Aktion der Endenicher Stadtteilbibliothek: Förderverein in Endenich veröffentlicht Kindergeschichte für Veedelszoch

Aktion der Endenicher Stadtteilbibliothek : Förderverein in Endenich veröffentlicht Kindergeschichte für Veedelszoch

Der Förderverein der Endenicher Stadtteilbibliothek hat die Kindergeschichte „Solana“ veröffentlicht. Beim Karnevalszug soll sie unters Volk gebracht werden - gemeinsam mit Kamelle.

„Umgeben von einem echten Burggraben, saftigen Wiesen und sehr alten Bäumen“, lebt eine Eichhörnchen-Familie in einer alten Esskastanie im Innenhof der Endenicher Burg. Diese Zeilen sind Teil des kleinformartigen Kinder- und Jugendbuchs „Solana“. Der Förderverein der Endenicher Stadtteilbibliothek hat es speziell als Wurfmaterial für den dort stattfindenden Veedelszoch entwickelt.

„Solana“ erzählt die Geschichte vom gleichnamigen Eichhörnchen, das gemeinsam mit seinen beiden Brüdern und Eltern spannende Abenteuer mitten in Endenich erlebt. Elf bunte Tierbilder, die Illustrator Torsten Klockenbring für die Geschichte gezeichnet hat, zieren das 10 mal 10 Zentimeter kleine Burgbüchlein.

Buchautorin und Fördervereinsmitglied Monika Zirbel (53) schrieb die Geschichte gemeinsam mit ihrem Ehemann Markus (55) und ihrer Tochter Eva-Maria (28). „Solana“ soll eine kindgerechte Erzählung sein: Sie ist spannend, naturnah und informativ zugleich. In dem Büchlein werden Begriffe wie „Kobel“ (Eichhörnchen-Nest), die für Kinder neu sein können, erklärt. Und damit Mädchen und Jungen sich besser mit den Charakteren identifizieren können, haben die Eichhörnchen außerdem menschliche Eigenschaften.

Fortsetzung nach den Sommerferien geplant

Das kleine Buchformat erinnert an die beliebten Koboldbücher für Kinder. Bis vor einigen Jahren hatte der Verlag dieser Bücher seine Restposten an den Förderverein der Stadtteilbibliothek gespendet. Nachdem diese Spendenquelle allerdings versiegte, beschloss Monika Zirbel, ihre eigene Geschichte zu entwerfen, als kleine Büchlein abzudrucken und schließlich als neues Wurfmaterial für Karneval anzubieten. „Durch das Großziehen von vier Kindern habe ich natürlich viele Kinderbücher vorgelesen,“ erzählt sie.

Das Gestalten der Bilder habe allerdings mehr Zeit in Anspruch genommen als das Schreiben der Geschichte, verrät Zirbel. Illustrator Torsten Klockenbring, der bereits durch das Kinderbuch „Der Tag, an dem das kleine Tsu verschwand“ bekannt ist, verbrachte viele Vormittage mit dem Zeichnen der Motive für „Solana“. Das Besondere: In der Geschichte sind die Eichhörnchen an verschiedenen Orten in Endenich abgebildet.

Das Buch ist neben dem mittelalterlichen Endenich-Krimi „Mord auf der Stadtmauer“ und dem Ausstellungskatalog „Endenicher Zeitreise” bereits das dritte Buch, das der Förderverein veröffentlicht hat. Der Verein hatte sich 1994 gegründet, um die damals geplante Schließung der Bücherei zu verhindern. „Die Bibliothek ist ein zentraler Ort, der besonders für Endenicher Familien mit Kindern große Bedeutung hat“, betont Klockenbring. Mit Demonstrationen am Bonner Rathaus hatte der 30-köpfige Verein die Stadt, die damals sparen musste, letztlich umstimmen können. Seit vier Jahren übernehmen ehrenamtliche Mitglieder des Fördervereins den Betrieb der Bücherei.

Die Karnevalsgeschichte von Eichhörnchen Solana und ihrer Familie ist mit dem neuen Burgbüchlein noch nicht zu Ende geschrieben, verrät Zirbel. Nach den Sommerferien ist schon die Fortsetzung geplant, „denn die Eichhörnchen sollen noch viele weitere Abenteuer in Endenich erleben.“