1. Bonn
  2. Hardtberg

An der Ohligsmühle: Haltestelle ist zu kurz für Gelenkbusse

An der Ohligsmühle : Haltestelle ist zu kurz für Gelenkbusse

Wie kann denn das passieren? Die Baufirma, die An der Ohligsmühle zugange war, um die Bushaltestelle Mühlenhof (Linien 604/605) vor die neue Grünanlage am offen gelegten Lengsdorfer Bach zu bauen, hat sich offensichtlich vertan. Nachdem die Haltestelle bereits einige Wochen in Betrieb war, wurde Ende dieser Woche nachgebessert.

Denn die Schräge, die zu den erhöhten und damit behindertengerecht umgebauten Buskaps führt, ist der Baufirma im ersten Anlauf zu steil ausgefallen, bestätigte das städtische Presseamt gestern auf GA-Anfrage. Das sei bei der Abnahme der Haltestelle aufgefallen, der Fehler sei auf Kosten der Baufirma beseitigt worden, erklärte eine Sprecherin. Die Beseitigung ist dann in der Art passiert, dass die Haltestelle an beiden Kopfseiten noch einmal verlängert wurde, um die vorgesehene Abflachung erreichen zu können.

Doch damit nicht genug: Offensichtlich ist die ganze Bushaltestelle zu klein geraten, zumindest für große Gelenkbusse, die ein 18 Meter langes Buskap benötigen. Das hat Christoph Schada, der Vorsitzende des Ortsausschusses, beobachtet. Und mit diesem Manko sei die Haltestelle nicht vollständig behindertenfreundlich. Und zwar dann nicht, wenn jemand im Gelenkbus aus der hinteren Tür aussteigen wolle. Von der zuständigen Stadtverwaltung war gestern Nachmittag zu diesem Punkt allerdings keine Stellungnahme mehr zu erhalten.

"Die rechte Zufahrt zu dem offen gelegten Bachlauf ist zu großzügig gestaltet worden", machte Schada als Grund für das Manko aus. "Das ist auf den Plänen, die wir damals bekommen haben, allerdings nicht zu erkennen gewesen." Bei den Stadtwerken Bonn klingeln dennoch keine Alarmglocken.

"Die optimale Länge von 18 Metern für ein Buskap bereitzustellen, geht manchmal aus geografischen Gründen nicht", sagte eine Sprecherin. Das seien Idealwerte, für einen Bus in Normalgröße reiche eine Länge von zwölf Metern. In einer anderen Sache hat das Tiefbauamt derweil unbürokratische Hilfe geleistet. Es geht um die beiden alten Parkbänke vor der St. Peter Kirche am Dorfplatz, die überarbeitet werden müssen. Weil sie auf der Fläche der Kirche stehen, fühlt sich der Servicebetrieb Stadtgrün aber nicht zuständig (der GA berichtete). Die Bänke waren seinerzeit von der Gemeinde Lengsdorf angeschafft worden.

Das Tiefbauamt will nun die Bänke in seiner Schreinerei freiwillig überarbeiten lassen, und zwar in Form einer Ausbildungsaktion. "Das kann aber ein paar Wochen dauern, weil wir erst mal einen Kostenvoranschlag machen müssen", sagte eine leitende Mitarbeiterin des Tiefbauamtes. Das Beste: Die städtische Auszubildende Sarah Czellnik,, die diese Arbeit im Rahmen ihrer Schreinerlehre durchführen soll, ist ein Lengsdorfer Mädchen.

"Von diesem Angebot bin ich sehr angenehm überrascht", sagte Schada dem GA und sprach von einer rheinischen Lösung. Die 600 Euro an Materialkosten ist der Heimatverein bereit beizusteuern, für einen Teil der Summe seien schon Sponsoren gefunden worden. "Außerdem verpflichtet sich der Heimatverein, eine Patenschaft über die Bänke zu übernehmen und sie dann regelmäßig zu pflegen", so Schada.