Planung der Unterführung bemängelt

ADFC kritisiert Rampen für Radfahrer in Duisdorf

Der Bahnübergang am Weck-Werk liegt an der Grenze zwischen Alfter-Oedekoven und Bonn-Duisdorf.

Der Bahnübergang am Weck-Werk liegt an der Grenze zwischen Alfter-Oedekoven und Bonn-Duisdorf.

Duisdorf/Alfter. Eine geplante Unterführung der Deutschen Bahn am Weck-Werk steht in der Kritik. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bemängelt insbesondere die Rampen für Radfahrer.

Über alle Parteigrenzen hinweg wird in Duisdorf und Alfter gegen die  Schließung des Bahnübergangs am Weck-Werk, an der Stadtgrenze zwischen Alfter-Oedekoven und Duisdorf, gekämpft. Wie berichtet, sind in Verfahren der Deutschen Bahn 128 Einwendungen gegen die geplante Schließung geltend gemacht worden.

Eine davon wird den Radfahrern aus der Seele sprechen: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat bei der Unterführung, die von der Deutschen Bahn statt des Übergangs vorgesehen ist, schwerwiegende Probleme erkannt. Der ADFC fordert deshalb eine Planungsänderung, damit auch die Anforderungen der Fahrradfahrer berücksichtigt werden.

Das Befahren der Rampe wird für Radfahrer erschwert

Denn: "Durch die Führung der Rampen über mehrere 90-Grad- und 180-Grad-Kehren wird deren Befahren für Radfahrer erschwert bis unmöglich gemacht", so das vernichtende Urteil des ADFC. Dies gelte besonders für Lastenräder, Kindertransporträder und Räder mit Anhänger. Mehr noch: "Angesichts der engen und nicht einsehbaren Kehren und Winkel sind Konflikte zwischen und Gefährdungen von Radfahrern und Fußgängern programmiert", findet ADFC-Planungssprecher Werner Böttcher.

Die mangelnde Fahrbarkeit der Rampenkehren sei "ganz offenkundig" eine fachlich unzulängliche Planung. Die Rampen müssten einen größeren Kurvenradius haben, was angesichts der örtlichen Gegebenheiten durchaus möglich sei und - wenn überhaupt - nur geringfügige Mehrkosten verursache, ist Böttcher fest überzeugt.

Brücke ist Grund für Schließung des Bahnübergangs

Hintergrund der geplanten Schließung des Bahnübergangs ist der Bau der im Jahr 2006 eröffneten, benachbarten Alma-Brücke, die den Konrad-Adenauer-Damm mit der Medinghovener Straße verbindet. Der Bund hatte sich daran finanziell beteiligt, allerdings unter der Auflage, dass drei Bahnübergänge in der Nähe beseitigt werden. Zwei sind es schon, der dritte am Weck-Werk noch nicht.

Wie berichtet, hat die Deutsche Bahn nun nach 2011 einen zweiten Anlauf zur Schließung des Bahnübergangs am Weck-Werk unternommen. Nach der Veröffentlichung der Planunterlagen bestand in der Gemeinde Alfter und der Bundesstadt Bonn die Gelegenheit, dagegen Einwände vorzubringen. Seitdem das neuerliche Vorhaben bekannt wurde, ist der Protest dagegen in beiden Kommunen groß, sowohl in der Bürgerschaft als auch quer durch die politischen Parteien.