Verein kaufte Gebäude von Kirchengemeinde: CVJM zieht ins Hermann-Ehlers-Haus

Verein kaufte Gebäude von Kirchengemeinde : CVJM zieht ins Hermann-Ehlers-Haus

Das Hermann-Ehlers-Haus am Schieffelingsweg 27 bekommt eine neue Verwendung: Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) hat das Gebäude gekauft und findet dort in Duisdorf ab Juni ein neues Zuhause. Damit hat die Suche nach einem Käufer für die Johanniskirchengemeinde einen guten Abschluss gefunden.

Der Bonner CVJM saß bisher im Stadtzentrum und bereitet derzeit seinen Umzug vor. "Kinder und Jugendliche haben sich mit der Zeit verändert", sagt der Leitende Referent Stefan Niewöhner. In den vergangenen Jahren sei in der Gründerzeitvilla an der Kaiserstraße, wo der CVJM seine Heimat hatte, immer weniger los gewesen.

Zurzeit gebe es rund 40 Stammbesucher, die mindestens einmal pro Woche kämen. Rund 100 weitere ließen sich in unregelmäßigen Abständen blicken, so der Referent. Deshalb habe man sich schon 2011, als Niewöhner die Leitung übernahm, über die Zukunft Gedanken gemacht.

Saal und Garten sollten größer sein, am liebsten mitten in einem Wohngebiet mit vielen Familien. "Durch Zufall stießen wir dann auf das Hermann-Ehlers-Haus", sagt Niewöhner. Und es passte genau in die Vorstellung des Vereins. Weil die evangelische Johanniskirchengemeinde ihr neues Gemeindezentrum an der Matthäikirche baut, hatte sie für das alte keine Verwendung mehr.

Das Ehlers-Haus hat genügend große Räume und ist sogar barrierefrei gestaltet. Einziges Manko: Die Räume sind sogar so groß, dass für die CVJM-Wohngemeinschaft eine Wohnung abgetrennt werden muss. Seit 1966 ist der CVJM an der Kaiserstraße, vorher war die Villa dort noch ein Wohnhaus, zuletzt war sie sanierungsbedürftig.

"Dort hatte man eine der ersten offenen Türen in Bonn eingerichtet", sagt Karl-Gerhard Matthies, der in den 70er Jahren Leiter war. Davor war der CVJM in Baracken am Wittelsbacherring untergekommen, weil die damaligen Vereinsgebäude am Rheinufer während des Krieges zerbombt worden waren.

Als der Umzug in das Hermann-Ehlers-Haus geplant wurde, machten sich die rund 30 ehrenamtlichen Helfer Sorgen, wie man die 18- bis 25-Jährigen nach Duisdorf locken solle. "Aber die waren da am heißesten drauf", sagt Niewöhner. Zwar liege man in Duisdorf nicht mehr so zentral. Doch könne man dort viele Menschen erreichen. "Wir haben einen neuen Auftrag gefunden", sagt Stefan Niewöhner.

Nun müsse man die Duisdorfer für den CVJM begeistern. Durch den Verkauf der Villa sei genug Geld zusammengekommen, um das Ehlers-Haus zu kaufen und den Umzug zu finanzieren. Der ist aber zur Geduldsprobe geworden. In den vergangenen 40 Jahren habe sich viel Kram angesammelt, der nun nicht mitgeschleppt werden soll. "Derzeit sind wir wöchentlich am Entrümpeln", sagt Stefan Niewöhner. Ein Bauschutt-Container ist schon voll.

Derweil wächst der Neubau des Gemeindezentrums an der Matthäikirche. Durch den harten Winter ist der Zeitplan zwar etwas in Verzug geraten, aber man hofft, die Zeit wieder aufzuholen, sagte Presbyter Rolf Wiechers dem GA. Die Gemeinde will am 21. April das Richtfest feiern und das neue Gemeindezentrum Ende des Jahres öffnen. Bis dahin soll das Hermann-Ehlers-Haus noch zuweilen mitgenutzt werden, gemeinsam und in Absprache mit dem CVJM. Dieser ist im Übrigen froh, dass sich die Gemeinde nicht für einen Bauinvestor entschieden hat, sondern für eine Fortsetzung der christlichen Arbeit.

Das ist der CVJM

Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) ist mit mehr als 45 Millionen Mitgliedern die weltweit größte Jugendorganisation. Er ist überkonfessionell christlich geprägt, in 124 Nationalverbänden organisiert, wobei der Sitz des deutschen CVJM-Verbandes in Kassel ist.

Die Geschichte des CVJM in Deutschland begann, als sich 1848 mehrere protestantische Jünglingsvereine zum ersten regionalen Verband zusammenschlossen. Der CVJM in Bonn bietet eine offene Tür und Treffen für junge Leute jeden Alters an, aber auch Ferienfreizeiten und andere Aktionen.

Weitere Informationen unter www.cvjmbonn.de.