Verkehr auf dem Brüser Berg: Ärger über Autos in Fußgängerzone

Verkehr auf dem Brüser Berg : Ärger über Autos in Fußgängerzone

Wolfgang Groß, Vorsitzender der Hardtberger SPDhat Bewohner des „Bonner Balkons“ zu einem Stadtteiltreff eingeladen, um vor Ort über die Verkehrsprobleme und entsprechende Lösungsansätze zu diskutieren.

Die Nähe zum Wald, eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und ein Branchenmix, der weit über die Grundversorgung der Bevölkerung hinausgeht. Eigentlich ist der Brüser Berg ein ideales Wohngebiet. Doch auf den zweiten Blick gibt es durchaus Verbesserungsmöglichkeiten. Beispielsweise auf der Borsigallee.

„So stellen wir uns keine Fußgängerzone vor“, meinte Wolfgang Groß, Vorsitzender der Hardtberger SPD. Rund um die Uhr würden nicht nur Lieferfahrzeuge in den eigentlich gesperrten Bereich einfahren. „Auch Kunden steuern mit ihrem Auto gerne direkt bis vors Geschäft. Selbst für Kleinigkeiten“, schimpfte er. „Hier kann jeder rein und raus, wie er will.“

Dabei, so Rene Ay vom Vorstand der Hardtberger SPD, stehen in zweiter Reihe zur Borsigallee genügend Parkplätze zur Verfügung. „Außerdem gibt es im Bereich der Fußgängerzone keine Baumaßnahmen, die entsprechende Transportfahrten rechtfertigen würden“, erklärte er. Mit dieser Kritik stand er nicht alleine da.

„Immer wieder werden wir von Anwohnern auf das Problem aufmerksam gemacht“, so Groß. Gemeinsam mit Parteimitgliedern hatte er Bewohner des „Bonner Balkons“ deshalb jetzt zu einem Stadtteiltreff eingeladen, um vor Ort über die Verkehrsprobleme und entsprechende Lösungsansätze zu diskutieren.

Bis 14 Uhr ist die Einfahrt in die Borsigallee für Lieferfahrzeuge offiziell erlaubt. „Das ist schon sehr großzügig“, meinte der Bezirksverordnete Gisbert Weber mit Blick auf andere Fußgängerzonen. Allerdings, so beobachtet auch die Stadtverordnete Binnaz Öztoprak, ist das Befahren auch danach kein Problem. Denn es fehlen entsprechende Poller.

„Deshalb fordern wir, dass die Borsigallee so schnell wie möglich wieder abgesperrt werden kann“, forderte Groß. Besonders leicht sei das Einfahren beispielsweise an der Sparkasse. Nachdem dort in der Vergangenheit die entsprechenden Betonpfeiler mehrfach umgefahren worden waren, wurden sie vor einiger Zeit komplett abmontiert.

Mit dem Auto bis zum Geldautomaten

„Wer zum Geldautomaten will, der fährt gleich bis vor den Eingang vor“, schimpfte eine Anwohnerin. Dabei könnte man das Problem an dieser Stelle leicht lösen, meinte Ay. „Die Verankerungen sind ja noch im Boden vorhanden. Man müsste einfach nur neue Absperrungen einsetzen.“

Doch nicht nur durch bauliche Veränderungen soll die Fußgängerzone wieder sicherer werden. Auch regelmäßige Kontrollen durch Polizei und Ordnungsbehörden wünschen sich die Anwohner. „Auto- und Lastwagenfahrer lernen erst, wenn sie zur Kasse gebeten werden“, erklärte ein Anlieger.

Zwar bietet die Borsigallee einen guten Branchenmix für die tägliche Versorgung der Bewohner. „Aber es gibt doch sehr viele ältere Bewohner hier“, so Ay. Deshalb würde er die Ansiedlung eines Sanitätshauses begrüßen.

„Auch ein Drogeriemarkt fehlt“, so Jens Streit. „Und wir müssen darauf achten, dass die Geschäfte am Basketsring nicht zu viel Kaufkraft abziehen“, ergänzte Binnaz Öztoprak. Denn die vielen kleinen Geschäfte auf dem Brüser Berg können sich nur dann halten, wenn sie wirtschaftlich seien, stimmte ihr Eva Pfeiffer zu.

Lediglich für Jugendliche ist der Ort nicht sonderlich attraktiv. „Wir haben kein Kino oder einen anderen Platz, wo sie sich treffen können“, so Öztoprak.