Kommentar zu ausfallenden Schwimmkursen: Fakten gleich auf den Tisch

Kommentar zu ausfallenden Schwimmkursen : Fakten gleich auf den Tisch

Wasserflächen, um schwimmen zu lernen, sind in Bonn rar gesät. Spätestens, seit zwei Hallenbäder zu sind und weitere zwei Lehrschwimmbecken dicht gemacht wurden, gilt es zu konstatieren: Wohl noch nie war es in Bonn so schwierig, sein Kind vom Nichtschwimmerdasein zu befreien.

Gegen einen technischen Defekt ist natürlich niemand gefeit, zumal die Bäder allesamt sanierungsbedürftig sind. Aber erstens scheint die Stadt keine besondere Eile an den Tag zu legen, das Lehrschwimmbecken in Duisdorf wieder reparieren zu wollen. Wäre dem so, dann sollten nach zweieinhalb Monaten Zeit jedenfalls schon Art, Umfang und Dauer der Reparatur wenigstens einigermaßen fest stehen können.

Und zweitens ist die Art der Kommunikation eine Zumutung. Statt in der heiklen Lage, in der sich Bonns Schwimm-Infrastruktur in der Übergangszeit bis zum Bau des neuen Wasserland-Bades befindet, von sich aus aktiv zu werden und der Öffentlichkeit zu berichten, passiert das Gegenteil. Es gibt lediglich kurze Informationen für Nutzer des Duisdorfer Lehrschwimmbeckens. Die Stadt findet, das reicht, weil es sich um kein öffentliches Bad handelt.

Wir finden, das reicht keineswegs. Denn man kann vermuten, dass Ersatzzeiten im Hardtbergbad dort für eine Verknappung des Angebots sorgen werden. Ganz zu schweigen von Auswirkungen auf Schwimmkurse. Deshalb sollte die Stadt Fakten von sich aus auf den Tisch legen. Und zwar sofort und nicht immer nur dann, wenn die Medien anfangen Fragen zu stellen. Die SPD vermisst das ebenfalls: Sie will eine „proaktive“ Informationspolitik durch die Stadt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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