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Brüser Berg: Pferdekoppel „An der Haeschmaar“ brannte zum zweiten Mal

An der Straße „An der Haeschmaar“ : Pferdekoppel auf dem Brüser Berg brannte zweimal in vier Tagen

Auf dem Brüser Berg hat eine Pferdekoppel an der Straße „An der Haeschmaar“ zweimal innerhalb kürzester Zeit gebrannt. Die drei Tiere konnten sich auf die Weide retten. Es wird vermutet, dass Brandstifter am Werk waren.

Auf dem Brüser Berg hat eine Pferdekoppel an der Straße „An der Haeschmaar“ zweimal innerhalb kürzester Zeit gebrannt. Wie Bonns Polizeisprecher Michael Beyer sagte, habe der offene Stall zunächst am frühen Freitagmorgen zwischen fünf und sechs Uhr in Flammen gestanden. Die Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass  der Brand den Bau samt Zaumzeug und anderen für die Pflege und Unterhaltung von Pferden notwendigen Geräten komplett zerstörte. Der Sachschaden betrage geschätzte 10.000 Euro. Am Montagmorgen, so berichtet Beyer weiter, hätten auf dem gleichen Grundstück nahe dem Brüser Damm Heuballen und eine Europalette in Brand gestanden. Die Polizei ermittle in alle Richtungen. Eine Brandstiftung erscheint bei der derzeitigen Wetterlage aber die wahrscheinlichste Ursache zu sein, zumal eine betroffene Pferdehalterin den Fund von Brandbeschleunigern schildert.

Manuela Kuhl und ihre 16 Jahre alte Tochter Daniela sind noch ziemlich angeschlagen ob dieser Nachrichten, zumal es nicht die ersten Vorfälle auf eben dieser Koppel waren, auf der unter anderem Danielas Stute Lantana lebt. Vor einer Woche in der Nacht auf Montag, so schildert es Daniela Kuhl, habe sie beim Besuch von Lantana festgestellt, dass die Hütte aufgebrochen war. Die Halfter lagen im nahen Wald. Jemand hatte die Futtersäcke aufgerissen und ausgeschüttet. Schon vor ihrer Fahrt zur Weide hatte die Jugendliche, die nur wenige Minuten entfernt mit ihrer Familie lebt, ihr Fahrrad in den Büschen liegend gefunden, wo sie es ganz bestimmt nicht abgestellt hatte. Letzteres muss nicht im Zusammenhang stehen mit den Geschehnissen auf der Koppel.

Ein gutes Jahr ist es jedenfalls her, da bemerkten die Kuhls im September 2018, dass Lantana mit einem Stromlitzenband gefesselt war, das für gewöhnlich zur Reparatur von Koppelzäunen benutzt wird. Die schwarze Rheinländerstute hatte sich die Fesseln bereits wundgescheuert.

Und nun also zwei Brände in dichter zeitlicher Abfolge. Insgesamt seien es laut Daniela Kuhl ihres und zwei weitere Pferde gewesen, die den Unterstand nutzten. Eines der Pferde habe isoliert gestanden, weil es derzeit mehr Futter benötige als die anderen beiden. „Es war reines Glück, dass dieses Pferd den Brand überlebte“, sagt sie. Offenbar sei ein Balken auf den trennenden Zaun gefallen, habe ihn nach unten gedrückt und so die Flucht auf die Weide ermöglicht. Dorthin konnten sich auch die beiden anderen Tiere retten. Den Pferden gehe es körperlich gut, „aber sie stehen immer noch unter Schock“. Wenn sie nicht beieinander stünden, würden sie sofort nervös.

So schätzt die Gemütslage auch Maxi Schall ein. Eines der Pferde auf der Koppel am Brüser Damm gehört ihr.  Die Pferde hätten einen „wahnsinnigen Schock erlitten“. Für eine Übergangszeit seien die Pferde nun bei einer Bekannten untergekommen. Über das Netzwerk Facebook hat Schall eine Nachricht veröffentlicht: Falls jemand Verdächtiges gesehen habe, solle er oder sie sich melden. Ihren Worten zufolgen habe die Polizei auf dem Gelände Brandbeschleuniger gefunden, wozu die Ermittler sich aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht äußern.

Bei Daniela Kuhl haben die Vorfälle innerhalb eines guten Jahres Spuren hinterlassen. So recht will sie nicht mehr ohne Begleitung vor die Tür gehen. Sie hofft nun, dass der Pächter der Weide am Brüser Damm die Koppel schnell wieder herrichten lässt, schließlich können sie nicht auf Dauer bei der Bekannten Unterschlupf finden.