Müllsammler in Bonn unterwegs: Chaos vor dem Sperrmülltermin auf den Straßen von Duisdorf

Müllsammler in Bonn unterwegs : Chaos vor dem Sperrmülltermin auf den Straßen von Duisdorf

Müllsammler sorgten am Mittwochabend für Verkehrsprobleme in der Helmholtzstraße. Es herrschten teilweise chaotische Zustände auf den engeren Straßen.

Entlang der Helmholtzstraße wurde am Donnerstag der Sperrmüll abgeholt. Am Vorabend jedoch kam es zu größeren Verkehrsproblemen. Nach GA-Informationen herrschten am Mittwochabend in der engen Straße teilweise chaotische Verhältnisse, weil die Straße unter anderem durch Transporter von osteuropäischen Müllsammlern, die auf der Suche nach wertvollen Gegenständen waren, verstopft wurde. Nur mit Mühe konnten sich andere Verkehrsteilnehmer einen Weg durch die Sammler bahnen. Ähnlich, wenn auch nicht so schlimm, soll es auf der Rochusstraße ausgesehen haben.

Damit es zu solchen Situationen nicht mehr kommt, testet Bonn-orange derzeit das System, Sperrmüll in Bonn nicht mehr an festen Terminen, sondern auf Abruf abzuholen.  Dann werden die Abholtermine nicht schon im Voraus veröffentlicht, so dass professionelle Müllsammler sich vorbereiten können, um gezielt die Stadtgebiete anzufahren. Das Pilotprojekt wird in 20 Prozent aller Bonner Haushalte in verschiedenen Stadtteilen getestet, allerdings nicht in der am Mittwochabend betroffenen Straße.

„Das Projekt läuft noch bis Ende des Jahres, und wir sind sehr zufrieden. Es führt zu einem sauberen Stadtbild“, sagte Jasmin Mangold von Bonnorange dem GA.

Gezielt nach Metall gesucht

Oftmals sei es so, dass die Müllsammler den an den Straßenrändern aufgehäuften Sperrmüll gezielt nach Metallen durchsuchten und dabei schnell ein großes Chaos hinterließen. Oftmals entstünden Bonnorange dabei Zusatzkosten, weil ein großräumiger Bereich gereinigt werden müsse.

Am vergangenen Freitag habe Bonnorange nun dem Verwaltungsrat vorgeschlagen, den Sperrmüll auf Abruf auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten - da sich das Pilotprojekt bewährt habe. „Eine Entscheidung wurde allerdings auf das kommende Jahr vertagt“, sagte Mangold.

Kritik an Sperrmüll-Konzept

Hintergrund für das Pilotprojekt waren immer wieder kritische Stimmen zum bisherigen Modell, bei dem der Sperrmüll vier Mal im Jahr zu einem festen Termin in den jeweiligen Stadtteilen herausgestellt und von Bonnorange abgeholt wird. Der Sperrmüllkalender ist öffentlich einsehbar. Über die Jahrzehnte hinweg entstand so ein regelrechter Sperrmülltourismus. Ruft ein Bürger bei Bonnorange an und möchte einen Termin haben, so erhält er in den nächsten 14 Tagen einen Sperrmüll-Termin und zwar so oft er eine Abfuhr benötigt, und das entgeltfrei. Die Kosten sind über die Abfallgebühr gedeckt, so dass keine zusätzlichen Kosten für die Bürger entstehen.

Schon im Oktober zeigte sich Bonnorange vom Pilotprojekt begeistert, da eine Umfrage durchweg ein positives Ergebnis brachte. „Von den Haushalten in den Pilotbezirken, die bereits den Sperrmüll auf Abruf in Anspruch nehmen, äußerten sich 52 Prozent sehr zufrieden und 29 Prozent eher zufrieden“, heißt es in einer Vorlage für die zurückliegende Sitzung des Verwaltungsrates. Hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Abfuhren seien 84 Prozent der Befragten sehr zufrieden und 15 Prozent eher zufrieden.

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