Bonn: Polizei prüft Zusammenhang von vier Übergriffen

Meßdorfer Feld : Polizei prüft Zusammenhang von vier Übergriffen

Nach vier Fällen sexueller Übergriffe behält die Polizei das Meßdorfer Feld im Blick. Bei der Polizei sind bislang keine Hinweise auf den Sexualtäter eingegangen, der dort Frauen begrapscht hat.

Bei der Polizei sind bislang keine Hinweise auf den Sexualtäter eingegangen, der auf dem Meßdorfer Feld Frauen begrapscht hat. Alarmiert sind die Kriminalbeamten, weil sich binnen kurzer Zeit vier Vorfälle - allesamt Übergriffe auf Joggerinnen - ereignet haben. "Wir prüfen einen möglichen Zusammenhang. Außerdem steht das Gelände unter ständiger Beobachtung", erklärte am Mittwoch Polizeisprecher Robert Scholten.

Der erste Vorfall ereignete sich am Dienstag, 8. Oktober, am Weidenpesch, in Höhe der Brücke über den Stadtkanal. Gegen 14.05 Uhr war dort eine 19-Jährige beim Joggen von einem jungen Mann unsittlich berührt worden. Eine Woche später, am Dienstag 15. Oktober, waren zwei Frauen zu unterschiedlichen Zeiten auf ihrer Laufrunde die Opfer. Eine 22-Jährige wurde um 8.15 Uhr am Burgweg/Ecke Bonner Weg und eine 23-Jährige um 8.30 Uhr am Alten Bach Richtung Meßdorf von einem Unbekannten am Gesäß angefasst und angesprochen.

Dieses Video ist eine Kooperation des WDR und des General-Anzeiger.

Der vierte Vorfall ereignete sich, wie berichtet, vergangenen Montag, 21. Oktober, auf dem unbebauten Feld am Stadtkanal. "Nach dem bisherigen Ermittlungsstand joggte eine 21-Jährige gegen 8.30 Uhr über einen Feldweg, als ihr plötzlich ein junger Mann im Vorbeilaufen an das Gesäß griff", so Scholten. Anschließend sei der Mann geflüchtet. Am Nachmittag informierte die Frau die Polizei. Aus den bisherigen Aussagen der Opfer kristallisiert sich laut Polizei folgende Beschreibung des Tatverdächtigen heraus: Er soll zwischen 14 und 18 Jahre alt sein, mit schlanker Statur bei einer Größe zwischen 1,60 bis 1,70 Metern. Seine Hautfarbe wird einhellig als dunkel angegeben.

Die Zeugenbeschreibung der Kleidung variiert je nach Tattag. Gemeinsamer Nenner ist aber laut Scholten, dass der mutmaßliche Täter dunkel gekleidet war, einen Kapuzenpulli trug und eine dunkle Kappe aufhatte.

Wegen der Weitläufigkeit des Geländes könne die Polizei zwar nicht das gesamte Areal abdecken, so Scholten, "aber das zuständige Kriminalkommissariat wird von der Kriminalwache unterstützt. Wir wollen den Täter stellen, weil wir der Einschätzung sind, dass auch die anderen Sexualdelikte auf sein Konto gehen." Bislang sei kein Tatverdächtiger angetroffen worden. "Um überhaupt weitere Anhaltspunkte zu bekommen, haben wir das Merkmal seiner Hautfarbe veröffentlicht." Frauen unsittlich zu berühren sei klar ein Sexualdelikt und eine Bedrohungssituation für die Betroffenen.

Dass Opfer häufig erst später Alarm schlagen, hängt für Scholten mit dem Schamgefühl zusammen, über den sexuellen Übergriff zu sprechen. Sie würden sich einreden, dass es doch gar nicht so schlimm war. Das gesamte Team sei für solche Vorfälle geschult. Zudem stünden auch Psychologen zur Verfügung. "Die Polizei ist darauf angewiesen, schnell an die Informationen zu kommen, um sofort reagieren zu können." Zumal sich dann auch eher weitere Zeugen finden, die entweder noch vor Ort sind oder sich melden.

Scholten kann Joggern, vor allem Frauen, nur raten, immer aufmerksam zu sein. "Sie sollten jederzeit in der Lage sein, über den Notruf 110 Alarm zu schlagen." Nun dient eine Joggingrunde im Naherholungsgebiet hauptsächlich der Entspannung. Viele hören über Kopfhörer Musik. Ein Täter kann das Überraschungsmoment auszunutzen. "Generell gilt, dass jeder ein Handlungsszenario parat haben sollte: Was wäre, wenn mich eine Person attackiert?"

Hinweise auf den bislang unbekannten Täter nimmt das Kriminalkommissariat 12 unter 02 28/1 50 entgegen.

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