Fest der Mieterinitiative Medinghoven: Das Netzwerk funktioniert

Fest der Mieterinitiative Medinghoven : Das Netzwerk funktioniert

In ihrem Stadtteil fühlen sich Leila (13) und Lilav (16) wohl. Man könne dort Zeit verbringen und müsse sich auch abends auf der Straße keine Sorgen machen. „Die Nachbarschaft ist gut“, finden sie. Die richtete gestern im Innenhof des Wohnblocks Europaring 41-51 zusammen mit der Mieterinitiative Medinghoven das erste Mieterfest aus. Eine gelungene Premiere.

Nettes Beisammensein und gute Laune standen im Vordergrund. Einige Frauen aus Medinghoven boten Kinderschminken an, was rege genutzt wurde: Man sah Schmetterlinge, Katzenschnurrhaare, Herzchen und immer wieder Deutschlandfahnen in den Gesichtern.

Weiterhin hatten viele Mieter Kuchen, Salate und andere Snacks mitgebracht, die einige Freiwillige ausgaben – ein vielseitiges internationales Buffet kam da zustande.

Die Mieterinitiative wurde 2013 nach den Bränden in Häusern am Europaring auf Betreiben des Diakonischen Werkes gegründet. Man wollte mit den Mietern ins Gespräch kommen, sagte Reinhard Jansen von der Sozialberatung im Stadtteilbüro Medinghoven der Diakonie.

Dabei habe man eine „konstruktiv-kritische Haltung“ angestrebt. In den einzelnen Wohnblöcken wurden Vertreter gewählt, die Ansprechpartner für die anderen Bewohner sein sollten, mit der Zeit bildete sich ein Netzwerk.

Die Initiative stellt auch Kontakt zu den Immobiliengesellschaften her, denen die Häuser gehören. „Es läuft noch schleppend, aber es wird“, sagte Yvonne Petervari, eine der Haussprecherinnen. Bei der LEG habe es schon Veränderungen gegeben, während die Häuser von Vonovia – ehemals Deutsche Annington – zum Teil noch in einem „katastrophalen“ Zustand seien.

Jansen will aber nicht nur die Vermieter an den Pranger stellen. „Die Mieter sind teilweise mit schuld.“ Etwa wenn es um Sauberkeit in den Häusern oder herumliegenden Müll davor gehe. „Wir wollen das Gespräch mit dem Hausmeister und einzelnen Mietern suchen“, so Sprecherin Melanie Sbouy.

Dafür habe man den Hausmeister schon angesprochen und wolle mit ihm von Tür zu Tür gehen, um den Mietern zum Beispiel das Konzept der Mülltrennung noch einmal zu erklären, so Jansen. Daneben seien schon kleinere Mängel an den Häusern behoben worden, sagte er.

„Wir haben viele dunkle Durchgänge hier.“ Oft war die Beleuchtung defekt, oft habe es lange gedauert, bis das repariert wurde. Durch die Initiative sei das besser geworden. Die ist noch jung und hat schon einiges erreicht.

Die Initiative hat sich ein gutes nachbarschaftliches Miteinander und die Verbesserung des Wohnumfeldes zum Ziel gesetzt und will Aktionen, zum Beispiel Kunstprojekte gegen die Anonymität in den Häusern durchführen.

Das Fest ist auch eine dieser Aktionen und war erfolgreich: Die Mieter arbeiteten gut zusammen. „Wir wollen zeigen, dass Potenzial da ist, dass es viele Menschen hier gibt, die etwas bewegen wollen“, sagte Jansen. „Das ist eben auch Medinghoven.“