Der Blick aus dem All öffnet die Augen

Der Blick aus dem All öffnet die Augen

Der Blick auf die Erde aus dem Weltall ist faszinierend, unser blauer Planet wirkt fragil und verletzlich. Wie sehr die Erde tatsächlich bereits durch den voranschreitenden Klimawandel gelitten hat, davon konnten sich gestern die Kinder der Klasse 4b der Ludwig-Richter-Schule bei einem Vortrag des Germanwatch-Umweltpädagogen Stefan Rostock überzeugen.

Er zeigte den jungen Umweltforschern Satellitenaufnahmen, die deutlich sichtbare Spuren der weltweiten Veränderungen zeigen. Seit 2004 bietet Germanwatch Schulen die Reihe Klimaexpedition an. Schülern der Sekundarstufen eins und zwei werden von Experten Livebilder der Erde gezeigt und diese dann mit Archivaufnahmen verglichen. 1500 Projekttage wurden seitdem bundesweit unterstützt.

"Wir erproben gerade in einem Versuchsprojekt, ob das Programm auch auf Grundschüler angepasst werden kann", erklärte Rostock. In der Pilotphase würden zwar noch keine Livebilder gezeigt, dafür stünden einfach noch keine Mittel bereit, doch auch die Arbeit mit Archivmaterial würde bei den jüngeren Schülern schon begeistern, sagte er.

"Ich fand das ganz toll heute. Wir alle haben anderthalb Stunden sehr konzentriert gearbeitet und einiges gelernt", so die Klassenlehrerin Katrin Schroeder. Über drei Kontinente führte die virtuelle Reise an die klimaversehrten Beispielplätze der Erde. "Wir schauten uns den afrikanischen Tschadsee an, die asiatischen Gletscher Bhutans und Satellitenbilder des über Amerika wütenden Hurrikans Kathrina", so Rostock.

"Eigentlich kommt das Thema Kohlendioxid erst in der weiterführenden Schule dran. Es war ein bisschen kompliziert, aber mit den Beispielen hat man es schnell verstanden", sagte Nour (10). Es sei alles leichter, wenn man Fotos sehe, die zeigten, wie sich zum Beispiel Gletscher zurückzögen.

Der Besuch Rostocks ist schon der fünfte in einer Grundschule. "Wir probieren noch Methoden aus, wollen aber, wenn wir Sponsoren finden, die Klimaexpedition auch in Grundschulen anbieten, dann möglichst auch mit Livebildern", so Rostock.

Weitere Informationen auf: www.germanwatch.de

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