Für die Erde gehen in Bonn die Lichter aus

Für die Erde gehen in Bonn die Lichter aus

Symbolische Aktion des WWF und der UN für den Umweltschutz zum Auftakt der Bonner Klimakonferenz

Bonn. Am Samstagabend gehen in Bonn die Lichter aus. Denn der WWF und die Vereinten Nationen rufen weltweit dazu auf, von 20.30 bis 21.30 Uhr Ortszeit jedes nicht unbedingt nötige Licht abzuschalten.

Diese "Earth Hour" soll ein Zeichen setzen für den dringend benötigten Wandel in der Klimapolitik. Mehr als eine Milliarde Menschen in 2 400 Städten demonstrieren auf diese Weise für einen erfolgreichen Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen.

Die lichtlose "Stunde für die Erde" bildet zudem den Auftakt zu den diesjährigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn: Denn von Sonntag bis zum 8. April debattieren im Maritim-Hotel mehr als 2 000 Vertreter von Regierungen und Wirtschaftsverbänden mit Wissenschaftlern und Experten der Umweltorganisationen über Ziele des kommenden Klimagipfels. Während der Bonner Klima-Runde soll unter anderem über Kohlenstoffdioxid-Einsparungen nach 2012 gesprochen werden.

Die UN in Bonn beteiligen sich durch das Ausschalten der Lichter im Langen Eugen an der "Earth Hour". Auch die Deutsche Post und die Stadt Bonn unterstützen die Aktion. Wie Thomas Böckeler vom Presseamt berichtet, werden das Stadthaus, das Alte Rathaus sowie die Bezirksrathäuser und andere markante Gebäude wie das Poppelsdorfer Schloss am Samstagabend nicht beleuchtet sein.

Dirk Klasen von der Pressestelle der Deutschen Post berichtet, dass auch im Post Tower für eine Stunde die Beleuchtung ausgeschaltet wird - allein die Flugsicherheitsbefeuerung müsse aktiviert bleiben. Die Post beteilige sich, "um ein Zeichen zur Unterstützung der weltweiten Bemühungen zum Klimaschutz zu setzen". Der Konzernsprecher sagte, dass die Post und DHL bis 2020 die Emissionen für den Versand von Briefen und Paketen um fast ein Drittel senken will.

Klasen: "Da ist es selbstverständlich, dass wir uns auch an der Earth Hour beteiligen." John Hay, Sprecher des UN-Klimasekretariats, ermuntert alle Bürger zum "Candlelight-Dinner": "Die Bonner können damit ihre Unterstützung für den Wandel in der Klimapolitik zum Ausdruck bringen." Hay hat die letzte "Earth Hour" im März vorigen Jahres in Bangkok erlebt: "Ich habe gesehen, wie die Lichter einer großen Brücke ausgingen. Das war schon beeindruckend."

Am Sonntag sollen erste Schätzungen vorliegen, wie viele Menschen sich beteiligt haben. Das Ergebnis wird in einer Stimmabgabebox vor der Eröffnung der Bonner Konferenz an den Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, übergeben - von Jugendlichen aus Bonn: "Damit soll symbolisiert werden, dass die Zukunft den Kindern und Jugendlichen gehört."

Hay würde sich freuen, wenn möglichst viele Bürger das Licht ausschalten, schließlich sei Bonn eine "Klimastadt". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnet die "Earth Hour" als Chance für die Weltbevölkerung, den Regierungen eine klare Botschaft zu senden: "Wir wollen, dass der Klimawandel gestoppt wird."

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