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Hardtberg: Lösung für Vereinsheim-Bauruine auf Brüser Berg rückt näher

Entsetzen über Zustand des Vereinshauses : Stadt Bonn verfügt wieder über Bauruine auf dem Brüser Berg

Nach acht Jahren kann die Stadt wieder über das Gelände des verlassenen Vereinsheims am Sportplatz Brüser Berg verfügen. So lange stand es es unfertig da, Diskussionen und Kritik rissen nicht ab. Doch nun könnte Bewegung in die Sache kommen.

Die moderne Schulsportanlage mit Kunstrasenplatz und Flutlichtanlage passt wie die Faust aufs Auge zur gammelnden Bauruine nebenan. Seit acht Jahren steht das Vereinsheim mit Tribüne am Schießstandweg unfertig da. Seither reißen die Diskussion und auch der Ärger über den Zustand nicht ab. Der Fall ist knifflig. Doch jetzt könnte wieder Bewegung in die Sache kommen, denn die Stadt hat die Verfügungsgewalt über das Grundstück zurückerhalten.

Die Hardtberger CDU-Fraktion legt zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag, 3. März, einen Dringlichkeitsantrag vor. Die Bauruine soll schnellstmöglich abgerissen werden. Zuvor soll die Verwaltung prüfen, ob auch ein Teilabriss in Frage kommt. Dann könnten die Tribünen erhalten und instand gesetzt werden. Außerdem soll das Sport- und Bäderamt in dem Konzept abwägen, ob das Erdgeschoss weiterhin genutzt werden kann und möglicherweise Geld für die Errichtung von Umkleidekabinen da ist.

1. SF Brüser Berg war mitgliederstärkster Verein nach Bonner SC

Bei einem Ortstermin an der Sportanlage sind Birgitta Jackel und Wolfgang Esser entsetzt über den Zustand des Vereinshauses. Jahrelanger Vandalismus hat die Bauruine in einen Schandfleck verwandelt. Das große Projekt 1. SF Brüser Berg scheiterte 2011. Der Verein meldete Insolvenz an und löste sich auf. „Der Fußballverein hatte eine lange Tradition und war nach dem Bonner SC der mitgliederstärkste“, erinnert sich Esser. Außerdem habe er hochklassig gespielt. Der erste Kunstrasenplatz in Bonn wurde auf den Brüser Berg eingeweiht.

Im Neubau des Vereinsheims sollten Umkleiden, eine Gymnastikhalle und eine Hausmeisterwohnung untergebracht werden. Das Aus kam plötzlich. Der Bau war fast fertig. „In der Kaffeeküche standen die Geräte, Kühlschrank und Spüle unausgepackt. In der Gymnastikhalle waren bereits Spiegel angebracht. Die Fenster zum größten Teil schon eingesetzt.“ Esser hat das damals mit eigenen Augen gesehen.

Kiffen und Grafitti: Jugendliche nutzen Rohbau als Treffpunkt

Jetzt schüttelt er den Kopf über den beklagenswerten Zustand. Zweimal musste die Feuerwehr zu einem Brand ausrücken. Viele Fenster sind eingeschlagen. Vom Spiegelsaal sind nur noch Scherben übrig. In den Ecken verrotten Abfallhaufen nicht identifizierbaren Ursprungs. Jugendliche nutzen den Rohbau als Treffpunkt, für Grafitti-Übungen und zum Kiffen, obschon die Zugänge rundherum abgesperrt sind. „Eine solche Ruine führt zu negativen Schlagzeilen und einem schlechten Image unseres Ortsteils“, kritisiert Jackel.

Dass soviel Zeit vergangen ist, lag an der komplizierten rechtlichen Lage. Die Stadt als Eigentümerin hatte das Grundstück dem damaligen 1. SF in Erbpacht überlassen. Die Insolvenz zog einen Grundschuldeintrag der Gläubiger nach sich. Nächster Schritt war die Zwangsversteigerung. Zweimal gab es kein Ergebnis. Die dritte wurde am Ende nicht durchgeführt. Die Verwaltung konnte schließlich in Gesprächen ein Entgegenkommen der Gläubiger erreichen. Die Grundschuld wurde jetzt gelöscht. Die Stadt hat das Grundstück zurück. „Deshalb können wir neue Überlegungen anstellen“, so Jackel.

Drei Anläufe hat die CDU zur Beseitigung der Ruine in den vergangenen zwei Jahren per Antrag unternommen und die Verwaltung aufgefordert, ein tragfähiges Konzept inklusive Finanzierung vorzulegen. Jackel berichtet, dass sich nach Auskunft des Sport- und Bäderamtes ein Konzept in der finalen Abstimmung befinde und in der ersten Jahreshälfte vorgestellt werde.