Schülerfragen beantwortet: Der Bürgernähe auf der Spur

Schülerfragen beantwortet : Der Bürgernähe auf der Spur

Der Europa-Abgeordnete Axel Voss hat im Hardtberg-Gymnasium Schülerfragen beantwortet. Über den Ausgang der Landtagswahl war der Europa-Abgeordnete Axel Voss (CDU) am Tag danach verständlicherweise nicht sehr erbaut.

Er sehe eine Zukunft der Neuverschuldung: "Das wird ins Desaster führen", sagte er am Montag zu Oberstufenschülern des Hardtberg-Gymnasiums, die ihn anlässlich der Veranstaltungsreihe "Schule trifft..." befragten. Man müsse jetzt anfangen gegenzusteuern.

Warum man die CDU als junger Mensch überhaupt wählen sollte, wollte ein Schüler provozierend wissen. Voss gab zu: "Die CDU kommt immer etwas altbacken daher, weil wir auch überaltert sind." Aber es gebe Anreize auch für Neuwähler, gerade weil sie heute über ihre Lebensumstände in der Zukunft entscheiden könnten.

Voss präsentierte den Jugendlichen die Christdemokraten als die Partei, die langfristig plant. "Die CDU ist meiner Meinung nach die einzige Partei, die versucht, die Gesellschaft beisammen zu halten. Das ist aber immer schwerer geworden."

Die Frage, wie er zum Wahlrecht für 16-Jährige stehe, beantwortete Voss zurückhaltend: Er bezweifle, dass sich diese Altersgruppe schon mit politischen Inhalten befasst. Auf die Politikverdrossenheit junger Wahlberechtigter angesprochen, sagte er: "Demokratie lebt vom Mitmachen. Denn wenn sich die Wähler immer mehr abwenden, kann man doch irgendwann nicht mehr sagen, das ist das richtige System."

Das Problem sei, dass in der Öffentlichkeit mehr die Fehler einiger weniger schwarzer Schafe bekannt würden. Man müsse weg von nicht nachvollziehbaren Entscheidungen und "Selbstbedienungspolitik", um die Menschen dafür zu begeistern.

Die Schüler stellten Fragen quer durch die Themen der EU-Politik: Die Folgen der Frankreich-Wahl, der Umgang mit Oppositionspolitikern in der Ukraine, die Proteste gegen den Acta-Vertrag zur Urheberrechtssicherung und das Thema Bürgernähe der EU-Politik wurden gestreift.

Die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei stießen auf besonderes Interesse. Die EU wäre mit dem Beitritt finanziell, politisch und geografisch überfordert, so Voss. Er sehe die Türkei eher als starken Partner denn als Mitgliedsstaat.

Mehr von GA BONN