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Frische Farbe nach 50 Jahren: Das Hardtberger Rathaus wird saniert

Frische Farbe nach 50 Jahren : Das Hardtberger Rathaus wird saniert

Das Hardtberger Rathaus wird in den kommenden Jahren für 600.000 Euro saniert. Das ist auch nötig, denn mittlerweile bröckelt an vielen Stellen der Putz.

Vor  50 Jahren, 1969,  hat das Rathaus seinen – damals – strahlend weißen Anstrich bekommen.  Die Duisdorfer wollten den Bonnern eine schöne Braut übergeben:  Mit der kommunalen Neuordnung kam das Amt Duisdorf unter das Dach Bonns, der Stadtbezirk Hardtberg wurde gebildet. Eine gewisse Häme konnte der Autor eines Artikels im General-Anzeiger vor einem halben Jahrhundert wohl nicht verbergen. In der Amtsverwaltung werde „klar Schiff gemacht“ schrieb er. So jedenfalls nenne die Bevölkerung die große Verschönerungsaktion an und in den öffentlichen Gebäuden.

Noch im Jahr zuvor hatten die Duisdorfer Politiker bei der Aufstellung des Haushaltes von der dringend notwendigen Instandhaltung wegen fehlender Mittel abgesehen. Doch als die Eingliederung als neuer Stadtbezirk Hardtberg unmittelbar vor der Tür stand, wurde, gedeckt durch einen Nachtragshaushalt, die Verschönerung in Auftrag gegeben. 6000 Mark standen für den Anstrich der Fassade, der Fenster und einiger Innenräume zur Verfügung.

Das Rathaus Hardtberg wurde 1905 erbaut und in den 1950er Jahren nach hinten und seitlich erweitert. Ein Türmchen zur Straßenseite wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Foto: Privat

„Ein klein wenig werden dabei Potemkinsche Dörfer gebaut. Denn nur die Außenfassade zur Bonner und Lengsdorfer Straße werden ihr Alter unter Tünche verbergen“, heißt es im Artikel. Innenhof und Rückfront blieben im alten Zustand – „kein Geld“. Dafür habe die Amtsverwaltung aber „einige Tausend Märkchen“  ausgegeben, um ihren „alten Bediensteten unter neuem Dienstherrn freundlichere Arbeitsräume mit neuen Tapeten“ in der Nebenstelle einzurichten.

Nach 50 Jahren ist das einst strahlende Weiß graustockig, der Putz blättert. Das Rathaus Duisdorf hat eine Verschönerung dringend nötig. Seit mindestens zehn Jahren appellieren die Hardtberger an die Verwaltung in Bonn, die Repräsentanz herzurichten. Durch die Geschichte zog sich bis jetzt der immer gleichlautende Einwand: „kein Geld“.

Im Altbau gibt es noch originale Bestandteile wie etwa das Treppenhaus oder die farbigen Fenster. Dieser Gebäudeteil steht bereits unter Denkmalschutz. Foto: Specht

Aber nun ist es amtlich, die Bezirksverwaltungsstelle wird saniert. Die geplanten Ausgaben belaufen sich auf rund 600 000 Euro. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde wurde eine neue Fassadengestaltung in Anlehnung an die historische Vorlage erarbeitet. Die Bürger können sich die Farbmuster auf der Rückseite an der Villemombler Straße anschauen.

Das Konzept sieht vor, die Baukörper der verschiedenen Bauphasen in leichten Farbnuancen voneinander abzusetzen. Die Fenster sollen außen wieder die ursprüngliche dunklere Farbe erhalten.

Der Unterausschuss Denkmalschutz  – der nur sehr selten Gast im Rathaus ist – wurde unlängst von Stadtkonservatorin Katrin Bisping um und durch das Gebäude bis hinauf in den Dachstuhl geführt. Tatsächlich gibt es im Altbau noch originale Bestandteile wie etwa das Treppenhaus oder die farbigen Fenster im Aufgang.

Das Rathaus wurde 1905 erbaut und in den 1950er und 1980er Jahren nach hinten und seitlich erweitert. Der alte Teil steht unter Denkmalschutz. Ein Türmchen zur Straßenseite wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Bei der Besichtigung des Dachbodens staunten die Ausschussmitglieder über die Größe und die beeindruckende Balkenkonstruktion. Auch das Dach wird saniert, ebenso Regenrinnen und Fallrohre. Der Vorschlag, dort beispielsweise ein Trauzimmer einzurichten, wird jedoch schöne Vorstellung bleiben.

Die Rede ist von einer klassischen Instandhaltungssanierung. Immerhin, die Hardtberger sind froh, dass ihr Rathaus nun auf der Prioritätenliste des Städtischen Gebäudemanagements steht und demnächst im alten Glanz repräsentiert. Seit Jahren reklamieren sie den „erbärmlichen und heruntergekommenen Zustand“, wie Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand erinnerte.