grund dafür sei die Bauweise. Beispielsweise seien Bauteile wie Ohren, Schwanz und Euter nicht mehr so gestaltet, dass sie schnell abbrechen können. So könnten auch in Zukunft Reparaturkosten gespart werden. David Lutz von der CDU war nicht vollends überzeugt. "Ich kann mir für Kinder spannendere Spielgeräte vorstellen, als eine Kuh", so Lutz. Daher fragte er, ob es nicht andere Spielgeräte gibt, die man stattdessen dort hinstellen könnte. Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners (Grüne) erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Kühe damals eigentlich nicht als Spielgerät aufgestellt worden seien. "Die Kuhherde sollte eigentlich eine Dekoration für den Grünzug sein", sagte Poppe-Reiners. "Für 15 000 Euro ist das eine sehr teure Deko", erwiderte Lutz kopfschüttelnd.

Dennoch wurde der Antrag der SPD mit einer Mehrheit angenommen, so dass die Kühe neu angeschafft werden. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Antragssteller Stephan Eickschen. Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres könnte die neue Herde installiert werden. Die Finanzierung ist indes noch unklar, da über diese im nicht-öffentlichen Teil der Bezirksvertretung verkündet wurde. Im sogenannten "Feuerwehrtopf" der Bezirksvertretung ist auf jeden Fall kein Geld für die Kühe vorhanden, wie die Verwaltung mitteilte.

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