Das Leistungsspektrum ist breit: Freiwillige Feuerwehr Duisdorf ist fast täglich im Einsatz

Das Leistungsspektrum ist breit : Freiwillige Feuerwehr Duisdorf ist fast täglich im Einsatz

Das ist ein Ehrenamt, das ganz schön etwas abfordert: Dietmar Rau ist Löscheinheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Duisdorf. Seit 36 Jahren engagiert er sich im Rettungsdienst.

An Dietmar Rau heranzukommen, ist nicht immer ganz einfach. Ein Anruf am Dienstagabend: Der Löscheinheitsführer der Duisdorfer Freiwilligen Feuerwehr ist nicht zu Hause, eine Dienstbesprechung im Vorfeld der Jahreshauptversammlung. Danach wird er wohl gleich ins Bett gehen.

Immerhin steht der Metzger mitten in der Nacht auf, um zu seinem Arbeitsplatz bei einem Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen bei Euskirchen zu kommen. Er ruft aber abends noch zurück. Interviewtermin für ein Porträt? Der passt noch am Mittwochnachmittag zwischen Rückkehr von der Arbeit und einem Konzertbesuch. Der Familienvater hat also auch noch ein Leben neben Arbeit und Feuerwehr.

Letztere nimmt ihn aber doch sehr ein, trotz seiner beiden Stellvertreter, die ihm Aufgabenbereiche abnehmen. Der 54-Jährige hat genug zu tun: Leitung und Führung der Löscheinheit, Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, Absprachen, Personal- und Lehrgangsplanung, Beförderungen wie die, die in der Jahreshauptversammlung vorgenommen wurden – eben alles, was die Löscheinheit intern betrifft.

Ausgefeilte Ausrückepläne und Einsatztaktiken

Seit 1982 ist er bei der Duisdorfer Feuerwehr, war zuletzt Stellvertreter von Löscheinheitsführer Alexander Pfahl, bis dieser 2010 beruflich aus Bonn wegzog. Rau rückte auf. Hatte er sich das gewünscht? „Nein, das war nicht geplant.“ Aber bereut habe er es in den vergangenen acht Jahren auch nicht.

Und scheinbar macht er auch einen guten Job. Das Amt übernimmt man für sechs Jahre, dann gibt es eine Anhörung der Löscheinheit, bei der über eine Verlängerung entschieden wird. Da hat er überzeugt. Er könne bis zur Altersgrenze für den aktiven Dienst, vor nicht allzu langer Zeit auf 67 Jahre angehoben, weitermachen. „Aber jetzt erst mal sehen, was die nächsten vier Jahre bringen.“

36 Jahre aktiver Dienst, da hat er einige Veränderungen mitgemacht, „in dem Sinne, dass sich extrem viel in Sachen Technik verändert hat“, sagt er. „Die Fahrzeuggestaltung ist heute komplett anders als in den 80er Jahren: Die Fahrzeuge bauen aufeinander auf. Sie sind deutlich moderner geworden, haben erheblich mehr Technik und Elektronik auch im Inneren.“

Alle Einsätze glimpflich ausgegangen

Auch die Arbeit habe sich angepasst. „Das Leistungsspektrum ist deutlich breiter geworden. Es gibt höhere Anforderungen.“ Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Organisationen sei intensiver geworden, es gebe ausgefeiltere Ausrückepläne und Einsatztaktiken. „Das ganze Spektrum Feuerwehr hat sich drastisch nach vorne entwickelt.“ Eins habe sich aber kaum verändert.

„Wir haben einen kontinuierlichen Personalstand von in der Regel etwa 60 aktiven Mitgliedern, einer guten starken Jugendfeuerwehr, aus der wir auch rekrutieren, aber auch viele Externe, die aus beruflichen Gründen nach Duisdorf ziehen und dann hier in die Feuerwehr kommen.“

Was er sich für die Duisdorfer Feuerwehr wünscht? „Dass alle Kameraden immer wieder gesund zurückkommen, dass nie etwas passiert.“ Bislang habe man da Glück gehabt: Palettenbrand bei den Weck-Werken, Kellerbrände in Medinghoven – sowohl für die Feuerwehrleute als auch für die, die gerettet werden mussten, sei bislang alles glimpflich ausgegangen. Ansonsten solle sich die Duisdorfer Feuerwehr so weiterentwickeln, wie es jetzt der Fall sei. „Da sind wir sehr zuversichtlich.“