Evangelische Kirche Bonn: „Das Beste kommt zum Dessert“

Evangelische Kirche Bonn : „Das Beste kommt zum Dessert“

Der langjährige Superintendent Burkhard Müller feiert seine goldene Ordination. Der Ruheständler will sich weiter in der Gemeinde einbringen.

Am 13. November 1966 erhielt Burkhard Müller, ehemaliger Pfarrer der Trinitatiskirche, nach dem Abschluss seiner Ausbildung seine Ordination. 50 Jahre sind seitdem vergangen, in denen viel passierte. Sowohl im Sozialen und Gesellschaftlichen, im Kirchlichen wie im Privaten. Dieses goldene Jubiläum nutzte die Gemeinde der Trinitatiskirche, um mit Müller auf das vergangene halbe Jahrhundert zurückzublicken.

Es habe in Müllers Zeit der kirchlichen Arbeit vier Phasen gegeben, sagte am Sonntag sein Nachfolger Eckhart Wüster. Die ersten Jahre nach seiner Ausbildung verbrachte Müller in Oberhausen. Er habe dort „eine sich öffnende Kirche“ erfahren, die ersten Gemeindebriefe und -feste entstanden und Müller habe sich an diesen Entwicklungen stets aktiv beteiligt. Nach dem Umzug nach Bonn sei er hier auf „großartige Kollegen“ gestoßen, die ihm halfen, das Gelernte umzusetzen. Auch in Bonn setzte er sich stets für die Aufgeschlossenheit der Kirche ein. Er initiierte einige Partnerschaften mit Gemeinden in anderen Ländern.

Aber auch Konflikte waren Teil seines beruflichen Weges. Er „mischte sich stets ein und bot seine Hilfe an, wo er konnte“, meinte Wüster. Seit einigen Jahren ist Müller nun im Ruhestand, doch ausruhen will er sich trotzdem nicht. Er sei weiterhin sehr präsent und setze wichtige Akzente in der Gemeinde, so sein Amtsnachfolger.

Am Sonntag hielt Müller zu seinem Jubiläum die Predigt in der Trinitatiskirche. Er wolle sich nicht als „den großen Zampano“ feiern lassen, sondern alles so machen wie immer, sagte er zu Beginn des Gottesdienstes. Viele Leute aller Generationen waren gekommen. Es mussten noch schnell einige Stühle herbeigeschafft werden, um für alle Gäste Platz zu haben.

Und dann feierten sie ihn doch ein bisschen wie den Zampano. Wüster dankte Müller für 50 Jahre kirchliche Arbeit und Engagement in der Gemeinde und hob seine Musikalität hervor. Nach der Predigt gingen alle gemeinsam in den Innenhof und daraufhin in den Gemeindesaal, wo die Gemeinde ein kleines Beisammensein vorbereitet hatte. Kreativität sei eine wichtige Eigenschaft, um mit den Aufgaben des Lebens zurechtzukommen, meinte Müller und wünschte dies auch der Gemeinde für die nächsten 50 Jahre. Was er aus „seinem“ halben Jahrhundert mitnehme? „Die Wirklichkeit von Gemeinde. Das Gefühl, eingebunden zu sein und zu versuchen, etwas in der Welt zu verändern“, sagte Müller lächelnd. In seiner Predigt hielt er einen Dessertlöffel hoch. Dieser sei an sich unbedeutend, aber ein Zeichen dafür, dass das Beste erst noch kommt.