Endenich: Gesperrter Weg bei Sanierung der Karl-Simrock-Schule sorgt für Dauerärger

Sanierung der Karl-Simrock-Schule : Dauerärger über gesperrten Weg in Endenich

Die Sanierung der Karl-Simrock-Schule zieht sich hin. Das hat auch zur Folge, dass der Weg an der Schule vorbei durch den Endenicher Park gesperrt ist. Die Anwohner sind sauer, denn sie müssen einen langen Umweg nehmen.

Der Donnerstag ist für Maria Harforth jedesmal äußerst strapaziös. Es ist ihr Einkaufstag. Mit Rollator geht sie von der Röckumstraße zum Supermarkt auf der Endenicher Straße. Beschwerlich ist der Gang, seit der Abkürzungsweg über das Gelände der Karl-Simrock-Schule im Sommer wegen der Sanierung gesperrt wurde. Sie muss den Umweg über die Straße Am Burggraben in Kauf nehmen. „Der Weg ist sehr weit, und es geht den Berg hinauf. Da bekomme ich dann kaum noch Luft“, beklagt sie. Erst nach einigen Verschnaufpausen ist die Steigung geschafft.

Die 84-Jährige ärgert sich gewaltig über diese Umstände und hat sich schon mehrmals bei der Verwaltung beschwert. Allein in ihrer Nachbarschaft lebten sieben ältere Menschen, die ebenfalls auf den Rollator angewiesen seien. „Warum können wir die Abkürzung nicht nutzen?“ Doch die Verwaltung bleibt bei ihrer Haltung. Während der Sanierung ist das Schulgelände gesperrt: „Unter Abwägung aller Argumente wurde zur Gewährleistung eines sicheren Schulbetriebs und der Vermeidung von Personenschäden die Entscheidung getroffen, den Zugang zum Endenicher Park über das Schulgelände von der Straße Am Burggraben aus während der gesamten Laufzeit der Sanierungsmaßnahme geschlossen zu halten.“ Die Wegverbindung ist Baustraße. Die Verwaltung will eine unmissverständliche Trennung zwischen Baustellenzufahrt und Schulbereich gewährleisten.  Man sei sich bewusst, dass die „vorübergehende Schließung des Zugangs zum Endenicher Park während der Baumaßnahme an der Schule für die Bürger eine Beeinträchtigung der bisherigen Gewohnheiten darstellt.“ In Abwägung aller sicherheitsrelevanten und rechtlichen Aspekte gebe es keine andere Lösung.

Maria Harforth ist nicht zufrieden mit der Antwort. „Aber die Lehrer dürfen ihre Autos dort parken. Für die müssen doch die gleichen Sicherheitsbestimmungen gelten.“ Und sie wird noch eine Weile warten müssen, bis die Sperrung aufgehoben wird. War bislang die Rede davon, dass die Sanierung voraussichtlich in diesem Frühjahr abgeschlossen wird, räumt die Verwaltung jetzt auf GA-Anfrage Verzögerungen ein. Der genaue Umfang der Betonsanierung und der statischen Ertüchtigung sei nicht absehbar gewesen. „Der Aufwand ist größer als erwartet, die Fertigstellung der Maßnahme wird sich deswegen verzögern.“

Ende Mai haben die Bauarbeiten begonnen. Sowohl die Gebäudehülle wie auch die Innenräume der Karl-Simrock-Schule werden komplett saniert. Außerdem müssen Brandschutzmängel behoben und Schadstoffe beseitigt werden. Die Verwaltung rechnet mit 3,42 Millionen Euro Gesamtkosten. Die Schule soll künftig barrierefrei sein. Allerdings ist der Einbau eines Aufzugs wegen der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Zwölf Klassen sind während der Bauarbeiten in Containern auf dem Bolzplatz untergebracht. Laut Kalkulation der Verwaltung kosten sie bei einem Jahr Bauzeit 530 000 Euro.

 Abgeschlossen sind mittlerweile Schadstoffsanierung, Rohbau- und Abbrucharbeiten sowie die Betonsanierung; zudem wurden die Fenster im Verwaltungstrakt erneuert. Derzeit in Arbeit sind die Betonsanierung der Fassade sowie die statische Ertüchtigungen im Erdgeschoss der Schule. Beides ist laut Verwaltung allerdings aufwendiger als erwartet. Zum Schluss soll der Innenausbau folgen.