Naherholungsgebiet am Rande Bonns: Das Derletal wird 40 Jahre alt

Naherholungsgebiet am Rande Bonns : Das Derletal wird 40 Jahre alt

Die „Grüne Lunge“ der Stadt hat sich von der Wildnis zum beliebten Erholungspark entwickelt. Bis der Park im Juni 1979 – also vor genau 40 Jahren – seiner Bestimmung übergeben wurde, war es ein langer Weg.

Am Anfang war Wildnis, ein schwer zugängliches Gelände, Reste von Obstgärten: So sah die 33 Hektar große Fläche bis in die 1970er Jahre aus, die heute unter dem Namen Derletal als Naherholungsgebiet bekannt ist. Bis der Park im Juni 1979 – also vor genau 40 Jahren – seiner Bestimmung übergeben wurde, war es ein langer Weg. Bereits in den 60er Jahren hatte der Landschaftsplaner Fritz Eggeling das Gelände mit Bolzplätzen, Abenteuer- und einem Wasserspielplatz am Reißbrett entworfen. Allerdings war der Öffentlichkeit sein Entwurf zu weitgehend, ein ökologisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, in den Naturhaushalt würde zu stark eingegriffen.

In den 70er Jahren nahm die Stadt einen neuen Anlauf. Reinhard Grebe berücksichtigte in seinen Ideen die vorhandene landschaftliche Gliederung des Tals am Heilsbach. Der Entwurf ging stärker auf die Bedeutung der an der Straße In der Dehlen liegenden Fläche ein, die bis heute eine wichtige Funktion als Kaltluftschneise für die Stadt hat. Die feuchte Talsenke, das Derletal mit dem Bach entfalten ein kühlende Wirkung über den Stadtbezirk hinaus.

Die Umsetzung von Grebes Planung kostete 3,3 Millionen Mark, kein Pappenstiel angesichts der erheblichen Investitionen in den Ausbau der Rheinaue, die ebenfalls im Jahr 1979 mit der Bundesgartenschau eröffnet wurde. Die Hardtberger Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand erinnert daran, dass 80.000 Bäume und Sträucher gepflanzt, 70 Sitzbänke aufgestellt wurden. Die Landschaftsbauer schufen Picknickflächen, Schutzhütten, einen Kinderspielplatz und legten drei Teiche an. Hardtbergwald und Kottenforst sind über ein neun Kilometer langes Wegenetz erreichbar.

Zweitgrößte grüne Lunge

Das Derletal ist nach der Rheinaue die zweitgrößte grüne Lunge im Stadtgebiet. Alt-Oberbürgermeister Hans Daniels, der damalige Oberstadtdirektor Karl-Heinz von Kaldenkerken und Hardtbergs Bezirksvorsteher Heinz Keiser übergaben vor vier Jahrzehnten am 16. Juni den Park seiner Bestimmung.

Am Rande des weitläufig begehbaren Tals entstanden das Hardtbergbad, bislang Bonns einziges ganzjährig geöffnetes Kombibad, und eine Tennisanlage an Derlestraße/Wesselheideweg. Der Bonner Verein Bonnsai hat nun mit breiter Rückendeckung der Politik vor, im Derletal eine Frisbee-Anlage zu bauen. Die Eingriffe in den Naturraum für die Installation von zwölf Körben (das Spiel ähnelt im Grundsatz dem Golfen, nur eben mit Frisbees) sind überschaubar.

Der Kleingärtnerverein Derletal, ebenfalls gegründet vor 40 Jahren, pflegt auf rund 350 Quadratmetern Raum zwischen Hardtbergwald und Brüser Berg 39 Parzellen, die über Wasseranschluss und Holzlauben verfügen. Blumen, Stauden, Gehölze, Obst und Gemüse sind dort zu finden. Das Derletal ist eine landschaftlich geprägte Parkanlage mit wenigen pflegeaufwendigen Strukturen, großen Wiesen und Forstflächen.

Eine wertvolle Grünfläche

Der Pflegeaufwand für das Amt für Stadtgrün ist nicht unerheblich: „Rechnerisch sind etwa 1,5 Mitarbeiter für die Pflege des Derletals verantwortlich“, sagte Kristina Buchmiller aus dem Presseamt. Die Arbeit beinhalte im Wesentlichen Rasen- und Wiesenschnitt, Gehölz-, Baum- und Wegepflege. Jährlich, vor dem Derletalfest, komme ein umfangreicherer Pflegedurchgang hinzu. Für Bezirksbürgermeisterin Thorand ist nicht nur die gute Erreichbarkeit ein Vorteil: „Hier findet man Ruhe und Entspannung von der Hektik des Alltags.“ Das Derletal sei für Jogger, Radler, Spaziergänger, aber auch Kinder ein bedeutender Ort. Das Tal diene „als Treffpunkt für Jung und Alt“.

Stadtbaurat Helmut Wiesner betont ebenfalls die Bedeutung der Anlage für die Bürger: „Das Derletal ist eine Grünfläche am Siedlungsrand, in der sich Natur und Mensch begegnen. Mit 33 Hektar nach der Rheinaue zweitgrößte Parkanlage in Bonn, hat ,die Derle' für die Naherholung der Bevölkerung einen großen Wert.“ Das Tal versorge die umliegenden Siedlungsbereiche mit Kaltluft, was gerade bei zunehmenden Hitzesommern wichtig sei. Für Pflanzen und Tiere sei ein solches Gelände ebenso wichtig. „Das Derletal ist eine wertvolle Grünfläche, die richtigerweise unter Landschaftsschutz steht“, sagte Wiesner.

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