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Bonn-Hardtberg: Duisdorfer Jazz Sommer wackelt

Kultur in Hardtberg : Duisdorfer Jazz Sommer wackelt

Die Veranstalter haben das Musikprogramm durchgeplant mit Bands verschiedener Musikrichtungen. Doch bleiben bleibt unklar, ob das Festival tatsächlich wird stattfinden können.

Das Programm für den Duisdorfer Jazz Sommer hat Horst Bachmann, Vizevorsitzender des Vereins Hardtberg Kultur, fertig in der Schublade. Es ist eine abgespeckte  Version; Bachmann will so viel Kultur wie möglich anbieten. Seit diesem Montag seien kleinere Veranstaltungen mit maximal 100 Teilnehmern wieder erlaubt. „Wir werden die nächsten Wochen noch abwarten, wie sich die Lockerungen auswirken“, sagt er – in der Hoffnung,  dass das Festival am Sonntag, 7. Juni, im Kulturzentrum mit den Hot Jazz Boys starten kann.

So viele Sitzplätze wie im vergangenen Jahr werde es nicht geben. „Das Kulturzentrum hat eigentlich Plätze für 170 Personen“, sagt Bachmann. Jetzt werde ausprobiert, wie viele Stühle mit dem  Sicherheitsabstand in den Raum passen. „Wir rechnen mit rund 80 Personen.  Und das ist dann gerade die Hälfte der Leute, die normalerweise kommen.“

Das Konzert ist wie immer kostenlos. „Es wird nur gebeten, anschließend für die Musiker zu spenden“, sagt er. Wenn allerdings weniger Zuschauer kommen können, werden auch die Spenden sinken. Da müsse er sich noch mit den angemeldeten Bands absprechen, ob es sich für sie lohnen werde, zu kommen. Um die Hygienevorschriften einzuhalten, seien am Eingang sowie auf den Toiletten Desinfektionsspender aufgestellt. Und wer keine Maske dabei habe, für den gebe es im Kulturzentrum eine zu kaufen.

13 Bands treten auf

„Insgesamt haben sich 35 bis 40 Bands bei uns gemeldet“, sagt Bachmann. 13 sind es nun geworden, von Juni bis August jeden Sonntag ab 11 Uhr im Kulturzentrum auftreten werden. „Wir haben in der Regel eine Bonner Gruppe dabei. Diesmal ist es die Hardtberger Hot Pepper Jazz Band.“ Das Programm spiegelt immer die unterschiedlichen Stile des Jazz wider. „Angefangen mit dem ersten Jazz im 19. Jahrhundert in New Orleans, über King Oliver, der Tuba, Bass und Banjo dazu genommen hat. Weiter mit dem Chicagoer Jazz in den 1920er Jahren, als immer mehr weiße Musiker sich für das Genre interessierten und Saxofon und Klarinette integrierten.  

Und dann sind Bands dabei, die den New Yorker Jazz spielen, wie es etwa Benny Goodman tat. Auch der Jazz der 1960er Jahre aus England wird vertreten sein.“ Er bemühe sich, viele Variationen in das Angebot Jazz hineinzubringen, betont Bachmann. Die achtköpfige Band Hot Jazz Boys aus Meckenheim  legt ihren musikalischen Schwerpunkt auf klassischen Dixieland. Zu ihrem Repertoire gehören aber auch Oldies sowie Rock- und Popstücke. Den britischen Jazz der 1960er Jahre werden die Dom Town Seven präsentieren.

Corona könnte Veranstalter Strich durch die Rechnung machen

Die Ikonen des Chicagoer Jazz der 1920er Jahre wie King Oliver, Bix Beiderbecke und Louis Armstrong spielt die Hot Pepper Jazz Band. Aus Düsseldorf kommt die Band MachMaJaTzz, die das erste Mal im Kulturzentrum Hardtberg auftritt. Sie spielen überwiegend Swing und Artverwandtes aus den 1930er und 1940er Jahren. Stücke aus dem alten New Orleans, wie etwa den Chimes Blues von King Oliver oder den populären Jazzsong Bourbon Street Parade.

Bachmann weiß, dass Corona-Einschränkungen ihm einen Strich durch die Rechnung machen können. „Es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickelt. Es sind bis dahin ja immer noch gut dreieinhalb Wochen. Da kann viel passieren.“

Wie der Kulturvereinsvorsitzende Enno Schaumburg berichtet, sollen auch die fünf Künstlergruppen im Kulturzentrum wieder zum Zuge kommen. „Wir sind mit ihnen wegen Konzepten gemäß der Schutzverordnung im Gespräch. Der Verein wird Desinfektion und Masken zur Verfügung stellen.“