Mietstreit in Bonn-Duisdorf

Mieter verzweifelt: Vier Jahre ohne Küche

Duisdorf. Ein Bonner Ehepaar verzweifelt. Seit sie 2013 in die Wohnung am Schieffelingsweg gezogen sind, ist ihre Küche nicht benutzbar. Jetzt will sich das Paar die Verzögerungen bei der Sanierung der Wohnungsgesellschaft Vonovia nicht mehr gefallen lassen.

„Ich sitze hier auf einer Baustelle, und es passiert nichts.“ Slah Dalhoumi und seine Frau sind verzweifelt. Seit sie 2013 in eine Zweizimmer-Hochhauswohnung der Vonovia am Schieffelingsweg gezogen sind, ist ihre Küche nicht benutzbar. Die beiden müssen im Wohnzimmer kochen, abgespült wird im Bad.

„Hier ist alles feucht, der Putz bröckelt, es schimmelt, und aus den Löchern kriechen Würmer“, zeigt Dalhoumi. Er vermutet, dass eine Art Pilz in den ungedämmten Wänden sitzt. Weil das Mauerwerk nicht tragfähig sei, könne er keine Schränke einbauen, weil die Befestigungen nicht halten. Der Boden in der Küche wurde rausgerissen, ein neuer ist allerdings noch immer nicht drin.

Vier Jahre macht der Altenpfleger jetzt diesen Zustand mit. „Aber jetzt kann ich nicht mehr, ich lasse mir das nicht mehr gefallen.“ Auch dem Mieterbund ist ein solcher Fall bisher erst selten untergekommen. Dass eine Wohnungsgesellschaft so lange nicht reagiert, obwohl sie den Mitgliedern eine komplette Instandsetzung versprochen hat, verschlägt Barbara Naß vom Mieterbund die Sprache. Sie hat die Vonovia jetzt angeschrieben, ebenso die Wohnungsaufsicht der Stadt Bonn mit der Bitte um Inaugenscheinnahme. Denn andere Wohnungen seien wohl ebenfalls betroffen.

„Das stimmt, aber hier traut sich keiner, sich zu beschweren.“ Angeblich solle die Wohnung saniert werden, aber es passiere nichts. Obwohl: Neulich sei wieder eine Handwerkertruppe in der Wohnung gewesen. Dalhoumi: „Aber mehr als einmal mit einer Anti-Schimmel-Farbe über die Wand zu streichen, passiert nichts.“ Eine nachhaltige Schimmelbehandlung finde nicht statt.

Vonovia will Lösung finden

„Wir sind mit unserem Mieter in ständigem Austausch, das heißt auch, dass wir mehrfach mit Technikern vor Ort waren“, sagt eine Sprecherin der Vonovia dem GA und beteuert: Die von ihm angezeigten Mängel würden immer fachgerecht beseitigt. Auch aktuell sei man in der Mängelbeseitigung. Ungeziefer gebe es aber weder in seiner Wohnung noch an anderen Stellen im Gebäude.

„Wir bemühen uns derzeit, mit dem Mieter eine Lösung herbeizuführen, die es uns möglich macht, alle Arbeiten zeitlich so zu takten, dass unser Kunde damit zufrieden ist.“ Die Vonovia-Sprecherin betont, ihr Unternehmen werde jetzt nochmals auf den Mieter zugehen und hoffe, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Dalhoumi ist indes mit den Nerven am Ende: Auch mit dem Wechsel von Annington zu Vonovia habe sich nichts getan. „Die kriegen einfach nichts geregelt.“ Die Handwerkerfirma stehe Gewehr bei Fuß, aber bekäme keinen Auftrag von der Vonovia, die Mängel abzustellen. Solle die Großsanierung tatsächlich einmal stattfinden, weiß der Mieter allerdings nicht, wohin. Es sei denn, der Vermieter biete eine andere Wohnung an.

Auch an anderen Stellen ist nicht alles gut. Die Balkonbrüstung wackelt gefährlich, und an seinem Waschplatz in der siebten Etage will Dalhoumi seine Wäsche nicht waschen. „Der Raum ist dreckig und der ganze Boden verfault.“ Da geht er lieber in einen öffentlichen Waschsalon.