Erweiterung in Röttgen: Sportplatz soll neue Rundlaufbahnen bekommen

Neue Rundlaufbahnen : Stadt will Geld für Sportplatz in Röttgen beantragen

Die Stadt Bonn will Geld für den Rundlauf bei Bezirksregierung beantragen. Auf dem Sportplatz sollen drei neue Rundlaufbahnen entstehen.

Die Bonner Stadtverwaltung hält an ihren Plänen, den Röttgener Sportplatz um drei Rundlaufbahnen zu erweitern, weiterhin fest. In der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 4. Februar, steht der Sportplatz wieder auf der Agenda der Politiker. Das Sport- und Bäderamt schlägt in einer Beschlussvorlage vor, dass sich die Verwaltung bei der Bezirksregierung Köln um Fördermittel aus dem NRW-Programm „Ländlicher Raum“ bemüht.

Mithilfe dieser Landesförderung können „Errichtung, Erweiterung, Ausbau und Modernisierung von Sportanlagen, Sporträumen und Sportgelegenheiten zur Nutzung für Spiel, Sport und Bewegung gefördert werden“, wie die Stadtverwaltung in der Vorlage erklärt. Da Röttgen dem „Ländlichen Raum“ zugeordnet werden könne, könnten diese Fördergelder beantragt werden. Laut Stadt übernimmt das Land in einem solchen Fall rund 65 Prozent der Kosten, höchstens aber 500 000 Euro.

Neue Rundlaufbahnen könnten über 500.000 Euro kosten

Im Falle des Röttgener Sportplatzes würde diese Finanzspritze den Bonner Haushalt entlasten. Ein Ingenieurbüro, das im vergangenen Jahr mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, geht bei einer Nachrüstung mit drei Rundlaufbahnen von Kosten in Höhe von 518 000 Euro aus. Im Bonner Haushalt ist derzeit für solch „erhebliche Umbaukosten“ kein Geld, weshalb die Maßnahme im Haushaltsentwurf 2021/2022 eingeplant werden soll.

Die Nachrüstung soll auf jeden Fall erfolgen, da sie noch ein offenes Projekt darstelle, erklärte Sportamtsleiter Stefan Günther im vergangenen Jahr. Vor dem Umbau des Sportplatzes gab es Rundlaufbahnen, die allerdings mit Asche bedeckt waren. Diese wurden entfernt, damit die Asche den neuen Kunstrasen nicht verschmutzt. In der Sitzung des Schulausschusses sollen die Mitglieder eine Empfehlung abgeben, im Sportausschuss am 17. März steht die Rundlaufbahn ebenfalls auf der Agenda – auch hier sollen die Mitglieder eine Empfehlung abgeben. Eine Entscheidung, ob sich die Stadtverwaltung um die Fördermittel bemüht, soll dann am 21. April in der Sitzung der Bezirksvertretung Bonn fallen.

Noch seien keine eindeutigen Entscheidungen gefallen

Der CDU-Stadtverordnete David Lutz ist sich indes schon jetzt sicher, dass sich die Stadtverwaltung um die Förderung bemüht und diese auch schlussendlich erhalten wird. „Ich freue mich sehr, dass die für den Schul- und Vereinssport dringend benötigte Umlaufbahn kurzfristig realisiert werden kann“, so Lutz. Seiner Meinung nach, stehe dem Bau nichts mehr im Wege, wie er dem GA sagte. Das städtische Presseamt bremste die Vorfreude allerdings. „Noch ist ja nichts entschieden, die politischen Beratungen fangen erst am 4. Februar an“, erklärte Andrea Schulte vom Presseamt.

Lutz machte aber auch darauf aufmerksam, wie wichtig die Rundlaufbahn für den Schulsport ist. „Durch den Wegfall der Laufbahn war es sowohl der KGS Schlossbachschule als auch dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium nicht mehr möglich, die im Lehrplan vorgegebenen sportlichen Kompetenzen zu vermitteln und zu trainieren“, erklärte der Stadtverordnete. Das Ausweichen auf andere Sportplätze sei dauerhaft „weder ausreichend für den notwendigen und wichtigen Sportunterricht noch im Schulalltag zeitlich realisierbar“. Die Sportanlage Brüser Berg und die Bezirkssportanlage Endenich sollten als Ausweichquartiere dienen, zogen allerdings erhebliche Zeitverluste für die Schüler nach sich.

Über die Erweiterung würde sich auch der SV Rot-Weiß Bonn-Röttgen (RWR) freuen. „Wenn es die Rundlaufbahn gibt, werden wir sie auch nutzen“, sagte Volker Ludwig, zweiter RWR-Vorsitzender. Bislang habe der Verein keine Leichtathletik-Abteilung, allerdings werde immer mal wieder nach einer gefragt. Schießlich müsste man für ein solches Angebot auch erst entsprechende Trainer finden.

Unumstritten ist die Rundlaufbahn nicht, denn im vergangenen Jahr wurden im Sportausschuss Stimmen laut, die eine Ungleichbehandlung kritisierten. So bemängelte der damalige Sportausschussvorsitzende Christos Katzidis (CDU), dass nicht auch der Bedarf anderer Vereine für Rundlaufbahnen geprüft worden sei.