"Hotel Kreutz": Büros mit Blick bis nach Köln

"Hotel Kreutz" : Büros mit Blick bis nach Köln

Die Bauarbeiten am "Hotel Kreutz" dauern an. Der neue Inhaber sucht Unternehmen als Mieter und verspricht eine fabelhafte Aussicht.

Bei klarem Wetter kann man der Staffelgeschoss-Terrasse dieses Gebäudes bis nach Köln sehen. Eine für viele Unternehmen sehr reizvolle Aussicht, davon ist Klaus Henrich überzeugt. Der Inhaber der Henrich-Immobilien GmbH hat das als "Hotel Kreutz" bekannte Haus am Ende des Fontainengrabens, in dem 40 Jahre lang das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) Büros hatte, im Frühjahr 2012 von der bisherigen Besitzerin Anna Kreutz gekauft. Nach der Sanierung sollen wieder Büroräume darin entstehen.

Ursprünglich hatte Henrich damit gerechnet, dass das Gebäude jetzt bereits bezugsfertig ist. "Aber die Planung war aufwendiger als gedacht." Außerdem habe sich das Genehmigungsverfahren ein wenig hingezogen.

Deshalb ist die Fassade noch in Baugerüst gekleidet, in den langen Fluren sieht es noch sehr nach Baustelle aus, überall liegt Material herum. "Ich bin an dem Punkt, an dem ich mit der Ausbauplanung für die Mieter beginne." Wer das sein wird, steht noch nicht fest. "Es gibt aber Interessenten." Der Bund habe angefragt, außerdem könne er sich ein Ärztehaus mit mehreren Praxen unter einem Dach vorstellen.

Enge Flure, von denen kleine Räume abgehen: Was tatsächlich als Hotel geplant war, bevor sich das BMVg dafür interessierte, das ist ideal für die Einrichtung von Büros, aber nicht für Wohnungen. Energetisch und technisch wurde das Haus auf den neuesten Stand gebracht, den weiteren Ausbau will Henrich auf die künftigen Mieter abstimmen.

Auf jeden Fall soll ein neuer Aufzug hinein, der nicht nur die drei Obergeschosse, sondern auch das Staffelgeschoss anfährt. Dort ist bislang die sperrige Aufzugsanlage aufgebaut. Die beiden Terrassen in luftiger Höhe sollen weitgehend bebaut und nur ein kleiner Freiluftbereich freigelassen werden: Dort oben pfeift der Wind, der eine dauerhafte Nutzung sehr unangenehm gestalten würde, und so will er den Platz dort nutzen zum Beispiel für einen Toilettenanbau. Denn vieles, wie die alten beengten Toilettenräume, sei nicht mehr zeitgemäß.

"Ein offenes Treppenhaus geht aus Brandschutzgründen gar nicht mehr", so Henrich, der zuletzt in der Innenstadt am Rhein ein Bürogebäude instand gesetzt hat. Das Haus soll außerdem barrierefrei sein, die Türrahmen müssten ersetzt werden, weil Glastüren momentan Mode seien, die man in die alten Rahmen nicht einbauen kann.

Im Keller wurde das alte Heizungs-Ungetüm entfernt, statt dessen bezieht Henrich jetzt Fernwärme von der Steag. Und an den Büroraumfenstern sind Sicherheitsstangen angebracht, auf die man sich lehnen kann. Das Erdgeschoss weist höhere Decken und Türen mit Rundbögen auf. "Das waren früher die Privaträume der Familie Kreutz." Gerade dort könne er sich eine Arztpraxis vorstellen.

Auch im Außengelände gibt es noch viel zu tun: "Der Parkplatz ist so, wie er jetzt ist, unattraktiv." Einige Stellplätze kämen weg, dafür Begrünung und Laternen hin. Wichtig ist ihm, dass das Haus am Ende etwas her macht und Unternehmen anlockt.

Wenn das etwas länger dauert, stört Henrich das nicht: "Ich stehe nicht unter Zeitdruck." Er weiß: "Unternehmer brauchen länger für so eine Entscheidung als ein Ehepaar auf Wohnungssuche. Ich bin an langfristigen Mietern interessiert."

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