Hardtbergbahn wird zur Westbahn: Stadt plant mit neuem Namen

Planung mit neuem Namen : Projekt Hardtbergbahn heißt in Zukunft Westbahn

Alle Planungen einer Schienenverbindung vom Bonner Hauptbahnhof zum Brüser Berg in Form einer Hardtbergbahn haben sich bisher zerschlagen. Jetzt will die Stadt die Planung mit neuem Namen und frischen Ideen fortsetzen.

Wie lange träumt die Politik eigentlich schon von einer Schienenverbindung vom Bonner Hauptbahnhof zum Hardtberg? Bei der Entstehung des Brüser Berges wurden in den 1980er Jahren jedenfalls schon symbolisch Schienen in die Borsigallee eingelassen. Das war's dann aber auch.

Neue Machbarkeitsstudie in Arbeit

Alle Planungen und Varianten - ob oberirdisch oder mit Tunneln - haben sich seither zerschlagen, manche wie die Tunnellösung durch die Weststadt sind auch am Protest der Bevölkerung gescheitert. Weil Politik und Verwaltung das Projekt aber nicht ganz sterben lassen wollten, ist inzwischen wieder eine neue Machbarkeitsstudie in Arbeit. Sie untersucht fünf Varianten, welchen Weg die Bahn nehmen könnte und soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden. Mehr, als dass ausschließlich Schienenlösungen untersucht wurden, will die Stadt allerdings noch nicht bekannt geben. Zu den möglichen Trassen sagte Presseamts-Vizechef Marc Hoffmann noch nicht viel mehr. Die Machbarkeitsstudie soll fünf Varianten umfassen und wurde mit mehreren Untervarianten im Mobilitätsbeirat bereits am 5. Juni vorgestellt. "Dort wurde die Verwaltung gebeten, zwei weitere Variantenvorschläge in die Prüfung einzubeziehen", teilte die Stadt inzwischen in einer Stellungnahme mit.

Projekt trägt künftig Namen „Westbahn“

Die Bezeichnung "Hardtbergbahn" ist allerdings seit Langem mit dem Nimbus von Pleiten, Pech und Pannen behaftet, sodass die Stadt die Bezeichnung ändern will. Offizielle Begründung dafür: Da eine solche Bahnverbindung zum Hardtberg auch die Weststadt und eventuell auch den Uni-Campus in Poppelsdorf und Endenich verbindet, soll das Projekt künftig unter dem Namen "Westbahn" laufen. Die Erschließung von Endenich ist allerdings nicht neu, zwangsläufig muss eine Verbindung zum Hardtberg auch durch Endenich führen. In früheren Planungen war dafür der Hermann-Wandersleb-Ring ausersehen, der auch eine entsprechende Breite hat, um die Bahngleise aufzunehmen. Der Planungsausschuss hat die Namensänderung bereits ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen.

Zwischenzeitlich gab es übrigens auch Bestrebungen, einen riesigen Elektrobus für den Transport der Fahrgäste zum Hardtberg einzusetzen. Das war 2017 unter der Ägide des damaligen Geschäftsführers Heinz-Jürgen Reining, der enge Verbindungen zu dem Bushersteller Sileo aufgebaut hatte. Daraus wurde jedoch nichts, der 25-Meter-Doppelgelenkbus mit Platz für bis zu 140 Fahrgästen fuhr nie in Bonn. Mit seinen vier Achsen, davon zwei elektrisch angetrieben, wäre das Gefährt von der Kapazität her einer Straßenbahn am nächsten gekommen.

Lead City brachte Fahrt in die Sache

"Leider konnte der Hersteller, welcher uns im Jahr 2017 elektrisch betriebene Doppelgelenkbusse testweise zur Verfügung stellen wollte, bis heute keinen dieser Busse ausliefern", erklärte SWB-Sprecherin Veronika John auf Nachfrage des GA. Deshalb: "Dieses Konzept wird unsererseits derzeit nicht weiter verfolgt", so John weiter. Was die Anschaffung von sieben E-Bussen (in normalen Größen) angeht, befinde man sich derzeit im Vergabeverfahren.

Nachdem die Kommunalpolitik eine unterirdische Lösung der Hardtbergbahn 2015 in der Weststadt endgültig beerdigt hatte, kam zuletzt durch das Projekt Lead City, an dem die Stadt teilnimmt und für das der Bund erhebliche Fördergelder in Aussicht stellt, wieder mehr Fahrt in die Sache. Die Stadt hat die Hardtbergbahn beim nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium jedenfalls sicherheitshalber als vorrangiges längerfristiges Projekt im ÖPNV-Bedarfsplan angemeldet.

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