Bonngasse: Gottesdienst in Namen-Jesu-Kirche ab sofort regelmäßig

Bonngasse : Gottesdienst in Namen-Jesu-Kirche ab sofort regelmäßig

Am Freitagabend läuteten die Glocken der mächtigen Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse zum ersten Mal für einen der ab sofort regelmäßigen Freitaggottesdienste. Und Diakon Stefan Kandel stimmte sonor eine stimmungsvolle Lichtmesse an.

"Wir richten uns in unserer neuen Bischofkirche an alle Menschen, die mit uns feiern wollen. Wir sind ein offenes Haus", erklärte dazu Pfarrvikar Ralph Kirscht, der die Alt-Katholische Gemeinde St. Cyprian derzeit für die erkrankte Pfarrerin Henriette Crüwell leitet. Die Alt-Katholiken haben die im 17. Jahrhundert erbaute ehemalige Jesuitenkirche mit Hilfe ihrer gemeinnützigen Stiftung Namen-Jesu-Kirche als Bischofssitz und "geistliches Gasthaus" für die Bonner City übernommen.

Am 2. Juni wird sie nach langen Monaten aufwendiger Restauration offiziell eröffnet. Momentan ist noch ein Teil im Kirchenschiff abgetrennt, weil der Fluchtweg der nachbarlichen Bücherei durchs Gotteshaus führt.

Und wie will die 700 Mitglieder umfassende Bonner Gemeinde dieses neben St. Cyprian riesige zweite Haus füllen? Die bundesweiten bischöflichen Events dürften ja eher sporadisch sein. Erst am 21. April ist die zentrale Diakonweihe in der Namen-Jesu-Kirche geplant. "Wir sprechen mitten im Zentrum eigentlich alle Menschen, die Besinnung suchen, an.

Aber das ist natürlich eine Herausforderung", sagt Kirscht. Etwa beim Neujahrsgottesdienst konnte man schon an die 500 Gläubigen zählen. Nun baue man ein Programm mit freitäglichen Salbungsgottesdiensten, Lichtvespern und ab Juni mit sonntäglichen Familiengottesdiensten auf. "Außerdem steht die Kirche jeden Tag einige Stunden lang offen", erklärt Kirscht.

Das garantieren Ehrenamtliche wie Maria-Anna Ruholl, eine kürzlich von den Römischen Katholiken Konvertierte. Wunderschön sei die Atmosphäre in diesem barocken Gotteshaus, schwärmten die Besucher, erzählt Ruholl, die innerhalb von zwei Stunden schon mal 308 Besucher zählen konnte.

Es kämen viele Bonner, die ihre Kirche endlich wieder betreten wollten, und ebenso die mit Kameras ausgestatteten Japanern, sagt Kirscht. "Und viele Suchende, die mit uns ins Gespräch finden." Sie will auch Namen-Jesu weitergehend als eine Art Citypastoral nutzen. Dafür brauche man aber noch mehr Freiwillige, die sich engagieren wollten, ergänzt Stefanie Weimbs-Rust. "Und Organisten, Chöre und Ensembles, die bei unserer am Sonntag startenden Konzertreihe auftreten wollen."

Das Programm:
Freitag, 23. März, 19 Uhr: Abendmesse mit Pfarrvikar Ralph Kirscht; Freitag, 30. März, 19 Uhr: Abendmesse mit Priester mit Zivilberuf Michael Schenk; "Sommerkirche" für Familien mit Kindern von Juni bis September jeden vierten Sonntag ab 11.30 Uhr mit anschließendem Brunch.