Bad mit Weitblick und Strand: Hardtberg verfügt über ein ideales Familienbad

Bad mit Weitblick und Strand : Hardtberg verfügt über ein ideales Familienbad

Bonns höchstgelegenes Bad ist ein beliebter Ausflugs- und Freizeitort für die ganze Familie. Ein Rundgang durch das Schwimmbad.

Die Nudel ist eine launische Diva. Schon die kleinste Unachtsamkeit quittiert sie mit Trotzreaktionen. Trotzdem halten sich die 55 Frauen an diesem Morgen mehr oder weniger elegant auf der Schaumstoffwurst. „Sieht das nicht feenhaft aus?“, ruft Anni Gertes ihrer Freundin zu und bricht sofort in lautes Lachen aus. Nein, nicht wirklich. Feen bewegen sich irgendwie graziler. „Bauch einziehen, aufrechte Position einnehmen, Schultern zurück und vor allem lächeln“, gibt die Trainerin vom Beckenrand aus das Kommando und dreht die Musik auf. „Was tut man nicht alles, um schön zu bleiben“, schmunzelt Helga Klein und stampft durchs Wasser. In diesem prächtigen Sommer waren die Aquafitkurse im Rahmen der Aktion „Sport im Park“ montags und donnerstags die Attraktion im Hardtbergbad.

Bonns höchstgelegenes Bad ist ein beliebter Ausflugs- und Freizeitort für die ganze Familie: Die großzügige Spiel- und Wasserfläche mit Matschbereich für die Kleinsten, eine 33 Meter lange Rutschbahn mit Wasserkanone für Jugendliche und ein attraktives Sportbecken bieten für jeden etwas. Entspannung und sportliche Attraktivität lassen sich gut miteinander verbinden. Wo sonst kann man den Kölner Dom schon vom Strand aus betrachten? Natürlich hier. Denn bei guter Sicht schweift der Blick bis zu den Türmen des Doms, während zwischen den Händen feinster Nordseesand rieselt. Strandkörbe aus Ostfriesland sorgen für zusätzliche Urlaubsstimmung. Wie gut, dass die Freibadsaison noch eine Woche länger dauert.

Die sportlichen Frühschwimmer

Aussicht und Lage sind Ala und Mats ziemlich egal. Hauptsache es gibt reichlich Wasser und genügend Sand, um einen ordentlichen „Schlammbrei“ anzurühren. Der wird jetzt genüsslich auf dem eigenen Bauch verteilt. Der Spielbereich für die kleinsten Badbesucher ist wirklich ein Paradies. „Ich weiß gar nicht, was wir im Herbst machen sollen“, grübelt Mutter Doris Kunkert. „Die beiden werden diese tolle Spielfläche wahrscheinlich schmerzlich vermissen.“

Sobald das Bad morgens um 6.30 Uhr öffnet, kommen die sportlichen Frühschwimmer. Und das bei jedem Wetter. „Manchmal muss ich mich schon überwinden. Bei 14 Grad Außentemperatur ist es im Bett angenehmer als im Wasser“, gibt Achim Küffer ehrlich zu. Dennoch ist er auch an diesem Morgen wieder dabei. Mittlerweile kennt man sich in der „Frühschwimmerszene“. „Wir wissen, wer wie schnell schwimmt, und kommen uns nur selten ins Gehege“, sagt der kaufmännische Angestellte, setzt die Schwimmbrille auf und legt los.

Das kann wenige Stunden später schon ganz anders sein. Ab 8.30 Uhr wagen sich dann diejenigen ins Becken, für die sportliche Herausforderungen nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen. „Wir wollen einfach nur mit einer kühlen Erfrischung in den Tag starten“, erzählen Katharina Möbs und Andrea Gertens. Das funktioniert jedoch nicht immer konfliktfrei. „Das Sportbecken ist doch wirklich groß genug. Dennoch gibt es Besucher, die darauf bestehen, dass sie allein auf einer Bahn unterwegs sind“, berichten die Frauen. „Aber zum Glück kann man im Wasser kein Handtuch auslegen, um eine Bahn zu reservieren“, amüsieren sie sich.

Deutlich in die Jahre gekommen

Sobald die beiden Duisdorferinnen ihr Pensum von 30 Bahnen absolviert haben, gibt’s eine Belohnung. „Dann genießen wir die warme Sonne, lassen uns trocknen und trinken gemeinsam einen Kaffee“, plaudert Andrea Gertens und greift zur Isolierkanne. „Haben wir nicht ein tolles Leben?“

Das kombinierte Hallen- und Freibad vis-à-vis dem Verteidigungsministerium ist jedoch deutlich in die Jahre gekommen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2012 stellte bereits damals einen Sanierungsstau von mindestens zehn bis 13 Millionen Euro fest. Dass dringend etwas getan werden muss, ist offensichtlich: Anfang Juni musste das Hallenbad geschlossen werden, nachdem die Verkleidung einer Deckenlampe heruntergefallen war, wegen des Verdachts auf Verunreinigung durch Bakterien war das Sportbecken zu Beginn der Ferienzeit gesperrt.

Vorrangig in Angriff genommen wird die energetische Sanierung. Das betrifft die Gebäudehülle und die Betonkonstruktion. Mit der entsprechenden Planung wurde bereits begonnen. „Die Planungsleistungen sind beauftragt“, erklärt Stefanie Zießnitz vom Presseamt. „Mehr können wir derzeit noch nicht mitteilen.“

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