Zufriedene Kunden: Duisdorfer Wochenmarkt auf dem Schickshof kommt gut an

Zufriedene Kunden : Duisdorfer Wochenmarkt auf dem Schickshof kommt gut an

Auf dem Duisdorfer Wochenmarkt treffen zwei Händler-Generationen auf Kundschaft, die besonders die Frische und Qualität des Marktes zu schätzen weiß.

Die Kunden wollen von Albert Weber immer die Dicken. Zurzeit muss er die Leute vertrösten: „Wegen der Hitze legen die Hühner keine dicken Eier.“ Sondern nur mittelgroße, und die altern in der Hitze auch schneller, die muss man bald essen. Früher hat Weber beim Duisdorfer Wochenmarkt auch Geflügel und Bullenfleisch verkauft, inzwischen beschränkt der Rentner sich auf Eier, Nudeln und Eierlikör. „Reich werde ich davon nicht mehr“, sagt der 68-Jährige aus der Grafschaft. „Aber die Qualität muss erhalten bleiben, sonst sind die Kunden weg.“ Außerdem ist er beschäftigt, und er trifft einmal in der Woche auf dem Schickshof all die Stammkunden wieder, die ihm schon so lange die Treue halten.

Markt an drei Tagen

Der Markt ist an drei Tagen aufgebaut, samstags sind die meisten Stände da, dann ist Weber einer von fünf Anbietern. Das meiste, was man dort gerne kauft, ist abgedeckt: Eier, Brotwaren, Blumen, Fleisch und natürlich Gemüse. Drei der Verkäufer haben schon mehrere Generationen an Kunden bedient. Weber kommt seit 35 Jahren nach Duisdorf, Gemüsehändler Peter Mallon seit 31 und Lucia Felber von der Ahrtaler Landbäckerei in Sinzig immerhin schon im 28. Jahr.

„Schade, dass nicht genug andere Stände da sind“, meint Felber. Fisch, Käse, mediterrane Spezialitäten – das fehlt ihr. Mehr Händler würde sich auch der Blumenverkäufer Stefan Schurter wünschen, und Mallon stellt fest: „Besonders schmerzhaft wird ein Fischhandel vermisst.“ Das habe es früher 40 Jahre lang gegeben, sagt der Gemüsehändler, aber jetzt finde sich niemand dafür. Eine Information dazu, ob der Markt noch Erweiterungspotenzial hat, gibt es nicht – beim Bonner Marktamt dreht sich dieser Tage alles um Pützchens Markt.

Die Kunden sind mit dem jetzigen Angebot zufrieden, und die Verkäufer sind es auch. Klar, wenn es in Köln nicht eine Zweigstelle des Blumenhändlers Schurter gäbe, würde Stefan Schurter nicht seit sieben Jahren samstags nach Duisdorf kommen – vom Hauptstandort in Straelen am Niederrhein aus wäre das eine zu weite Anreise. Er verkauft auch Blumen in der Domstadt. „Wir machen hier 30 Prozent des Kölner Umsatzes.“ Aber auch nur im Frühjahr und Herbst, dann verkaufen sie in Duisdorf zu zweit. Jetzt in den Sommerferien ist der Betrieb sehr entspannt.

Enger Kontakt zu den Kunden

Sie alle kommen gerne auf den Schickshof. „Die Kundschaft ist sehr treu und freundlich und auch offen für neue Backwaren“, sagt Felber. „Es fällt immer gleich auf, wenn es etwas Neues gibt.“ Hauptsächlich verkauft ihre Familie in der Handwerksbäckerei im beschaulichen Sinzig, das sei aber zu wenig gewesen. „Wir haben einen weiteren Absatzmarkt gesucht.“ Den fand sie in Duisdorf, wo sie freitags und samstags verkauft.

Man hat zwischendurch auch immer wieder Zeit, sich mal länger mit den Kunden zu unterhalten. Bei Mallon's Zauberfrüchte trinkt man dann auch schon mal eine Tasse Kaffee mit den Leuten, wenn es der Betrieb hergibt. Mit vielen ist Peter Mallon seit Langem per Du. Einer kommt schon seit 29 Jahren zu ihm. „Die Stammkunden kann man einschätzen.“ Das heißt, er weiß, was er für wen auf jeden Fall mitbringen muss. Aber es geht über das Geschäft hinaus. „Ich kenne die Urlaubsziele, Vorlieben, Lieblingsmusik und die Kinder und Enkel.“ Das gehöre halt dazu, sagt Mallon. Er weiß auch: „Die Kaufkraft hat rapide abgenommen.“ Dennoch will er die letzten Jahre bis zum Ruhestand auch noch nach Duisdorf kommen.

Relativ neu auf dem Duisdorfer Wochenmarkt ist Moritz Simons, der mit seiner Frau seit zwei Jahren Wild und Geflügel anbietet. Wildschweinsteak, Reh-Fleischwurst, Burger-Pattys aus Hirsch-Gehacktem aus dem eigenen Forstbetrieb bei Euskirchen – das findet man tatsächlich sonst nicht in Duisdorf, dazu hochwertiges Kikok-Hühnerfleisch. Man findet Simons Wild und Geflügel auch in Beuel, Köln und in der Altstadt. Den Duisdorfer Markt finden sie gut. „Das ist ein gemütlicher Markt.“ Und sie haben immer gut zu tun, denn die Kundschaft schätzt das Besondere und gibt dafür auch gerne mehr Geld aus.

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