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Hochleistung und Choreographien: 15. Deutsche Meisterschaft der Männerballette in der Hardtberghalle

Hochleistung und Choreographien : 15. Deutsche Meisterschaft der Männerballette in der Hardtberghalle

Das weibliche Publikum war am Wochenende in der Hardtberghalle deutlich in der Überzahl. Denn dort wurde die 15. Deutsche Meisterschaft der Männerballette ausgetragen.

Die 21 Ballette aus ganz Deutschland hatten teils recht große Fangruppen mitgebracht. Und so herrschte auf den Rängen eine Stimmung wie beim Fußball, während die Tanzgruppen die Bühne zum Beben brachten.

Lange Zeit wurde die Meisterschaft parallel zur Karnevalsmesse im Telekom Dome ausgetragen, 2017 dann mal im Beueler Brückenforum, aber jetzt ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, denn in der Hardtberghalle hatte vor 15 Jahren alles angefangen. Stimmungsmäßig eine gute Entscheidung, denn dort war wesentlich mehr Platz als etwa im Dome. Arno Schatz, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Männerballette, war jedenfalls zufrieden.

Am Samstag mussten die teilnehmenden Mannschaften die Vorrunde absolvieren, am Sonntag wurde das Finale ausgefochten. Mittendrin waren auch die Jungs vom Männerballett Ihnetal im Sauerland, die neben den Wild Boys aus Jülich die kürzeste Anreise hatten - Gruppen aus Bonn und Umgebung waren nicht vertreten. Die Ihnetaler wurden schon vor 40 Jahren als „Biggespringer“ gegründet, erzählte Mitglied Stefan Horenkamp. Kein Gründungsmitglied ist mehr dabei – kein Wunder, denn Männerballett auf diesem Niveau ist heute Hochleistungssport.

Für ihr Programm - Batman und ein SWAT-Team jagen den Joker durch Gotham City - trainieren sie laut Coach Christian Gräwe seit August zweimal wöchentlich, das Erstellen der Choreographie und der Kulisse sowie die Musikauswahl beginnen natürlich noch früher. „Wir haben 35 Auftritte im Jahr“, sagte er. Hauptsächlich sind sie im Sauerland unterwegs, da haben sie ihre Karnevals-Stammkunden. Köln oder Bonn wäre für sie auch interessant. „Aber es ist ja schwierig da reinzukommen“, meint der Trainer.

Für die Ihnetaler ist wichtig, dass sie über den Sport den Spaß nicht vergessen. „Bei uns ist das eine Mischung aus beidem“, sagte Horenkamp. Das Publikum habe sich inzwischen an sie gewöhnt, fand Christopher Kubiak. Früher sei Männerballett belächelt worden, inzwischen haben sie sogar eine kleine Fangruppe. Allerdings waren nur am Sonntag ein paar Leute gekommen.

Die meisten Schlachtenbummler seien auf dem Jubiläumsschützenfest, das zugleich im Heimatort stattfinde, so Gräwe. Die Halle fand die Gruppe gut. „Es ist super mit den vielen Sitzplätzen und so viel Platz zum Umziehen“, lobte Daniel Besting.

Auf der Bühne wurden derweil Geschichten erzählt, von Nerds im „Saturday Night Fever“, von Machtkämpfen in einer asiatischen Kampfschule, von Schiffsreisen, Wehrdienst bei der Bundeswehr und einer wilden Backstageparty nach einem Konzert, bei der am Ende sogar ein Dinosaurier auftrat. Am Samstag zeigten die Gruppen ein gekürztes sechsminütiges Programm, am Sonntag hatten sie volle zehn Minuten, über die die Jury urteilte.