Parken in Duisdorf: Fehlende Schranke sorgt für Ärger

Parken in Duisdorf : Fehlende Schranke sorgt für Ärger

Pendler-Parkplätze sind in Duisdorf Mangelware. Dass Dauerparker zurzeit die Tiefgarage des Rewe-Marktes nutzen, sorgt für Ärger. Dort sind die Schranken offen, weil es technische Probleme gibt.

Es ist ein schmaler Trampelpfad, der zwei Duisdorfer Parkplätze miteinander verbindet. Etwa zehn Meter lang, vorbei an Altkleidercontainern und dichten Büschen. Der eine, öffentlich, von der Stadt betrieben. Der andere ein Geheimtipp für Dauerparker: günstig, privat und durch Schranken gesichert. Vor 15 Jahren hatte Servet Sengül die Idee dazu. „Damals gab es zu wenig Parkplätze, heute sieht das anders aus“, erzählt der Unternehmer.

Nur wenige Meter entfernt, auf der anderen Straßenseite, betreibt er seit 1996 seinen „Ümit Supermarket“. Die Kunden dürfen bei ihm kostenlos parken, an der Kasse gibt es zum Einkauf ein Parkticket dazu. Alle anderen zahlen einen Euro pro halber Stunde. Rund 40 Dauerparker haben sich bei Sengül eingemietet, darunter Mitarbeiter von Banken und Apotheken. Denn auch wenn es ausreichend öffentliche Parkplätze gibt: Ganztags-Stellplätze sind rar.

Offene Schranken wegen technischer Probleme

Wie rar, das zeigt sich derzeit in der Tiefgarage des vor Kurzem eröffneten Rewe-Marktes und des Fitnessstudios Fit X. Dort sind die Schranken offen, weil es technische Probleme gibt. Schon um 6 Uhr morgens sind regelmäßig etwa 30 Parktaschen belegt – meist von Pendlern, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Aus Sicht der Filialleitung ärgerlich, denn die Parkplätze fehlen den Kunden. Allerdings wird die Tiefgarage nicht von Rewe betrieben, sondern von einem anderen Unternehmen, das sie vom Gebäudeeigentümer mietet. Wenn die Schranken funktionieren – was nach GA-Informationen noch im Juni der Fall sein wird – kann man für den Supermarkteinkauf, der mindestens fünf Euro betragen muss, 90 Minuten kostenlos parken. Fitnessstudio-Besucher sogar zweieinhalb Stunden.

Die einzige Möglichkeit, komplett ohne Ticket Parken zu können, ist der Park and Ride-Platz am Duisdorfer Bahnhof in der Ladestraße. „Aber der ist immer so voll, dass man richtig früh kommen muss“, erzählt eine Frau, die ihren Kleinwagen häufig dort abstellt. Erst in den Nachmittagsstunden lichten sich die Reihen – eben dann, wenn die Pendler von der Arbeit kommen. Und was macht man, wenn man keinen Parkplatz erwischt? „Dann geht es aktuell in die Rewe-Tiefgarage oder man sucht einen abgelegenen Stellplatz am Straßenrand, der umsonst ist oder nicht so oft kontrolliert wird.“

Parkraumservice verteilt Knöllchen

Eine Möglichkeit ist da zum Beispiel der Aldi-Parkplatz. Montags bis samstags ist dort von 8 bis 20 Uhr das Parken für anderthalb Stunden frei – weshalb man eine Parkscheibe benutzen muss. Andernfalls drohen teure Knöllchen, die das Unternehmen Parkraumservice erhebt. Der Dienstleister stellt sowohl das Kontrollpersonal, als auch die komplette Abrechnung der Bußgelder. 15 Euro werden beim Vergessen der Parkscheibe fällig, 25 Euro für das unerlaubte Benutzen der Behindertenparkplätze und 30 Euro, falls man den Wagen außerhalb der Markierungen abstellt.

Egal wen man fragt: Kostenpflichtige Parkplätze gibt es genug. „An den Wochenende wird es zwar etwas knapp, aber es klappt“, erzählt ein älteres Ehepaar, das sein Auto am Burgacker abstellt. Einer der größten Parkplätze liegt aber etwas außerhalb, an der Schmitthalle. Rund 100 Fahrzeuge haben hier Platz, je nachdem, wie eng sie aneinander stehen. Denn auf einem Teil gibt es keine Markierungen, sondern nur plattgefahrene Erde. „Wenn's trocken ist, staubt das ganz schön. Wenn's regnet, ist es matschig. Egal zu welcher Jahreszeit, das Auto ist sofort dreckig“, moniert ein Duisdorfer. Seiner Ansicht nach müsste der Parkplatz deshalb günstiger sein.

Doch für Duisdorf gelten zwei einheitliche Tarife, die die Stadt in einer Gebührenordnung festgelegt hat. Im Burgacker, an der Rochusstraße und der Weierbornstraße kostet die angefangene halbe Stunde 80 Cent. Auf dem Parkplatz Rochusstraße, am Burgweiher, der Bahnhofstraße und der Schmittstraße sind es 60 Cent.

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