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Sportplatz Brüser Berg: Das Vereinshaus vergammelt weiter

Sportplatz Brüser Berg : Das Vereinshaus vergammelt weiter

Seit einem halben Jahr liegen die Wertgutachten für das immer weiter verfallende Vereinshaus des 1. SF Brüser Berg vor. Die gut 50 mal sechs Meter große, dreigeschossige Bauruine gammelt weiter vor sich hin, was die Politik nicht länger hinnehmen will.

Die CDU-Stadtverordnete Birgitta Jackel und CDU-Bezirksfraktionschef Wolfgang Esser haben sich die Tribüne mit den Vereinsräumen noch einmal angesehen und seit ihrem Besuch davor weitere Verwüstungen festgestellt. Damals seien zum Beispiel noch alle Fenster heil gewesen, sagt Esser. „Auf der Aschenplatzseite befindet sich jetzt ein verdübelter Bauzaun. Das hätte man von vornherein machen können.“ Der Zaun auf der anderen Seite des Gebäudes lässt sich aber leicht umgehen, um dann durch zwei offenen Türen leicht ins Innere zu gelangen. Oft würden sich aber auch Zuschauer auf die schattigen Tribünenplätze setzen, sagt Jackel.

Die beiden Politiker erinnern sich noch, dass nach der Insolvenz des 1. SF Brüser Berg vor anderthalb Jahren Spielerpässe auf dem Boden verstreut lagen. Ein Kühlschrank, Schränke, eine Tischtennisplatte und weitere Teile der Einrichtung sind demoliert worden. In vielen Ecken liegt Müll herum. „Es ist eine Schande, dass der Verein damals eingegangen ist. Er hat auch Integrationsarbeit geleistet“, sagt Esser.

Ansonsten ist die Anlage, die auch das Schulzentrum Hardtberg nutzt, gut in Schuss und ausgelastet, auch der Aschenplatz und die Basketballfelder. Nach der Auflösung des 1. SF Brüser Berg 2014 wurde der Trainingsbetrieb der Jugend-Leistungsmannschaften des Bonner SC vom Tennenplatz An der Josefshöhe auf den Kunstrasenplatz Brüser Berg – übrigens der erste der Stadt – verlegt. Sobald der Umbau des Tennenplatzes 2 An der Josefshöhe in einen Kunstrasenplatz abgeschlossen ist (der Bau beginnt jetzt), würden SC-Jugendmannschaften nach und nach vom Brüser Berg abgezogen, teilt der städtische Vizesprecher Marc Hoffmann mit.

Ansonsten ist aber vor allem der 1. Jugendfußballclub (JFC) Brüser Berg von 2015 am Sportplatz heimisch. Vorsitzender Rolf Schäfer und Jugendleiter Dietmar Brux stecken viel Engagement in ihre Arbeit. Es gibt sechs Mannschaften mit Spielern zwischen fünf und 14 Jahren. „Wir fangen viele Jugendliche auf“, sagt Brux zum Nachlass des 1. SF Brüser Berg. „Es ist schade, dass es nicht genutzt werden kann“, sagt er zum verlassenen, halbfertigen Vereinsheim. Der 1. JFC hat sich selbst den kleinen Bau nebenan für die Umkleiden, Material und einen Gesellschaftsraum hergerichtet.

Jackel und Esser wollen nun wissen, wie es am Schießstandweg weitergeht und haben eine Große Anfrage gestellt, die die Stadt in der Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg am 4. Oktober beantworten soll. Es geht darum, was derzeit alles getan wird, um den „unhaltbaren Zustand zu beenden und darauf hinzuwirken, dass das städtische Grundstück wieder in unbelastetem Zustand an die Stadt zurückfällt“. Die CDU will zudem erfahren, wer für die Verkehrssicherheit zuständig ist und in welchen Abständen diese überprüft wird. Hoffmann bestätigt, dass zur Absicherung Bauzäune und Bretter verbaut wurden. Sie sollen das Betreten verhindern. Aber: „Gegen Einbruch kann das Gebäude nicht hundertprozentig gesichert werden.“ Eigentlich habe der Bau laut CDU Ende 2012 fertig sein sollen. Ein halbes Jahr vorher seien die Arbeiten dann eingestellt worden.

„Da sich nichts getan hatte, habe ich die Immobilie mittlerweile aus dem Insolvenzbeschlag freigeben müssen“, teilt Rechtsanwalt Christian Frystatzki mit, der als Insolvenzverwalter tätig war. Alles sei nun Sache des Vereins und seiner Organe. Auch in der Politik wird schon gemunkelt, dass das Haus an Ex-Vereinschef Heinz Hentschel zurückgegangen ist. Er war am Dienstag nicht zu erreichen.

„Derzeit liegen noch Rechte Dritter auf dem Erbbaurecht“, teilt Hoffmann mit. „Die Verwaltung bemüht sich um Freimachung von diesen Rechten, um eine Rückführung an die Stadt zu erreichen und dann zu entscheiden, wie mit dem unfertigen Bauwerk weiter umgegangen werden soll.“