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Bonn im Wandel: Der Verein macht Bonn mit Blühwiesen nachhaltiger

„Bonn blüht und summt“ : Ehrenamtliche „Blühbotschafter“ machen Bonn nachhaltiger

Der Verein „Bonn im Wandel“ will die Stadt nachhaltiger und zukunftsfähiger machen. Ehrenamtliches Interesse weckt nun das neue Training zum Blühbotschafter.

Eine Augenweide im Frühjahr sind die Blühstreifen in Bonner Parks, auf Wiesen oder an Bäumen. Freilich sind sie auch Weiden für Hummeln und Bienen. Das Netzwerk „Bonn blüht und summt“ vom Verein „Bonn im Wandel“ hat die Initiative ins Leben gerufen. Der  Verein entwirft, unterstützt und veranstaltet Projekte, um die Stadt nachhaltiger, sozialer und zukunftsfähiger zu machen.

Eins davon ist „Bonn blüht und summt“. Dazu verteilen die Aktiven seit 2015 Tütchen  mit Saatgut, haben eine Kooperation mit dem Amt für Stadtgrün organisiert und für ihre Arbeit auch schon einen Preis erhalten: Sie sind ausgewähltes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2019. Doch dabei soll es nicht bleiben. Mit der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft wurde jetzt ein „Blühbotschafter*innen-Training“ entwickelt, das vom Bonner Spendenparlament gefördert wird.

Enorme Nachfrage und großer Wissensbedarf

„Wir betrachten uns als Bildungsprojekt“, berichtet Ursula Katthöfer vom Netzwerk „Bonn blüht und summt“. Beim Verteilen der Saatgut-Tüten hätten sie eine enorme Nachfrage und einen großen Wissensbedarf festgestellt. Um die Zahl der Multipikatoren zu erhöhen, sollen die ehrenamtlichen Blühbotschafter im Training alles über das Anlegen und Pflegen einer Blühfläche lernen. Ihr Wissen können sie an andere weitergeben.

Beim ersten Schulungstermin am Wochenende ging es erstmal mit einem groben Überblick los. Ein Wildbienenspezialist berichtete von den Zusammenhängen des Insektenrückgangs. Es wurde erklärt, was jeder Einzelne tun kann, um dem entgegenzuwirken. Dazu wurde Literatur vorgestellt. Unterm Mikroskop konnten die Teilnehmer verschiedene Insekten näher kennenlernen.

Das Interesse an der Ausbildung zum Blühbotschafter ist groß

„Dass man sich überhaupt mit dem Thema näher beschäftigt“, das sei der Plan, erklärte der Leiter der Biostation, Christian Chmela. Wissenswertes erfuhren die Blühbotschafter auch bei einem Rundgang über das Gelände der biologischen Station in Dransdorf. Dort wird unter anderem Saatgut der wichtigen Wildpflanzen vermehrt, auf die viele Insekten fliegen.

Beim nächsten Treffen steht ein Trainingsprojekt am Alten Friedhof auf dem Programm. Dann geht es um die Fragen, wie man den Boden für eine Blühfläche vorbereitet und welche Böden sich für welches Saatgut eignen?

In den weiteren zwei Terminen soll dann eingesät und gepflegt werden. Alle, die am Training teilnehmen, sollen ihr Wissen als Botschafter in ihrem Umfeld in Schulen, auf der Arbeit oder in der Gemeinde weitergeben, hofft Katthöfer. Dafür gibt’s am Ende dann auch eine Kiste mit Saatgut und Informationsmaterial.

„Das Interesse an der Ausbildung zum Blühbotschafter ist ausgesprochen groß“, freut sich Chmela. Die Organisatoren können sich durchaus vorstellen, das Training zu wiederholen, wenn das Projekt weiterhin gefördert wird.

Projekt begeistert über die Bonner Stadtgrenze hinaus

Die knapp zwanzig angehenden  Blühbotschafter, die am Freitag ins Training gestartet sind, kommen aus allen Ecken Bonns. Gemeinsam ist ihnen die Begeisterung für Blühflächen; die meisten haben es auch schon selbst probiert. Doch sie wollen mehr wissen und professioneller vorgehen - beispielsweise ihre Aussaat besser an den Boden anpassen. Was sie alle vereint: Sie wollen sich organisieren und ihr Wissen und vor allem ihre Begeisterung weitertragen können. So berichtete eine Teilnehmerin von zahlreichen Nachfragen zu ihrem Blühbeet: „Ihnen möchte ich gerne ein bisschen was Genaueres sagen.“

Ein Teilnehmer fasste die Motivation der Gruppe zusammen und fand damit allgemeine Zustimmung: „Ich möchte die Welt ein bisschen schöner machen.“ Auch über die Stadtgrenzen hinaus hat sich das Projekt der Blühflächen herumgesprochen. Eine Teilnehmerin hat in Bad Honnef bereits mehrere Blühflächen angelegt  und entwickelt nun weitere Pläne: „Ich würde gerne versiegelte Flächen in Bad Honnef aufbrechen.“

Wer nicht am Training zum Blühbotschafter teilnehmen kann, der bekommt das Angebot, die Anleitung für ein Blühbeet online zu lesen. Der Verein „Bonn im Wandel“ hat den Flyer „Mein Blüh-Beet in 7 Schritten“ entwickelt.