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Nachbarschaftszentrum: Hier trifft sich der Brüser Berg

Nachbarschaftszentrum : Hier trifft sich der Brüser Berg

Das Nachbarschaftszentrum ist im zehnten Jahr bei den Brüser Bergern sehr beliebt. Jede Woche kommen dorthin in etwa 400 Besucher.

Neubürger, Senioren, Flüchtlinge aus Syrien, Spätaussiedler, Familien mit Kindern: Der Brüser Berg ist multikulturell und eine beliebte Wohnadresse in der Stadt. Durch verschiedene Bildungs-, Betreuungs- und Sportangebote sowie den Zugang zu einer lebendigen Kunst- und Kulturszene ermöglicht das Nachbarschaftszentrum (NBB) die Teilhabe aller Bewohner des „Bonner Balkons“ am gesellschaftlichen Leben – unabhängig von Alter, Bildung, kulturellem Hintergrund oder individueller Lebenssituation.

Dies wäre allerdings ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich. Gehörten 2009 bei der Eröffnung des Nachbarschaftszentrum noch 25 freiwillige Helfer zum Team, so waren es 2017 bereits 124. Die Bezirksvertretung Hardtberg wird sich in der ihrer Sitzung am 19. Juni mit dem Tätigkeitsbericht des Zentrums 2017 beschäftigen.

Ein Grund für die große Akzeptanz ist sicher auch der Standort. Denn das Nachbarschaftszentrum in Trägerschaft des Diakonischen Werks ist räumlich und sozial eingebettet im Stadtteil. Die katholische und evangelische Kirche, die Stadtteilbibliothek, die Sozialberatung und das Jugendzentrum sowie Schulen und Kindertagesstätten sind in unmittelbarer Nähe untergebracht, ebenso eine Auswahl verschiedener Geschäfte. Damit das Nachbarschaftszentrum von allen erreicht wir, sind die Räume und Zugänge behindertengerecht und barrierefrei. Geleitet wird das NBB von Gieslint Grenz. Rund 400 Besucher kamen im vergangenen Jahr pro Woche in die Fahrenheitstraße. Zum Angebot gehören beispielsweise Mittagstisch, Frühstücksrunde, Sprach-, Sing- und Bewegungskurse speziell für Senioren, Vorträge sowie kulturelle Veranstaltungen, Sprechstunden, Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe für Kinder sowie Sprachkurse für Menschen mit Migrationshintergrund. In vielen Veranstaltungen wurden Kultur, Bildung und Genuss miteinander verbunden oder das Knüpfen neuer soziale Kontakte gefördert.

Von Kochkursen bis zum Kartenspielen

So werden regelmäßig Kräuterwanderungen und Kochkurse organisiert, Bridge, Skat und Doppelkopf gespielt, Workshops zu Musik und Malerei initiiert, Stimmbildung und singen geübt und Gesprächskreis über Literatur und Philosophie organisiert. Seit Neuestem gibt es zudem eine Nachbarschaftshilfe, um gerade den älteren Bewohner des Stadtteils Hilfen im Alltag anzubieten. „Auf Wunsch wird ihnen vorgelesen, oder wir begleiten sie zum Einkaufen oder zum Arzt und gehen gemeinsam spazieren“, erläutert Grenz. Unter der Prämisse, dass das Nachbarschaftszentrum ein Treffpunkt und Ort der Begegnung für alle Brüser Berger ist, wurden 2017 seitens der Stadt in zwei Gruppenräumen „Schallsegel“ installiert, um auch Älteren und Hörbehinderten die Teilhabe in den zuvor stark nachhallenden Räumen zu ermöglichen.

Um diejenigen zu erreichen, die den Weg ins NBB bisher nicht gefunden haben, wurden Veranstaltungsformate und Publikationen entwickelt, um Neubürger gezielt anzusprechen und auf den Treffpunkt hinweisen. Dazu gehören Flyer, die in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch sowie Türkisch und Arabisch erstellt wurden. Wie in den Vorjahren luden die ehrenamtlichen Helfer auch 2017 wieder Neubürger zu Spaziergängen durch den Ort ein.

Integration wurde in den zurückliegenden Monaten besonders großgeschrieben. So gibt es beispielsweise für Erwachsene kostenfreie Deutschkurse, die interkulturelle Frauenrunde ist ebenfalls sehr beliebt. Um das vielfältige Angebot auch in Zukunft sicherzustellen, wünscht sich Grenz eine ausreichende Finanzierung. Denn: „Die Finanzen sind immer ein Problem“, erklärt die Leiterin.