Güterumschlag steigt kräftig: Häfen in Bonn und Lülsdorf legen zu

Güterumschlag steigt kräftig : Häfen in Bonn und Lülsdorf legen zu

Über die Rheinhäfen in Bonn und Niederkassel-Lülsdorf sind im vergangenen Jahr erheblich mehr Güter umgeschlagen worden als im Vorjahr. Angesichts stark wachsender Transportmengen entlang der Rheinschiene fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/ Rhein-Sieg Investitionen in die Wasserstraßen.

Über den Bonner Hafen in Graurheindorf wurden nach Angaben der IHK im vergangenen Jahr 620.000 Tonnen Güter umgeschlagen, fast sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Über Niederkassel-Lülsdorf gingen ebenfalls 620.000 Tonnen Schiffsfracht, ein Plus von fast 16 Prozent. Damit liegen beide Häfen deutlich über dem Landesdurchschnitt: In den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen wurden nach Angaben des statistischen Landesamts im vergangenen Jahr 126,3 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Das waren 2,2 Prozent mehr als 2013.

"Die Häfen sind für unsere Wirtschaftsregion von großer Bedeutung", sagte IHK-Geschäftsführer Stephan Wimmers: "Der Güterverkehr wird im Rheinland bis 2025 um knapp 70 Prozent zunehmen. Das wird ohne den Ausbau der Wasserstraßen nicht gehen." Wimmers zufolge werden neue Hafenflächen im Rheinland benötigt sowie eine bessere Verkehrsanbindung der Häfen an Schiene und Straße, um die Verkehrsträger besser miteinander zu verzahnen.

Alfons Am Zehnhoff-Söns, Geschäftsführer der gleichnamigen Bonner Spedition, Hafenbetreiber und Vorsitzender des Verkehrsausschusses der IHK, erwartet ein kräftiges Wachstum vor allem des Containerverkehrs. Die rheinischen Binnenhäfen übernähmen zunehmend Funktionen von den sogenannten Zara-Häfen (Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam), die ihre knappen Flächen wegen des starken Güterverkehrswachstums vor allem für den eigentlichen Güterumschlag nutzten, während logistische Zusatzleistungen und die Feinverteilung der Waren über Straße und Schiene zunehmend von den rheinischen Binnenhäfen übernommen würden.

Am Zehnhoff-Söns zufolge wickeln die rheinischen Binnenhäfen auch europaweite Transporte ab. Dies gelte besonders für den Containerverkehr, der damit Wachstumschancen für die Binnenschifffahrt eröffne. Daraus errechne sich ein bereits ganz konkreter Flächenbedarf. Am Zehnhoff-Söns: "Die nordrhein-westfälischen Häfen benötigen bis 2025 zusätzlich 325 Hektar Fläche."

In den vergangenen Jahren war der Bonner Hafen bereits erweitert und modernisiert worden. Von 2008 bis Mitte 2012 wurden mehr als 16 Millionen Euro investiert. Kernstück war eine neue, 43 Meter hohe und 122 Meter lange Containerbrücke. Außerdem wurden die Spundwand um 100 Meter nach Süden verlängert, zwei neue, 300 Meter lange Kranbahnschienen gelegt, die Fläche erweitert und der Rheindorfer Bach renaturiert.

In diesem Jahr expandiert der Bonner Hafen nach Trier: Die Betreiber Am Zehnhoff-Söns übernehmen wie berichtet gemeinsam mit der Theo Steil GmbH das Terminal in der Stadt an der Mosel. Bereits seit März 2014 gehört dem Unternehmen auch das Terminal im lothringischen Metz. Die Übernahme in Trier sei die logische Konsequenz, um den Schiffsverkehr von Metz nach Bonn besser zu verbinden. Der Schwerpunkt in Trier liege in Zukunft auf Container-Dienstleistungen, hieß es.

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