"Die Versenker": Alte Bekannte aus dem vorigen Jahr

"Die Versenker" : Alte Bekannte aus dem vorigen Jahr

Das "Rock im Tal"-Publikum kennt diese Band schon vom letzten Jahr. Und doch wird der Auftritt des Trios "Die Versenker" an diesem Samstag anders sein: "Das ist unser zweiter Auftritt mit dem neuen Sänger", sagt Bassist Tobias Görtzen.

Er und Schlagzeuger Denis Sarp arbeiten seit kurzem mit Sänger und Songwriter Marvin Orchmann zusammen. Der singt und spielt Gitarre. und wird für ein neues Musik-Erlebnis sorgen.

Die Band aus Köln ist wieder Headliner des Festivals im Derletal und tritt als letzte der acht Gruppen auf (siehe Spielplan). Für Görtzen ist "Rock im Tal" eine gelungene Mischung mit einem tollen Publikum. "Die Leute freuen sich, dass sie nicht nur 08/15-Musik bekommen." Und nicht nur die Lieder, die man sowieso immer hört, sondern auch viel Neues.

Davon haben "Die Versenker" einiges im Gepäck. Vorbei sind die Zeiten, als sie selber eine Coverband mit anderem Namen waren: Seit 2010 schreiben sie ihre Songs selber, und neben Liedern aus dem ersten Album " . . . dass ich völlig austicke" werden die Jungs auch viele aus dem 2013 erschienenen zweiten Album "Wertlos" spielen. Die Songs darauf seien "ein bisschen positiver, fröhlicher, tanzbarer und punkiger", sagt Görtzen. Die Bandbreite reicht von Pop bis Punk, aber am ehesten sehen sie sich als Rockband.

Das zweite Album entstand über Crowdfunding: Fans spendeten rund 15.000 Euro für die Produktion. Dafür konnten sie zum Beispiel Schlagzeuger Denis als DJ buchen oder in Liedtexten erwähnt werden. Auch über die Titel der bisherigen Touren haben sie im Internet abstimmen lassen. Dadurch rücken die Musiker und ihre Fans enger zusammen. Und für die Promo-Tour für ihr erstes Album hatten sie einen Bus gemietet und waren mit etwa 50 Fans zu drei Auftritten gefahren.

Die Fans als Teil der Band? Das ist das Konzept, aber es hat auch Grenzen: "Wir werden den Fans nicht nach der Nase reden", sagt Görtzen. Die Band behält jegliche Hoheitsrechte. Auch wenn es um Konzertorganisation, Marketing, Werbung, Vertrieb und so profane Dinge wie Steuern geht. "Die Versenker" haben sich fürs Selbstmanagement entschieden. "Wir haben am Ende des Tages auch das Risiko", so Görtzen. Dafür könne man aber auch alle Entscheidungen selber treffen, wie man es will.

So hießen sie übrigens nicht immer. Den Namen haben sie von einem Konzertveranstalter in der Eifel. "Wir kamen dort an, und er sagte: Da kommen die Versenker." Der Sinn sei bis heute nicht so ganz klar, aber man habe den Namen 2010 dennoch übernommen. Der Versenker ist normalerweise ein Handwerkzeug, das hilft, Nagelköpfe in einer Wand zu versenken. Auf ihre Musik sei das aber in keiner Weise übertragbar.

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