Nähcafé der Awo: Hobbyschneiderinnen nähen gemeinsam in Duisdorf

Nähcafé der Awo : Hobbyschneiderinnen nähen gemeinsam in Duisdorf

Einmal im Monat treffen sich bei der Arbeiterwohlfahrt in Duisdorf Nähbegeisterte. Die Teilnehmerinnen tauschen Ideen aus und geben sich gegenseitig Tipps.

Es gibt einen Hashtag für Nähbegeisterte: Unter #nähenmachtglücklich sind inzwischen mehr als 900.000 Bilder auf Instagram gesammelt. Diese Aussage würden garantiert auch alle Teilnehmer des Nähcafés „Heiße Nadel“ der Arbeiterwohlfahrt Duisdorf (Awo) unterschreiben. Seit Januar gibt es diesen Treff einmal im Monat. In entspannter Atmosphäre kann in Ruhe genäht und sich ausgetauscht werden.

Wer mitmacht, bringt einfach seine Nähmaschine und Utensilien wie Stoffe oder Schnittmuster mit und kann dann vor Ort seine Ideen umsetzen. Bereits zum zweiten Mal dabei ist Alexandra Nolden. Sie möchte gerne regelmäßig kommen, „weil ich das schöner finde, mich auszutauschen und nicht alleine zu Hause zu nähen“. Seit ein paar Jahren näht sie in ihrer Freizeit und hat sich alles selber beigebracht. Da ist es praktisch, dass es im Nähcafé immer auch Tipps und Anregungen von Anderen gibt. Ganz frisch fertig ist ein graues Oberteil mit glitzernden Sternen, aber das nächste Projekt steht schon fest: Ein Kleid soll es werden. Für Nolden ist Nähen auch ein guter kreativer Ausgleich zum Bürojob.

Learning by Doing

Wie Nolden gibt es inzwischen immer mehr Interessierte, die regelmäßig das Nähcafé der Awo besuchen. Betreut werden sie von Barbara Naß. Sie ist schon lange mit der Awo verbunden. Angefangen hat für die Juristin alles mit ehrenamtlicher Beratung. „Die Anbindung an die Awo ist eigentlich immer geblieben.“ Auch das Nähen ist schon lange Teil ihres Lebens. Von ihrer Großmutter hat sie die Grundlagen gelernt, die neben dem Nähen zum Beispiel auch das Erstellen von Schnittmustern umfassen. Und auch bevor es das Nähcafé gab, hat sie bereits Kurse gegeben. Mit einer Verbreiterung des Awo-Angebots entstand dann der Nähtreff.

Dessen Konzept der gleichen Augenhöhe ist für Naß auch viel spannender: „Nähen lebt von Erfahrungen“, und da sei es entscheidend diese Erfahrungen und Kenntnisse auch auszutauschen. Der Reiz am Nähen ist für Naß auch gerade das Learning by Doing. Im Café kommt jeder mit seinen Ideen und Projekten und ist dann bei der Umsetzung aber nicht allein. Da wird gemeinsam natürlich handwerklich gearbeitet, aber auch zusammen am Design von Kleidungsstücken getüftelt.

Und natürlich wird zwischendurch gequatscht oder ein Kaffee getrunken. Das Ganze wird auch gut angenommen, inzwischen seien regelmäßig fünf bis sechs Leute da. Und an Ideen mangelt es Naß und den Näherinnen sicher nicht: „Schön wäre auch ein Gemeinschaftsprojekt zum Beispiel zu Weihnachten. Darüber müssen wir mal nachdenken“, sagt sie lachend. Schon vor den Treffen werden Anregungen unter den Näherinnen per E-Mail ausgetauscht, sodass sich jeder gut vorbereiten kann.

Das nächste Treffen ist bereits in Planung: Angepeilt ist der 4. Mai ab 10 Uhr im Awo-Stadtteiltreff in Duisdorf, zentral an der Fußgängerzone Rochusstraße gegenüber der Kirche St. Rochus gelegen.

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