Frachtschiff rammt die Kennedybrücke

Frachtschiff rammt die Kennedybrücke

Weil sich ein Stück Treibgut in der Schraube verfangen hatte, ist am Montagnachmittag ein Schiffsfrachter, der Bohnen geladen hatte, auf dem Rhein gegen die Kennedybrücke gefahren. Ein Statiker wurde aus Köln angefordert, der die Brücke untersuchen sollte.

Die erste Nachricht um 17.32 Uhr Montagabend war dramatisch: Ein Frachtschiff ist gegen die Kennedybrücke geprallt. Und bei der Stadt klingelten die Alarmglocken. Sie ließ sofort zwei Statiker kommen, um die Brücke zu untersuchen. Bahnen und Busse durften sie unterdessen nur in Schrittgeschwindigkeit passieren.

Und während der holländische Schubverband ein Stück flussabwärts Anker geworfen hatte, um die eigenen Schäden zu überprüfen, betraten die Bauexperten das Boot der Wasserschutzpolizei, fuhren ganz nah an den Beueler Brückenpfeiler heran und leuchteten mit Taschenlampen auf die Natursteinverkleidung.

Erst fand sich nichts, doch dann sahen die Kontrolleure, dass sich ein etwa Din-A-3 großes Stück am Brückenpfeiler gelöst hatte. Weitere Schäden waren nicht erkennbar, so dass Peter Esch, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes, um 19.30 Uhr erste Entwarnung gab. "Wir werden aber am Dienstag die Brücke neu einmessen, um weitere Schäden auszuschließen", sagte er.

Dem Vernehmen nach war der holländische Schubverband, bestehend aus zwei aneinander gekoppelten Schiffen, beladen mit Bohnen und 7.000 Tonnen schwer, stromaufwärts unterwegs gewesen, als sich ein Stück Treibgut in der Schraube verfing. Der Kapitän habe versucht, das Holzstück wieder loszuwerden, es soll aber sein Ruder zerschlagen haben, worauf das Schiff seitlich - nicht frontal - gegen den Strompfeiler prallte.

Passanten auf der Brücke berichteten der Polizei später, dass es einen lauten Knall gegeben habe. Aber, und das beruhigte die Bauexperten wieder ein Stück, sie hätten keine Vibrationen gespürt.

Wäre das mächtige Schiff rheinabwärts gefahren und hätte den Betonblock frontal aus voller Fahrt getroffen, wäre es womöglich schlecht ausgegangen. "Dann hätte sich der Pfeiler wohl ein Stück zerlegt", mutmaßte Esch. Als er Entwarnung gab, konnte auch der Verkehr auf der Brücke wieder in vollem Umfang rollen. Während der Untersuchung hatten die Stadtwerke ihren Bahnen und Bussen verordnet, vorsichtig über das Bauwerk zu rollen. Außerdem durfte immer nur eine Bahn über die Brücke fahren.

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