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90 Jahre Waldfreunde Duisdorf: Der Hüter des Waldes

90 Jahre Waldfreunde Duisdorf : Der Hüter des Waldes

Bruno Schmidt organisiert als Vorsitzender der Waldfreunde nicht nur die Feiern im Jubiläumsjahr. Er ist im Hardtberger Wald ein Hansdampf-in-allen-Gassen.

„Ich war mein Leben lang mit der Natur verbunden.“ Wenn Bruno Schmidt zurückdenkt, war er schon immer in Wald und Flur unterwegs. Der Opa hatte ihm als Kind Pflanzen und Tiere erklärt, der Onkel war Jäger. Das färbt ab, Schmidt ist seit drei Jahren Vorsitzender der Waldfreunde Duisdorf.

Im Hardtbergwald ist er dementsprechend oft, eigentlich fast jeden Tag. Aber nicht, um spazieren zu gehen, wie es die meisten Menschen dort oben tun. Er schaut auf dem größten Grillplatz Bonns, der dem Verein gehört, nach dem Rechten, hat mit einigen Gleichgesinnten gerade 180 Nistkästen gereinigt, füttert im Winter Vögel, organisiert im Frühjahr und Herbst die Waldreinigung, repariert Bänke, bessert den Weg zum Grillplatz aus und lädt zum traditionellen Hahneköppen und Ostereiersuchen ein.

Natürlich nicht alleine, aber es werden dringend weitere Mitstreiter gesucht. „Unser Altersschnitt ist sehr hoch, und es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man erst Mitglied bei den Waldfreunden wird, wenn man in Rente geht“, sagt Schmidt. Ihm wäre es anders lieber, wenn nämlich auch jüngere Leute mit anpacken würden. „Im Moment sind es zehn bis zwölf Mitglieder, die mitarbeiten, aber die sind alle über 70.“ Dabei gebe es gerade beim Grillplatz immer etwas zu tun.

"Wir haben in der Zukunft viel vor"

Viel zu tun und zu organisieren für den 61 Jahre alten Frühpensionär, dessen Verein in diesem Jahr das 90-jährige Bestehen feiert und aus diesem Anlass Mitte Oktober ein Jubiläumsfest in Witterschlick ausgerichtet hat. Die Örtlichkeit hat durchaus eine Bewandtnis, denn rund die Hälfte der 163 Mitglieder kommen aus Alfter und Witterschlick, die andere Hälfte ist in Duisdorf beheimatet.

„Wir haben in der Zukunft noch viel vor“, sagt Schmidt. Der Grillplatz bräuchte einen Wasser- und Abwasseranschluss, aber das ist mit 25.000 bis 30.000 Euro auf lange Sicht kaum bezahlbar. Mit Spenden wurden vor einiger Zeit die Toiletten saniert. Um sie zu betreiben, wird Regenwasser in Tanks gesammelt und eine Klärgrube regelmäßig ausgepumpt.

Mit Kopfschütteln reagiert Schmidt, wenn er erzählt, wie die Leute sich im Hardtbergwald benehmen. Auf dem Parkplatz nahe der Grillhütte werden immer wieder Unmengen von Müll abgeladen, im Frühjahr wurden 45 Reifen wild entsorgt. Die Polizei kontrolliert dort regelmäßig, aber die Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen, ist schwierig.

Viel Vandalismus im Wald

Der Parkplatz wird auch immer kleiner, weil Leute ihren Kompost an die Ränder kippen und er langsam zuwächst. „Wir hätten gerne eine Schranke installiert, aber das ist ein öffentlicher Wanderparkplatz, deshalb geht das nicht.“ Der Platz ist mit seinen vielen Schlaglöchern auch wieder mal sanierungsreif.

Viele Hundehalter ließen ihre Tiere im Wald frei laufen, sodass überall „Tretminen“ lauern. Vorwiegend im Derletal werden immer wieder Nistkästen von den Bäumen abgeschlagen, und der Grillplatz selbst ist auch schon häufiger das Ziel von Vandalen geworden. Deshalb hängt dort inzwischen eine Kamera mit Bewegungsmelder. Trotzdem wurden in diesem Jahr zwei Fälle von Feuer auf dem Grillplatz registriert.

Der Platz, der für Feste in der Regel bis zu 100 Leuten zum Selbstkostenpreis vermietet wird, ist im Sommer ganz besonders beliebt und quasi ein Alleinstellungsmerkmal für den Stadtbezirk. „Dann ist er fast jeden Tag verpachtet.“ Beim Grillfest der Waldfreunde, beim Hahneköppen oder nach der Waldreinigung sitzt man dort gemütlich zusammen. Die Kosten der Fremdvermietung liegen bei 65 bis 120 Euro, je nach Personenzahl. Ansprechpartner ist Werner Krips unter 02 28/62 34 11.

Weitere Infos unter www.waldfreunde-duisdorf.de